Mangelnde Transparenz in Sachen Flugplatz Dübendorf

Immer wenn das Thema Militärflugplatz Dübendorf zur Sprache kommt, betonen sowohl der Departements Vorsteher des VBS, Bundesrat Ueli Maurer als auch der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann, dass dieser wegen der hohen Betriebskosten für die Armee nicht mehr tragbar sei. Nimmt man diese allerdings etwas genauer unter die Lupe, dann sind sie gar nicht so hoch wie behauptet. Wurden diese Kosten von der Armeeführung zu Beginn der Diskussion um die Schliessung des Militärflugplatzes noch mit exorbitanten 90 Mio. Franken pro Jahr beziffert, so schrumpften sie stetig um dann irgendwann bei CHF 30 Mio. zu verharren. Doch auch diese Zahl ist viel zu hoch gegriffen. Ein fachkundiges Gremium, dem u.a. hohe aktive und ehemalige Luftwaffenoffiziere mit einschlägiger Erfahrung angehörten, hat seinerzeit die Kosten für den Betrieb und Unterhalt der Piste und der zugehörigen aviatischen Infrastruktur, und nur diese sind relevant, mit ca. CHF 8 Mio. pro Jahr veranschlagt.

Beitrag von Markus Gisel als PDF (Version)

Print Friendly, PDF & Email
4 Kommentar Themen
2 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
6 Kommentatoren

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Küde

Das passt doch wieder in die WEA und Armee-Liquidierer-Mentalität. Hoffe der neue Depratements-Vorsteher befiehlt „Das Ganze HALT!“

A. Wäger

@Küde

Ich befürchte, auch der neue Departements Chef wird nicht „Halt“ befehlen.

Wenn schon irgendwie die ganze Armee mit drin steckt, die WEA durchzuführen und die Politiker auch gar nichts hinterfragen und die Gefahren und Risiken einfach ignorieren, solange wird niemand Halt sagen. Nur das Volk, wenn ein Referdum lanciert wird.
Und ehrlich gesagt, selbst dann bin ich mir nicht sicher, ob ein „Halt“ daraus resultieren würde…

Beda Düggelin

Selbst die 90 Mio. Franken wären „peanuts“ für eine Armee, welche offenbar nicht weiss, wie sie die ihr zur Verfügung stehenden Mittel verwenden will. Nun wird der Duro für mehr Geld als der ursprüngliche Kaufpreis auf Vordermann gebracht…. unglaublich! Die Poltik ist sich der strategischen Bedeutung von Dübendorf nicht bewusst. Oder haben Sie schon mal einen Politiker, NR oder SR gehört, der sich für die Erhaltung von Dübendorf öffentlich eingesetzt hat? Auch kein Regierungsrat (SVP Kägi, Stocker, FDP: Heiniger, Walker-Späh)! Es wird immer nur das Hohelied des Wirtschaftsstandortes Schweiz und Zürich gepredigt. Ohne glaubwürdige Sicherheitspolitik keine Zukunft für den Wirtschaftsstandort… Weiterlesen »

Hohermuth

Es wird an vielen Orten der Armee Geld zum Fenster raus geworfen (Duro, Verschrottung von bestem Material etc.). Den Flugplatz Dübendorf für den Militärbetrieb zu erhalten ist Peanuts. Schwache Aktionen von BR und Armeeführung reihen sich aneinander.

Peter Braun

Man müsste zumindest konsequent sein, wenn man von Verschrottung von „bestem“ Material schreibt, und dabei in Rechnung stellen, dass gerade eben der DURO dazu gehört und – weil es sich um ein bewährtes, auf die Bedürfnisse der Milizarmee zugeschnittenes Fahrzeug handelt – einem Nutzungsverlängerungsprogramm unterzogen wird, wodurch eine teure Ersatzbeschaffung entfällt. Abgesehen davon, dass das Transportfahrzeug damit weitere 25 Jahre (bis 2040) in Dienst behalten werden kann, wird im Rahmen des Werterhalts auch noch die Fahrzeugsicherheit erheblich verbessert (Gurtensystem, Überrollkäfig, Bremsen, Fahrzeugbeleuchtung usw). Wenn dadurch das Leben oder die Gesundheit auch nur eines einzigen (!) Milizsoldaten im Falle eines Unfalls… Weiterlesen »

Fritz Kälin

Ob bei den Duros eine optimale, durchzogene, oder irrsinnige Lösung gewählt wurde, kann ich nicht abschliessend beurteilen. Es fällt einfach auf, dass die obersten Planstellen mit ihren Argumenten beispielsweise einen Logistikoffizier nicht zu überzeugen vermögen. Etwas vorsichtig sollte man sein, wenn man anfängt, jede sachliche Kritik an Planungsvorhaben mit moralischen Totschlagargumenten betreffend der individuellen Sicherheit zu erwidern. Bei aller rührender Sorge um das Leben und die Gesundheit der Soldaten bleibt ein fahler Nachgeschmack insofern hängen, weil das Geld für diese Duros nur zufällig vorhanden war (dieses zweite Rüstungsprogramm speist sich ja aus dem ‚frei gewordenen‘ Gripen-Geld). Heisst das, die Schweizer… Weiterlesen »