Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg widerspricht den Experten-Meinungen

Interview von Eva Novak, Neue Luzerner Zeitung

Herr Korpskommandant, warum soll das Parlament die Anzahl der Schweizer Kampfjets reduzieren und die 54 Tiger möglichst rasch ausmustern?

Aldo C. Schellenberg: Der Tiger F-5 ist gegen 40 Jahre alt. Für den Luftpolizeidienst ist er nicht mehr geeignet und schon gar nicht für Luftverteidigung. Sein operationeller Nutzen ist deshalb nur noch sehr gering. Der Weiterbetrieb auch nur eines Teils der F-5-Flotte spart keine einzige Flugstunde auf dem F/A- 18, verursacht aber Mehrkosten. Selbst wenn man nur 26 Tiger weiter betreibt, kostet das die Armee 40 Millionen Franken pro Jahr zusätzlich. Das können wir uns nicht leisten.
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Neue Snowden-Dokumente: Die NSA rüstet zum Cyber-Feldzug

Normalerweise müssen Praktikanten imposante Lebensläufe vorlegen, ehrenamtliche Arbeit in Sozialprojekten macht sich immer gut. Bei “Politerain” verlangt die Ausschreibung andere Neigungen: “Praktikanten gesucht, die Dinge kaputt machen wollen”, heißt es da.

Aber Politerain ist auch nicht das Projekt einer konventionellen Firma, sondern des US-Geheimdienstes NSA. Oder genauer: das Projekt der NSA-Scharfschützen, der Truppe für maßgeschneiderte Computereinbrüche mit Namen TAO (Tailored Access Operations).

Zum Ausforschen fremder Rechner, so wurden Bewerber weiter aufgeklärt, komme die “Manipulation und Zerstörung gegnerischer Computer”. Mit dem Programm Passionatepolka beispielsweise soll man “Netzwerkkarten schrotten”. Programme wie Berserkr und Barnfire (“Scheunenbrand”) sollen Computer mit einer Hintertür versehen oder zentrale Daten löschen. Und TAO-Praktikanten sollten auch fremde Festplatten unbrauchbar machen. Ziel der Ausbildung sei es, “zu lernen, wie ein Angreifer denkt”.
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Kunst aus der Ostschweiz im Banne des Zweiten Weltkriegs

Gelb glüht der Horizont. Der Himmel scheint zu brennen. Was passiert am deutschen Ufer? Ist das 1939 von Adolf Dietrich gemalte Bild eine düstere Vision, in der das kommende Unheil des Zweiten Weltkriegs vorweggenommen wird? Mitnichten. Der Berlinger Maler ist 60 Jahre alt, als der Krieg ausbricht. Auf seine Kunst wird dieses tiefgreifende Ereignis keine Auswirkung haben. Und so zeigt das Gemälde, das auch als Ausstellungsplakat dient, nur eine friedliche, winterliche Bodenseelandschaft. Die Lichtstimmung ist fraglos dramatisch. Gleichwohl ist nur ein Sonnenuntergang über der Höri zu sehen. Da ist kein Hinweis auf eine tiefere Botschaft.

Das Kunstmuseum Thurgau geht der Frage nach, ob – und wenn ja, wie – Künstler und Künstlerinnen aus der Ostschweiz auf den Zweiten Weltkrieg reagiert haben. Auch wenn die Schweiz von Kampfhandlungen weitgehend verschont bleibt, herrscht eine gespannte Ruhe im Land.
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Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann: “Militärgeschichte ist wichtig”

Weshalb kommt es in der Schweiz [1848] zu einer bürgerlich-liberalen Revolution, während dieselbe Bewegung in den Nachbarländern scheitert?
Der wichtigste Grund ist das Fehlen einer Monarchie und allgemein das Fehlen eines Adels. In diesem Punkt unterscheidet sich die Schweiz am deutlichsten von ihren Nachbarn. Sie ist ein zutiefst bürgerliches Land. Wichtig ist auch, dass die alten Eliten über kein stehendes Heer verfügten. Als es hart auf hart kam, konnten sie sich nicht wehren. Besonders gut sieht man das in den ersten Erhebungen der 1830er-Jahre: Da rotten sich einige Landbewohner zusammen und laufen in den Kantonshauptort, und das war es dann – Umsturz, Revolution. Das sind komplett andere Verhältnisse als in Preussen oder Frankreich, wo es eine Armee gibt, die auf Demonstranten schiesst. […]
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Vorevaluation für Projekt BODLUV 2020 abgeschlossen

Die heutige bodengestützte Fliegerabwehr der Schweizer Armee besteht aus dem leichten Fliegerabwehrlenkwaffensystemen „Stinger”, dem mobilen Fliegerabwehrlenkwaffensystem „Rapier” und dem mittleren Fliegerabwehrkanonensystem „35-mm M Flab”. Das Projekt BODLUV 2020 soll diese in die Jahre gekommenen Fliegerabwehrsysteme der Schweizer Armee ersetzen.

BODLUV 2020 besteht aus einem System mit kurzer Reichweite und einem System mit mittlerer Reichweite (MR). Mit BODLUV 2020 wird zudem die Voraussetzung für eine integrierte Luftverteidigung geschaffen.
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Was die Armee bei Terrorgefahr zu tun hat

Nach den Anschlägen von Paris wird auch in der Schweiz die Diskussion geführt, wie «solchen Anschlägen» zu begegnen sei. Angestossen durch zwei leidenschaftliche Kommentare der BaZ-Redaktoren Joël Hoffmann und Christian Keller ist die Frage kontrovers diskutiert, welches die Rolle der Schweizer Armee bei Terroranschlägen wäre – respektive, ob der Armee überhaupt eine solche zukomme. Tatsächlich wird in der Botschaft zum aktuellen Armee-Projekt, der Weiterentwicklung der Armee (WEA), der Terrorproblematik starke Beachtung geschenkt. Teile der abermals zu halbierenden Armee sollen künftig rasch aufgeboten werden können, um innerhalb von Tagen Schutz- und Bewachungsaufträge ausführen zu können. Der Bundesrat schlägt damit dem Parlament die Behebung eines wesentlichen Mangels der heutigen Armeekonzeption vor, die auch im Terrornotfall gar keine Mobilisierung vorsieht.
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Bürgerstaat und Staatsbürger

Über 100’000 Bürger haben in der Schweiz in Gemeinden, Kantonen und Bund politische Ämter inne. Die meisten tun dies ehrenamtlich und nebenberuflich. Das politische Milizsystem ist Ausdruck des genossenschaftlichen Staatsverständnisses der Schweiz, wo jeder nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag zum Gemeinwesen leistet, und es geniesst in der Bevölkerung nach wie vor grosse Zustimmung. Trotzdem sinkt die Beteiligungsbereitschaft der Bürger laufend. 2007 engagierten sich 26% der erwachsenen Bevölkerung in institutionalisierter Freiwilligenarbeit, unter die auch ein Grossteil der politischen Miliztätigkeit fällt, 2013 waren es nur noch 20%.
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Die Unberechenbarkeit des Krieges

Seit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der UdSSR vor 25 Jahren wurde die Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee stetig reduziert. Der Sollbestand schrumpfte von 625‘000 Mann (Armee 61) auf 350‘000 Mann (Armee 95) und schliesslich auf 220‘000 Mann (Armee XXI). Mit der WEA ist eine erneute Reduktion auf nunmehr 100‘000 Mann geplant, womit spätestens die durch die Bundesverfassung geforderte Verteidigungsfähigkeit effektiv verloren geht. Aber kann ein militärischer Konflikt in Europa tatsächlich kurz- und mittelfristig ausgeschlossen werden?
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Schweizer Jets fliegen doppelt so oft wie Oesterreichs Eurofighter

Ein knappes E-Mail aus dem Verteidigungsministerium auf eine “Krone”-Anfrage belegt die ziemlich triste Situation für Österreichs Luftwaffe: Die 15 Eurofighter des Bundesheeres leisteten im Jahr 2014 tatsächlich nur 1.070 Flugstunden. Das heißt: Eigentlich verstaubten die um zwei Milliarden Euro angekauften Jets an 320 von 365 Tagen im Hangar. Oder: Jeder einzelne der 15 Abfangjäger war aufgrund diverser Sparbefehle im Monatsschnitt nur sechs Stunden in der Luft.

Zu den Schweizern fallen uns Österreichern ja einige typische Eigenschaften ein – so achten sie etwa absolut vorbildlich auf ihre Steuer-Franken. Und trotzdem lässt Bern die Schweizer Luftwaffen-Piloten mehr als doppelt so oft üben wie das Bundesheer seine Eurofighter-Piloten. Wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage belegt, stiegen die 32 Abfangjäger vom Typ F/A-18 “Hornet” 2012 zu 5.736 Flugstunden auf. Das macht im Schnitt für jeden Jet eine Einsatzdauer von 179,25 Stunden pro Jahr. Und jeder Eurofighter flog im Jahresschnitt nur 71,33 Stunden…
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Nur 39 Prozent der Schweizer wären bereit, für ihr Land zu kämpfen

Pünktlich zum Jahresende fühlt das Meinungsforschungs-Netzwerk Gallup jeweils Zehntausenden von Menschen weltweit den Puls – und fördert dabei immer wieder Erstaunliches zutage. In diesem Jahr nahmen die Gallup-Forscher folgende Frage in ihren Katalog auf: «Angenommen, Ihr Land wird in einen Krieg verwickelt – wären Sie bereit, für Ihre Heimat zu kämpfen?» Für die Schweiz führte das Meinungsforschungsinstitut Léger die Umfrage durch. Teilgenommen haben 1003 Frauen und Männer. Die Resultate liegen SonntagsBlick exklusiv vor.

39 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wären im Konfliktfall bereit, ihr Land zu verteidigen. Für 47 Prozent wäre das keine Option, 14 Prozent konnten sich nicht recht entscheiden.
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