Trotz Cyberwar – Die Schweiz setzt wieder auf schweres Geschütz

Kein Jahr ist es her, seit führende Schweizer Politiker die Zeit der Panzerschlachten im Mittelland für beendet erklärten. «Wir haben uns längst vom Kalten Krieg gelöst», sagte im November 2015 der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) bei der Präsentation des neusten sicherheitspolitischen Berichts.

Inzwischen aber hat ihn die Realität überholt. Die Schweizer Armee ist im Begriff, ihre Doktrin erneut anzupassen. Ein klassischer Angriff mit konventionellen, schweren Waffen wird nicht mehr für höchst unwahrscheinlich gehalten. Nach 20 Jahren sparen und abbauen wird umdisponiert und versucht, aus einer Armee, die kaum mehr einsatzfähig ist, wieder eine glaubwürdige Truppe zu basteln. Der potenzielle Angreifer ist dabei der Alte geblieben: Russland.

Beitrag auf Aargauerzeitung.ch

Kommentar:
Über welche Armee schreibt hier die AZ? Die Doktrin ist alles andere als auf einen Panzerkrieg ausgerichtet. Die Verteidigung ist höchstens noch Randthema und wird im Leistungsspektrum auch nicht mehr erwähnt. Und mit der WEA wird keine „glaubwürdige Truppe“ geschaffen sondern das pure Gegenteil. Nicht einmal die Analyse des Feindes passt mit der Realität zusammen. Also nochmals: Über welche Armee wird hier geschrieben – die Schweizerische Milizarmee sicher nicht.

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S. Gerber

Gemäss „Masterplan“ ist die Ablösung der M-109 durch den 12cm Panzermörser vorgesehen. Die Schweizer Armee verliert damit die Fähigkeit, weiter als 10 km schiessen zu können.

Peter Braun
S. Gerber

Es gibt kein Rüstungsprogramm zum Ersatz der M-109 ausser der Panzermörser. Da mag auch dieses Papier nicht darüber hinwegtäuschen.

Felix Lambrigger

Habe diesen „eigenartigen“ Artikel in der AZ am Sonntagmorgen gelesen. Einige Sätze sind mir darin besonders aufgefallen. Wie z.B. diesen: “ Nach 20 Jahren sparen und abbauen wird umdisponiert und versucht, aus einer Armee, die kaum mehr einsatzfähig ist, wieder eine glaubwürdige Truppe zu basteln. Der potenzielle Angreifer ist dabei der Alte geblieben: Russland“. Aha – nun wissen wir es also haargenau. Erstens: Die Armee wird „glaubwürdig“, indem man den Bestand halbiert 🙂 Zweitens: Der alte ist auch der neue „Feind“: Russland. Während aber die Sowjetunion eindeutig eine Gefahr auch für unser Land war. Ist es Russland wohl nicht im… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

2) In der AZ wurde auch behauptet: „Nebst Bodluv und einem neuen Kampfflugzeug sollen im nächsten Jahrzehnt auch die Panzerhaubitzen M-109 der Artillerie sowie die Kampfpanzer Leopard ersetzt werden.“ Der erste Teil stimmt. Was den zweite Teil des Satzes betrifft: Der Journi hört wohl das Gras wachsen. Das Cobra/Mowag-System ist ganz sicher nicht als Ersatz für die M-109 gedacht. Vor einigen Jahren war allerdings eine Gruppe Art.Off. unterwegs, um drei verschiedene Systeme als Ersatz für die M-109 zu begutachten. Diese Systeme können in Aktion auch auf div. YouTube Videos angeschaut werden. Da hat mich nur das schwedische Archer-System überzeugt. Max.… Weiterlesen »

Tank Nut

Quote: Leser der AZ behauptet, es seien 150 Leo’s eingemottet. Ist mir neu. Wäre aber möglich. Weis da jemand besser Bescheid?

Gem. dieser detaililerten Aufstellung der OG Panzer sind 96 Leo’s eingemottet.

http://www.ogpanzer.ch/#!Bestandesaufnahme-Panzer-87-Leopard/c1aod/55047bb60cf2458597c287d8

Felix Lambrigger

Tank Nut: Danke für den Link. Kannte ich noch nicht. Ist sehr aufschlussreich. Das Parlament war also (für einmal?) vernünftiger als das VBS, als es die Verschrottung ablehnte.

Kurt Nottweiler

Herr Lambrigger, Eben: Max. 2 Mann beim Geschütz, das gilt heute für so ca. alle Waffengattungen und Einsatzformen. Weniger Bestand, mehr Leistung. Oder English: More Bang for the buck… Warum wir dafür eine 650’000 Mann Armee brauchen weiss ich nicht. Dass aber das Budget in welchem Fall auch immer: Volksarmee à la Giardino, Armee XXI oder WEA immer unterfinanziert sein wird vermag folgendes Beispiel veranschaulichen: Die NATO verlangt von ihrem Mitgliedern 2% des GDP für Rüstung aufzuwenden. Insofern können Sie beruhigt sein: selbst wenn wir einen Antrag auf Aufnahme stellen würden, die nähmen uns mit den mickrigen knappen 4 Mia… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Kurt Nottweiler: Also ich gehöre nicht zu jenen, die eine 650’000 Mann Armee wollen. Ich wäre schon mit einem Mindestbestand von 300’000 zufrieden. Nach Interpretationsart des VBS würde dies einen Effektivbestand von 420’000 nötig machen (MB + 40%). Dies mal nur so als Zahl in den Raum gestellt. Am bedenklichsten finde ich die Marginalisierung der Infanterie. Eingedrungene Terror- oder Sabotage-Gruppen kann man nun mal am besten mit dieser Truppengattung bekämpfen. Vorausgesetzt, sie ist gut geschult und ausgerüstet. 24 tausend Infanteristen reichen nirgends hin. Beim Verteidigungbudget für unser Land orientiere ich mich momentan an einer Summe (8 Milliarden p.a.) anstatt an… Weiterlesen »

François Villard

J’ai toujours cette image et souvenir des généraux français en Indochine: le camp retranché de Dien Bien Phu, ça c’est la solution géniale que nous avons trouvé pour couper les lignes entre le VietNam et le Laos. On sait ce qu’il en est advenu! Les français ont perdu la guerre! Les affirmations péremptoires des “ spécialistes“ militaires me font craindre bien des désastres!
J’ai quand même hâte qu’une bonne fois les compteurs soient remis a zéro et que ces spécialistes de pacotille soient une bonne fois évacués. Dussions-nous passer par des moments très difficiles.
A bon entendeur, salut!

Gotthard Frick

Ich wiederhole mich: Russland hat vor einigen Monaten beschlossen, die legendäre 1.Garde-Panzer-ARMEE wieder aufzubauen. Es will bis 2020 2800 Armata-Panzer bauen. Die USA haben kürzlich eine Panzerbrigade nach Europa verlegt, die doppelt so viele Panzer hat, wie die Schweizer Armee. Die USA verfügen über 7800 Schwere Kampfpanzer und 22’000 weitere Panzerfahrzeugen. Alles nur für kleine „hybride“ Krieglein.

Gotthard Frick,Bottmingen