Was wird jetzt aus den Kasernen?

Es ist eine Radikalkur, welche Verteidigungsminister Ueli Maurer der Armee verordnet hat: Die WEA. Die Abkürzung steht für «Weiterentwicklung der Armee», wobei unter Weiterentwicklung primär die Schliessung von Kasernen und Flugplätzen zu verstehen ist.

Lange wurde gerätselt, welche Truppenunterkünfte es erwischt, im Herbst liess Maurer die Bombe platzen. Unter anderem die Standorte Frauenfeld, Fribourg oder Genf fallen der Verkleinerung zum Opfer.

Armee-Nostalgiker sind traurig, doch gerade in den Städten weint man den bald ehemaligen Kasernen höchstens Krokodilstränen nach. «Die Grundstücke an bester Lage beflügeln vielmehr die Phantasie von Politikern und privaten Investoren, meint die «NZZ».
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VSWW: Keine Wiederholung alter Fehler!

Seit Ausbruch der Unruhen in der Ukraine «randa­liert der russische Bär wieder in seinem Käfig» (Die Welt). Mit ihrem Vorgehen gegenüber der Ukraine geben die Machthaber im geschrumpften Russland, no­tabene auch nach Auflösung der Sowjetunion 1991 der grösste Flächenstaat, zweierlei zu erkennen: Die alten imperialen und hegemonialen russischen Refle­xe sind hellwach. Die – nicht zuletzt aufgrund der in Deutschland und der Schweiz falsch angepackten «Energiewende» – andauernde Hochkonjunktur bei Erdöl und Gas, mit denen Russland reich gesegnet ist, trägt nicht dazu bei, diese Reflexe als überkommene Muster einer ins Hintertreffen geratenen Welt­ macht offenzulegen. Allzu schnell haben auch die Länder der EU und Amerika ihre alten, quasi verinner­lichten Rollen eingenommen. Das reicht nicht. [...]

Der VSWW votiert an dieser Stelle noch einmal für Weichenstellungen in Richtung einer Armee, die den
Namen verdient, und gegen ein Auslaufmodell politi­scher Harmlosigkeit. Es gilt der alte Spruch: Fehler
darf man machen, aber nicht den gleichen zweimal. Weder sollten die eklatanten Fehler des Ausbildungs­modells der Armee 95 noch gravierende Schwächen des nur teilweise umgesetzten Armeeführungs-­Mo­dells der A XXI wiederholt werden. Es geht darum, die Armee im grösseren Zusammenhang zu verstehen.
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Gladiatoren im Kalten Krieg: Die Stay-Behind-Netzwerke der NATO

Der Kalte Krieg, die Blockkonfrontation zwischen Ost und West, war mehr als 40 Jahre lang Gestaltungsrahmen des internationalen Systems und entwickelte eine Totalität, die auf beiden Seiten häufig den Zweck über die Mittel des staatlichen Handelns stellte. Die aktuelle Krise um die Ukraine bescherte dem Kalten Krieg medial eine gewisse Renaissance, auch wenn solche Vergleiche nur oberflächlich überzeugen können. Dabei ist seit dem Fall der Berliner Mauer 1989 eine ganze Generation junger Menschen herangewachsen, für die REFORGER-Übungen und Raketen-Stationierungen soweit aus ihrer Lebenswirklichkeit verschwunden sind, wie die Befreiungskriege gegen Napoleon oder der Sturm auf die Düppeler Schanzen (vgl. John Lewis Gaddis, “The Cold War. A New History“, Penguin, 2007).

Für den Historiker wirft diese Episode des 20. Jahrhunderts dagegen immer noch diverse ungeklärte Fragestellungen auf, vor allem was die Tätigkeiten der Geheimdienste angeht. Viele Archive sind nach wie vor verschlossen oder werden erst schrittweise erschlossen. Eines der mysteriösesten und für die westlichen Geheimdienste unrühmlichsten Kapitel dieser unvollendeten Geschichte bildet dabei das Phänomen der Stay-Behind-Netzwerke und ihrer Verwicklungen in den Rechtsterrorismus. Ein „Gentlemen’s-Business“, wie der erste Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Reinhard Gehlen, die nachrichtendienstliche Aufklärungstätigkeit in seiner Autobiographie charakterisierte, kann man hinter diesen Strukturen nur schwer erkennen (vgl. Reinhardt Gehlen, “Der Dienst“, Hase&Köhler, 1971).
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Gripen: Drei Schweizer Piloten trainieren in Schweden

Seit September 2013 wohnt der erfahrene Schweizer Testpilot Martin Hess auf der Luftwaffenbasis F7 Wing im westschwedischen Såtenäs. Täglich ein- bis zweimal ist Hess mit dem Gripen in der Luft. Noch bis im Juni wird er von schwedischen Fluglehrern in allen Waffensystemen eingeführt. Hess trainiert Luftkampf, Erdkampf und Aufklärung. Vor allem den Erdkampf möchte die Luftwaffe wieder trainieren. Dies ist unter Experten angesichts der aktuellen Bedrohungslage für die Schweiz umstritten. Verteidigungsminister Ueli Maurer entgegnet im «Rundschau»-Gespräch, man werde acht der neun Gripen auf Erdkampf vorbereiten, weil heute das Instrument fehle, Ziele auf grosse Distanzen punktgenau zu treffen. Darauf verzichten
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Armeefilm: Vom Skandal zur Oscar-Nominierung

Der Streifen «Wehrhafte Schweiz» wurde an der Landesausstellung Expo 64 gezeigt und war ein Publikumsmagnet. Er zeigte in martialischer Manier eine schlagkräftige, gefährliche Schweizer Armee. Die inszenierte Abwehrschlacht erhielt eine Oscar-Nominierung. Zuhause löste der Film einen Skandal aus. 
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Eine Frage der Souveränität

Die nächste Volksabstimmung am 18. Mai über das Gesetz zur Finanzierung von Gripen-Flugzeugen aus dem ordentlichen Armeebudget ist heiss umkämpft. Die Emotionen und Argumente begleiten uns seit Wochen in unserem Alltag. So ist es an der Zeit, die Bedeutung unserer Luftwaffe in einen aktuellen Kontext zu stellen, auch wenn dies den Totengräbern unserer Armee nicht gefallen dürfte.
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Weltweite Militärausgaben: Alle rüsten auf – außer den USA

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2013 zum zweiten Mal in Folge gesunken. Rund 1,26 Billionen Euro gaben die Regierungen im vergangenen Jahr für ihr Militär aus, gegenüber 2012 bedeutet das einen Rückgang um 1,9 Prozent. Das geht aus dem Jahresbericht des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) heraus, der am Montag vorgestellt wird. Die Forscher in Schweden analysieren dafür die weltweiten Rüstungsetats.

Doch dieses Ergebnis ist fast ausschließlich den USA zu verdanken. Die größte Rüstungsnation der Welt drosselte ihre Ausgaben für die Armee im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 460 Milliarden Euro. Grund hierfür waren das Ende des Irak-Einsatzes, der beginnende Afghanistan-Rückzug und der Sparkurs des Pentagon.

Rechnet man die USA aus der Statistik heraus, kletterten die weltweiten Rüstungsausgaben um 1,8 Prozent. “Der Anstieg der Militärausgaben in Schwellen- und Entwicklungsländern setzt sich unvermindert fort”


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Am 18. Mai geht es um die weltweite Wahrnehmung der Schweiz

„Sich über die Schweiz lustig zu machen ist derart leicht, dass es fast unsportlich ist. …Jede Zeitung dieser Welt hat einen hämischen Artikel über die Schweiz veröffentlicht….Wisst ihr, F-18 und F-5 und Piloten wachsen nicht auf Bäumen“. (Quelle: Business Standard, Indien, 21.02.2014).

“Der Ruf der Schweiz als einer uneinnehmbaren Festung erlebte diese Wochen einen Rückschlag.“ (Quelle: Press of Atlantic City, USA, 23.02.2014)

Alle und jeder aufstrebende grössenwahnsinnige europäische Diktator, der hofft, den Kontinent zu übernehmen, will sicherlich wissen, wann er mit seiner gesamten Luftwaffe ungestört in der Schweiz landen kann“. (Quelle: zerohedge.com, eine Plattform internationaler Finanzexperten, 24.02.2014.  2013 insgesamt eine Milliarde mal angeklickt).

von Gotthard Frick, Bottmingen

Nur wenige BürgerInnen sind sich wohl bewusst, dass die Schweiz bis vor kurzem weltweit, sogar in China,  als  strikt neutrales und friedliebendstes aber wehrhaftestes Land wahrgenommen und dafür hoch geachtet und als Vorbild gesehen wurde.
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Der Armeechef rät der Bevölkerung, Notvorräte anzulegen

Unsere Gesellschaft sei verletzlich geworden und auf neue Risiken wie Cyberattacken oder Stromausfälle nicht wirklich vorbereitet. Das sagt Armeechef André Blattmann – und er hat selber Konsequenzen gezogen: Zu Hause lagert er «30 oder 40 Sechserpackungen Mineralwasser ohne Kohlesäure». Das entspricht rund 300 Liter Mineral. Darüber hinaus hat der Armeechef eine Wasserzisterne. Wasser sei im Notfall das Wichtigste, sagt er: «Für den täglichen Bedarf braucht jeder mindestens acht Liter Wasser. Um zu trinken, zu kochen, sich zu waschen.» 
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Weltwoche erkennt “hidden agenda” in der Sicherheitspolitik

In der Ausgabe Nr. 13.14 der Weltwoche schreibt Urs Paul Engeler auf Seite 22f (“Tage der Wahrheit”) [Hervorhebungen durch Giardino]:

Katastrophal an der Ausrufung des definitiven Paradieses ["Das Ende der Geschichte", Anm. Giardino] auf Erden war nicht, dass auch diese Heilsverheissung ein epochaler Irrtum war, sondern dass zu viele naive Politiker sie glauben wollten (selbst jene der bislang nüchternen und realistischen Schweiz) und dass viele berechnende Machtpolitiker sie kühl nutzten. Der falsche Prophet Fukuyama stand am Anfang einer Epoche der falschen Internationa­lisierung der Politik. Penibel schwärmerische Wendungen wie «Relativierung des Nationalstaats», Teilnahme an einer neuen «multilateralen Gouvernanz», Eingliederung des Landes in eine «universelle, durch das internationale Recht bestimmte, friedliche und freiheitliche Weltordnung», «internationale Solidarität» oder «aktive Aussenpolitik» als «Kooperation mit der Weltgemeinschaft» fanden Eingang ins Vokabular der offiziellen Schweiz, untermalt vom dumpf dröhnenden Dauerrefrain «Öffnung! Öffnung! Öffnung!». 

Im Jahr 1996 unterzeichnete der damalige Bundespräsident Flavio Cotti (CVP) im Nato-Hauptquartier in Brüssel den Vertrag für eine «Partnership for Peace» (PfP). Intern wurden so­ wohl die Sicherheitspolitik («Sicherheit durch Kooperation») wie auch die Armee auf die Inter­essen der Nato umgepolt. «Die Armee ist […] als Gesamtsystem auf Interoperabilität [mit der Nato] auszurichten», war in internen Doku­menten zu lesen. Und: Bei der «Schaffung mentaler und prozessorientierter Interoperabilität» gehe es «um die Angleichung der Strukturen und Prozesse an die Nato».
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Giardino GV 2014

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