Der Stuhl des Armeechefs wackelt

Der ehemalige Nationalrat Christoph Mörgeli twitterte: «Der neue VBS-Chef Guy Parmelin sollte im Januar einen Neustart im Departement machen können – mit einem neuen Armeechef.» Das ist eine unverhohlene Rücktrittsforderung. André Blattmann sagt zum Tweet des Ex-Nationalrats, dass er dessen Nachricht nicht gesehen habe. «Noch ist Bundesrat Ueli Maurer Departementschef», sagt der Armeechef. Zur Zeit danach hält sich Blattmann bedeckt: «Mit Guy Parmelin habe ich inhaltlich noch nicht gesprochen, das werden wir Anfang Jahr tun.» Er sei aber am Donnerstag an der Feier für den neuen Bundesrat im Waadtland gewesen: «Das war sehr schön.» […]

Blattmann ist seit 2009 im Amt und wird im nächsten März 60 Jahre alt. Er steht in SVP-Kreisen seit längerem in der Kritik. Ihm wird beispielsweise Verantwortung am Gripen-Debakel und an mangelhafter Armeeplanung vorgeworfen. Zwar ist da auch Chef Maurer selbst gemeint, aber die SVP greift, wie das bei Parteien üblich ist, nicht ohne Not den eigenen Bundesrat an. Ein Vertreter der SVP-Führungsriege, der nicht genannt werden will, macht im Gespräch klar, was die Partei jetzt von ihren Bundesräten erwartet: Sie müssen Schlüsselstellen mit Personal besetzen, das spurt und auf Parteilinie ist. Der Druck auf Parmelin ist gross.

Bericht auf 20min.ch – blick.ch – tagesanzeiger.ch

Kommentar:
Ein glaubwürdiger Neuanfang,  basierend auf den Artikeln unserer Verfassung und nicht auf den politischen Spielereien der Parteien, ist mit dem heutigen Personal nicht möglich. Sollte der neue Chef VBS zur Überzeugung gelangen, dass es in der Schweizer Sicherheitspolitik dringend einen Neuanfang braucht, dann wird er nicht um einen personellen Neuanfang herumkommen. Zu sehr hat sich die Armeeführung dem Projekt „WEA“ (Halbierung der Armee) verschrieben. Deshalb richten wir unseren Appell an den neuen Bundesrat, das Führungspersonal, inkl. den Abrüstungs- und NATO-Rasputins in der Verwaltung, grundlegend zu erneuern und so den Weg für eine neue Ausrichtung der Schweizer Sicherheitspolitik zu bereiten.

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Den neuen Verteidigungsminister, Bundesrat Guy Parmelin, erwartet eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Er wird gefordert sein, die zahlreichen Baustellen im VBS mit möglichst wenig Reibungsverlusten abzuschliessen. An ihm wird es sein, eine Lagebeurteilung vorzunehmen und überall dort schonungslos Korrekturen anzubringen, wo er dies für nötig hält. Es wird sich zeigen, ob er bereits erkannt hat, dass sein Vorgänger mit der sogenannten Weiterentwicklung der Armee (WEA) den falschen, einen destruktiven Weg eingeschlagen hat und ob er die grosse Herausforderung annimmt, Bundesrat und Parlament zu überzeugen, dass diese und das damit zusammenhängende Stationierungskonzept der Armee im Lichte der veränderten sicherheitspolitischen Lage sofort zu… Weiterlesen »

Beda Düggelin

Das treffende Wort von Bundesrätin Doris Leuthard am 16. Dezember 2015 im Nationalrat: Es ging um den Service Public SRG: „Sie diskutieren ja auch nicht bei der Armee um das Budget und danach um den Auftrag!“ – Genau dies tut ja das Parlament und auch der Bundesrat seit dem Fall der Berliner Mauer im Oktober 1989! – Der Armeeauftrag definiert sich seit dieser Zeit aufgrund des Budgets! – Dies muss sich radikal ändern! Die SVP hat mit einem neuen VBS-Chef den „Turnaround“ in der Schweizerischen Sicherheitspolitik in die Wege geleitet. Um dieser Sicherheitspolitik zum Erfolg zu verhelfen, braucht es nun… Weiterlesen »

Rudolf P. Schaub

Hoffentlich liest BR Parmalin die ihm zugestellte Giardino-Schrift „Die WEA-Luftschloss-Armee für den Verteidigungsfall“. Dann sollte ihm klar werden, dass die Ablösung von CdA Blattmann eine zweckmässige Massnahme wäre. An der Spitze der Armee braucht es keinen Flab-Offizier, der sich nach den Kommando-Jahren in einer 20 mm Flab-Abteilung in Stäben hochdiente, sondern einen Offizier, der mit dem Kampf der verbundenen Waffen vertraut ist, also ein Offizier der Panzertruppen oder der Infanterie.

Willy P. Stelzer

Der neue Chef VBS, Guy Parmelin, steht vor einer äusserst schwierigen Aufgabe. Er wird im ersten Quartal 2016 daran gemessen werden, wie er die VBS-Führungs-Spitzen neu besetzen wird. Der Abgang von mehreren VBS-Drahtziehern, welche den schleichenden Beitritt zur NATO voran treiben (verdeckte Agenda) ist überfällig. Der Posten des CdA (Flaschenhals) ist abzuschaffen. Zurück zum bewährten System eines Generalstabschef und eines Ausbildungschef. Endlich zurück zu einer Mobilmachungs-Organisation welche ihren Namen verdient und welche es erlaubt Alarm-Formationen innerhalb von zwei Tagen einsatzbereit zu machen; Alarmformationen auf den Flughäfen Zürich und Genf innert drei Stunden: Nachzulesen im Buch „Erinnerungen an die Armee 61.… Weiterlesen »

Hohermuth

Wenn man wirklich über Personalentscheide sprechen will, muss man DRINGEND über den Nato – Turbo Christian Catrina sprechen. Der soll ja zudem auch Initiant für die Vernichtung von all dem Armeematerial (Panzer etc.) sein. Fahrlässig auf der ganzen Linie. Sollte dies korrekt sein, sind alle anderen unter ferner liefen zu führen. Catrina wäre brand gefährlich.