Eidgenössisches Feldschiessen wird Armee-Halbierung nicht überleben

Die vom Parlament am 18. März 2016 beschlossene Halbierung des Bestandes der Schweizer Armee gefährdet das ausserdienstliche Schiesswesen in der Schweiz existentiell. Anzahl und Grösse der Schiessplätze stützt sich auf einen Armee-Bestand von 650‘000 Soldaten der früheren Schweizer Armee 61. Eine nun zum vierten Mal nochmals halbierte Armee wird schweizweit gerade noch 24‘000 Kampfsoldaten umfassen. Für das «Obligatorische Schiessen» dieser symbolischen Rest-Truppe genügen ein paar wenige Schiessplätze pro Kanton. Bevölkerung, Anwohner, Gemeinden und Landeigentümer werden nicht mehr länger bereit sein, Schiessstände zu dulden, die nach dem Wegfall des Grossteils der Militärschützen nur noch von ein paar wenigen Sportschützen beansprucht werden.

Die Armee-Halbierung «WEA» hat somit nicht nur die Eliminierung zahlreicher Schiessstände zur Folge, sondern bedeutet gleichzeitig auch den Tod zahlreicher Schützenvereine, da diese bei halbierter Armee nochmals massiv an Militärschützen-Mitgliedern verlieren werden.

Den Initianten des Referendums «NEIN zur Halbierung der Armee» liegt das Schiesswesen sehr am Herzen. Mit dem Verschwinden vieler Schiessstände und Schützenvereine geht ein wichtiges Element eidgenössischer Vereins-Kultur unwiderruflich verloren. Auch das traditionelle eidgenössische Feldschiessen dürfte diesen Schlag kaum überleben.

Die Gruppe Giardino rechnet, dass die Armee-Halbierung das «Aus» für 70% aller Schiessstände in der Schweiz bedeuten würde. Zahlreiche Schützenvereine haben diese existenzbedrohende Gefahr erkannt und sammeln Unterschriften gegen die Armee-Halbierung. «Wir danken den Schützen für ihre grossartige Unterstützung», so die Gruppe Giardino.

Gleichzeitig stellen wir mit grosser Verwunderung fest, dass der SSV Schweizer Schiesssport-Verband «Swissshooting» sich aktiv für die Halbierung der Armee einsetzt, seinen Mitgliedern per Rundschreiben die Unterzeichnung des Referendums verbietet und sogar eine Volksabstimmung zur Armee-Halbierung kategorisch ablehnt. Damit verhöhnt Swissshooting die demokratischen Grundrechte ihrer Mitglieder. Wir rufen alle Schützen dazu auf, diesen „Befehl“ aus Bern zu ignorieren und sich für die Zukunft des Schweizer Schiesswesens einzusetzen.

Die verantwortungslose Halbierung der Armee wird zurzeit durch ein Referendumskomitee bekämpft (http://www.armee-halbierung-nein.ch). Unterschriften werden noch bis Ende Juni gesammelt. Komitee-Mitglied und Morgarten-Schütze Willi Vollenweider: «Die nochmalige Halbierung der Armee muss zwingend vors Volk! Die Abwärts-Spirale unserer Landesverteidigung muss unbedingt gestoppt werden, sonst folgt als nächster Schritt die gänzliche Abschaffung! Eine nochmals halbierte Armee ist nicht glaubwürdig.»

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P. Aebersold

WEA-Referendum unterschreiben – damit die Schweiz Schweiz bleibt! Es ist unverständlich, dass die Verbandspitzen des SSV, den einfachen Zusammenhang zwischen dem Schiesssport und der Armee-Teilabschaffung nicht erkennen können/wollen. Genauso unverständlich, wie die Spitzen der SVP inkl. JSVP sich gegen ihr eigenes Parteiprogramm stellen und das WEA-Referendum nicht unterstützen. Das wird die Basis des SSV und der SVP kaum goutieren. Im Juli 2014 stellte Bundesrat Ueli Maurer im Artikel „Mit der Weiterentwicklung der Armee zu mehr Sicherheit“ folgendes fest: „Die Armee hat den Auftrag, für die Sicherheit des Landes zu sorgen. Dazu waren wir nicht in der Lage“. Trotzdem hat das… Weiterlesen »

Willy P. Stelzer

Völlig einverstanden! Vorwärts, meine Bürgerinnen und Bürger! Sofort Unterschriftenbogen beschaffen, mindestens sechs Unterschriften aus der gleichen politischen Gemeinde einholen und Bogen unverzüglich ans Bürgerkomitee absenden. Handeln ist gefragt!

S. Gerber

Wir müssen hier mit der GSoA zusammenspannen. Die werden uns in wenigen Tagen die fehlenden Unterschriften zusammenbringen.

Albert Steinegger

@Gerber: besser ohne GSOA. Ansonsten werden die Politiker im Falle einer Ablehnung der WEA einfach behaupten, dies sei nur geschehen, weil die Bevölkerung die Armee noch weiter reduzieren will als es die WEA bereits tut….

S. Gerber

Daa scheint mir immer noch besser als die Blamage, wenn wir die Unterschriften nicht zusammen bekommen.

Vir Janic

Da sieht man doch, wes Geistes Kind Ihr seid. Das Spiel der GSoA zu spielen ist ziemlich verwerflich… Übrigens habe ich, wie alle Jahre, das Feldschiessen absolviert. Der Rückgang der Teilnehmerzahl ist offensichtlich und dramatisch. Schützenvereine im Besonderen und militärische Vereine allgemein gehen reihenweise ein. Diese bedauerlich Entwicklung läuft seit Jahren. Andererseits wurden auch vereinzelt neue Vereine gegründet, wo gute Ideen umgesetzt werden und Energie vorhanden ist. Das alles hat mit der WEA allerdings nichts, mit Überalterung der Mitglieder hingegen viel zu tun. Zudem darf man nicht vergessen, dass die Obligatorisch-Schützen in der Armee 61 noch zur Mitgliedschaft im jeweiligen… Weiterlesen »

S. Gerber

Der Zweck heiligt die Mittel.

Lieber der Status Quo dank GSoA anstatt Armeehalbierung wegen SOG und SSV!

Sandmeier Werner

Diesen Aufruf verstehe ich nicht!!!

SSV-Vorstand und Präsidentenkonferenz sagen NEIN zum Referendum gegen die Weiterentwicklung der Armee (WEA)

Information an die Schützinnen und Schützen

Liebe Schützinnen und Schützen

Im Anhang erhalten Sie eine Mitteilung zum Referendum gegen die Weiterentwicklung der Armee (WEA). Vorstand und Präsidentenkonferenz des Schweizer Schiesssportverbandes sagen NEIN zum Referendum gegen die WEA und bitten alle Schützinnen und Schützen, das Referendum nicht zu unterstützen, sondern JA zu sagen zur Armee und JA zur WEA.
Wir bedanken uns für die Kenntnisnahme und wünschen allen Schützinnen und Schützen eine erfolgreiche Teilnahme am Feldschiessen!

Freundliche Grüsse
SCHWEIZER SCHIESSSPORTVERBAND
Geschäftsstelle

z K an
Vorstand SSV
Mitglieder der Geschäftsleitung SSV