Oesterreich: Parlament kippt Sparkurs beim Heer

[Verteidigungsminister Gerald] Klug muss bis zum Jahr 2018 jährlich 200 Millionen aus dem ohnehin schon marginalen Verteidigungsbudget abliefern. Deshalb präsentierte er im Dezember 2014 ein radikales Sparkonzept. Panzer und Kasernen sollen verkauft werden, Truppen verlieren ihre Granatwerfer, die Fliegerabwehr schrumpft. Der Flugbetrieb der Eurofighter wurde auf ein Minimum reduziert. Grundlage des Streich-Konzerts war eine Beurteilung der „einsatzwahrscheinlichen Aufgaben“. Da spielte etwa die klassische Landesverteidigung gegen einen konventionellen Gegner keine Rolle mehr.

Eben dieser Katalog der „einsatzwahrscheinlichen Aufgaben“ wurde nun unter dem Eindruck der jüngeren Ereignisse von den Abgeordneten verworfen. Im Antrag heißt es: „Seitdem hat sich aber die sicherheitspolitische Lage deutlich geändert. Der Konflikt in der Ukraine zeigt, dass militärische Kampfhandlungen in der Nähe der EU-Außengrenzen nicht auszuschließen sind.“ Außerdem werden die terroristischen Anschläge in Frankreich und die zu koordinierenden Flüchtlingsströme als neue, sicherheitspolitische Herausforderung bezeichnet. […]

Jetzt müsse das ganze Sparpaket wieder aufgeschnürt werden. Das beträfe die Frage der Kampfpanzer und der schweren Waffen ebenso wie die Standorte. Insbesondere auch die Personalfrage wäre zu diskutieren. 3000 Bedienstete hat die Landesverteidigung bereits verloren. Klug will noch einmal 600 Planstellen streichen. Schönegger sieht dadurch die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres bei längeren Einsätzen in Gefahr.

Beitrag auf kurier.at (Hervorhebungen Giardino)

Kommentar:
Bitte keine Witze mehr über Oesterreich! Offenbar gibt es dort noch Politiker, welche logisch denken können. Die Überlegungen dürfen durchaus in der Schweiz übernommen werden. Allerdings betrifft es nicht nur die Finanzen, sondern in erster Linie die Mannschaftsstärke.

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Hohermuth

Schön. Man kann ja auch dazulernen.

Mal sehen ob die CH Politiker auch lernfähig sind.