BaZ: Die Schweizer Generäle blieben sitzen

Und in der Schweiz? Mit dem Schritt von der «Armee 95» zur «Armee XXI» im Jahr 2003 wurde die Mobilisierungsfähigkeit abgeschaft. Man bezahlte fortan, bis heute, Milliarden für eine Einrichtung, die man gar nicht aufbieten kann. Rücktritt des Chefs der Armee, wie der Generalstabschef seit Anfang 2004 hierzulande heisst? Nein. Nicht mal eine Androhung gegenüber den Sicherheitspolitikern. Die Armeespitze trug das Ganze begeistert mit, weil sich hierzulande keinerlei Gefahr abzeichne.

Rücktritt, Rücktrittsdrohung, nicht mal eine Warnung vor den Konsequenzen erfolgte, auch bei der Schliessung aller Militärflugplätze bis auf drei nicht. Dabei ist klar, Luftverteidigung von nur gerade einmal drei Standorten aus ist unmöglich. Wo die neuen Kampfflugzeuge einmal geschützt parkiert werden sollen, sollten es mehr als drei Staffeln à zwölf Jets sein, man weiss es nicht.
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Frankreich: Armeechef tritt wegen Sparkurs zurück

Im Streit um Sparvorhaben bei der französischen Armee ist der oberste Militär des Landes zurückgetreten. „Ich habe heute beim Präsidenten meinen Rücktritt eingereicht„, teilte Generalstabschef Pierre de Villiers mit. Emmanuel Macron habe dieses Gesuch angenommen. „Ich sehe mich nicht weiter imstande, das Modell einer Armee aufrechtzuerhalten, an das ich glaube, um die Sicherheit Frankreichs und der Franzosen zu garantieren„, sagte der General. […]

De Villiers sagte, er habe es als seine Pflicht angesehen, seine Sorgen über die Sparmaßnahmen „hinter verschlossener Tür, in aller Transparenz und Wahrheit“ kundzutun. Der 60-Jährige hatte vergangene Woche vor dem Verteidigungsausschuss die vorgesehenen Einsparungen von 850 Millionen Euro stark kritisiert.

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Communiqué du général d’armée Pierre de Villiers 19 juillet 2017:

«Dans les circonstances actuelles, je considère ne plus être en mesure d’assurer la pérennité du modèle d’armée auquel je crois pour garantir la protection de la France et des Français, aujourd’hui et demain, et soutenir les ambitions de notre pays. Par conséquent, j’ai pris mes responsabilités en présentant, ce jour, ma démission au Président de la République, qui l’a acceptée.»


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Der Leopard kommt unter Beschuss

IS-Terroristen haben einen Mythos zerstört: Jenen von der Unzerstörbarkeit des Kampfpanzers Leopard 2. Bei Kämpfen mit türkischen Streitkräften in der Stadt al-Bab in Syrien wurden erstmals mehrere dieser Panzer in Grund und Boden geschossen. […] Die Leoparden in Syrien gingen in bebautem Gebiet in Flammen auf. Sie sind baugleich mit jenen der Schweizer Armee. Das schürt die Diskussion, ob die 60 Tonnen schweren Ungetüme überhaupt für Einsätze im Umfeld von Siedlungen geeignet sind und wie sie zu schützen wären. Denn das Grundkonzept der schweren Kampfpanzer stammt noch aus dem Kalten Krieg – als man den Feind von vorne erwartete und mit grossen Panzerschlachten rechnete.
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Armee: Ohne Uniform ins Wochenende?

Soldaten, die zu laut sind, zu viel Alkohol trinken oder älteren Menschen im Zug ihren Platz nicht freigeben: Weil es immer wieder Armeeangehörige gibt, die auf dem Weg ins Wochenende oder auf dem Rückweg negativ auffallen, hat eine Experten-Begleitgruppe des Ausbildungskommandos kürzlich über eine Lockerung des Uniformzwangs diskutiert. Entsprechende Informationen bestätigt die Armee auf Anfrage.

Konkret ging es um die Frage, ob die Armeeangehörigen künftig in zivil und nicht wie jetzt noch üblich in Uniform ins Wochenende entlassen werden könnten. Das schlechte Verhalten der Soldaten würde so nicht mehr auf die Armee abfärben. 
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Einrücken aus den Ferien

Gross waren die Erwartungen, als im Dezember 2003 in der Berner Eishalle der Übergang von der Armee 95 zur Armee XXI gefeiert wurde – und noch grösser die Probleme, die bald eintraten: ein Chaos beim Versand der Marschbefehle, Unklarheiten bei der Einteilung in die Verbände oder die unzureichende Harmonisierung von RS und Studium. Das Prestigeprojekt als Planungspanne. Der damalige Chef der Armee, Christophe Keckeis, musste angesichts nicht enden wollender Negativschlagzeilen einräumen, dass «nicht immer alles optimal» kommuniziert worden sei. Solches soll nun beim nächsten Reformschritt namens «Weiterentwicklung der Armee» (WEA) nicht mehr passieren. […]

Mit einem Schreiben, das der NZZ vorliegt, orientiert der Chef der Armee, Philippe Rebord, dieser Tage die betroffenen Soldaten über ihren neuen Status: «Sie sind im Falle eines Aufgebots verpflichtet, in jedem Fall und unverzüglich einzurücken. Es besteht kein Anspruch auf Urlaub oder Dispensationen.» Auch wer sich etwa ferienhalber im Ausland befinde, müsse so schnell wie möglich einrücken. Und wer wegen Krankheit nicht reisefähig sei, müsse dies umgehend mit einem Arztzeugnis belegen. Alarmiert wird «in der Regel elektronisch über SMS oder E-Mail», weshalb Änderungen der Erreichbarkeit innerhalb von 14 Tagen gemeldet werden müssen. Zur Ausrüstung beim Einrücken gehört neu «Verpflegung für 1 bis 2 Tage, die ohne Kühlung haltbar ist und nicht zubereitet werden muss».
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Dritte Mechanisierte Brigade – Quo Vadis?

Bereits im August 2015 wurde im SCHWEIZER SOLDAT eine Studie zu einer echten dritten Mechanisierten Brigade veröffentlicht. In der Zwischenzeit wurden die WEA-Planungen weiter vorangetrieben und die WEA politisch abgesegnet. Zwar plant die Armee (momentan) nicht mehr die Panzerbrigaden 1 und 11 auszudünnen um eine dritte Mechanisierte Brigade aufzustellen, jedoch wird noch immer mit einer Scheinbrigade geplant. Die Autoren erlauben sich daher nochmals, einen revidierten Vorschlag für die zukünftige Mechanisierte Brigade 4 aufzuzeigen.
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Oesterreich: Eurofighter wird vorzeitig abgelöst

In der heutigen Pressekonferenz gibt Verteidigungsminister Doskozil den Ausstieg aus dem System Eurofighter Typhoon bekannt. In seiner Ministerverantwortung leitet er die Beschaffung eines einzelnen Nachfolgemusters für die veralteten Saab 105 Oe Jettrainer und dem Tranche 1 Typhoon ein. Ab 2020 sollen 18 Stück eines neuen Überschall-Jets zulaufen. Diese Entscheidung fußt auf dem Bericht der Heeres-internen “Sonderkommission Aktive Luftraumüberwachung” vom 30.06.2017. […]

Mit welchen Staaten bereits Kontakt aufgenommen wurde, um die Machbarkeit und Kosten der Empfehlungen der Kommission einzuschätzen, wird nicht verraten. Von Doskozil oder Gruber wurden keine Typen genannt und auch russische Modelle nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Ohne Frage ist ein bereits bei einer Luftwaffe eingeführtes Modell mit nur einem Triebwerk zu favorisieren – der Saab JAS-39 Gripen in der Version C/D, den man eventuell gebraucht von der schwedischen Luftwaffen übernehmen könnte (war in der damaligen Ausschreibung dem Eurofighter technisch deutlich unterlegen).


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Projekt BODLUV wird neu aufgesetzt

Bundesrat Guy Parmelin, Chef des VBS, hat den Bundesrat an seiner Sitzung vom 5. Juli 2017 informiert, dass das sistierte Projekt BODLUV2020 abgeschlossen wird. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, das Projekt für die bodengestützte Luftverteidigung neu zu initiieren.
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Rechenspiele der Armee haben politische Folgen

Die Schweizer Armee ist nach der Armeereform WEA grösser, als bisher bekannt war. Neben einem Effektivbestand von 140’000 Mann gibt es rund 15’000 weitere voll ausgerüstete und einsatzpflichtige Soldaten, die in den offiziellen Zahlen der Armee nicht erscheinen. Unter anderem handelt es sich um Durchdiener, die ihre Diensttage absolviert haben, aber noch vier Jahre lang der Armee angehören und für Einsätze aufgeboten werden können. Diese Recherche hat die ohnehin schon heftige Kontroverse um den Zivildienst zusätzlich angefacht.

Sicherheitspolitikerin Priska Seiler Graf (SP, ZH) fühlt sich von der Armee «an der Nase herumgeführt». Es heisse aus Armeekreisen oft, der Bestand würde mit der laufenden WEA-Reform auf einen Sollbestand 100’000 Mann halbiert. «Faktisch sind wir davon aber weit entfernt», so Seiler Graf. Sie habe den Eindruck, der Bestand würde primär mit rechnerischen Tricks reduziert. «Welche Armeeangehörigen zum Effektivbestand gezählt werden und welche nicht, ist jedenfalls ziemlich rätselhaft.»
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Milliarden in den Untergrund

Im Herzen der Schweiz liess die Armee schon vor langem riesige Löcher in den Berg schlagen. Der Bunker erhielt den Codenamen «K6». Nun sollen wieder Hunderte Millionen im Untergrund versenkt werden, diesmal unter dem Namen «Fundament». So heisst eines von drei Rechenzentren, die die Schweizer Armee derzeit bauen lässt. Zwei weitere Rechenzentren tragen die Namen «Kastro II» und «Campus». Während das Rechenzentrum «Campus» in Frauenfeld lediglich teilgeschützt ist und später auch der Bundesverwaltung zur Verfügung stehen soll, ist von «Fundament» und «Kastro II» bisher kaum mehr bekannt als die Namen. Die Armee hält die Standorte der beiden militärisch vollgeschützten Rechenzentren geheim.
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Erinnerungen an die Armee 61

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