Das Zelttuch 64 wird ausgemustert und durch ein mangelhaftes China-Modell ersetzt

Die Militärblache. Exakt 1,65 Meter mal 1,65 Meter gross, 32 Knopflöcher und 65 Aluminiumknöpfe. Trocken 1,25 Kilogramm schwer, nass das Doppelte. Das letzte Modell, das Zelttuch 64 im Tarnmuster, wurde 1964 eingeführt und wird seit den 90er-Jahren nicht mehr hergestellt. Doch in den Lagern der Pfadi, Cevi und Jubla werden sie noch immer zu grossen Aufenthaltszelten zusammengeknüpft. Sie sind Dächer über Lagerküchen, reissfestes Spielmaterial, und sogar zu Saunen kann man sie verwenden, wenn man aufpasst.

Doch in den letzten Jahren mussten immer mehr ausgemustert werden. Der Bestand schrumpfte von 330 000 Blachen im Jahr 2007 auf nur noch 200 000 im letzten Jahr. Lange waren sie unverwüstlich, jetzt sind sie doch langsam fadenscheinig. Die Jugendverbände fürchteten, bald ganz darauf verzichten zu müssen. «Ohne Blachen wären wir aufgeschmissen gewesen», sagt Pascal Prétôt, Ausbildungsverantwortlicher bei der Cevi. Zum Glück beschloss der Bund neue Blachen zu beschaffen und bewilligte eine Million Franken für eine erste Lieferung von 185 000 neuen Zelttüchern.

Beitrag auf aargauerzeitung.ch

Kommentar:
Irgendwie symptomatisch für die Armee…

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Gibt es eigentlich ausser China noch andere Hersteller solcher Blachen? Bei solchen Dingen entscheiden halt offensichtlich Theoretiker (Sesselfurzer) über eine Anschaffung.

Aber etwas (in meinen Augen) positives gibt es anderswo zu vermerken. Auf der Homepage des VBS sind seit kurzem zu den Geschäften neue Drohne und neues Patrouillenboot
Richtigstellungen / Erklärungen zu lesen. Sind einleuchtend und interessant. Warum nicht schon früher veröffentlicht?

P.S.
Das Grenzwachkorps erhält übrigens eigene, andere Boote mit dem Namen „Einsatzboot Targa 37+“.
Ebenfalls von einem finnischen Lieferant. Ist bereit in Auslieferung an die betreffenden GWK-Korps.
Wie viele davon gepostet wurden, weiss ich noch nicht.

Die Armeeblachen. – So viel ich gerade im Kopf habe waren das ….Leinen/Baumwoll Blachen. – Und ich denke es gibt kaum noch Hersteller die ein solch schweres „Segeltuch“ im Programm haben. Die grosse Menge sollte aber eine Herstellung ohne weiteres ermöglichen. – Diesen Segeltuch-Blachen mussten immer wieder nachimprägniert werden. – Die neuen Blachen sind vermutlich Synthetisch, eventuell aus Polyester. Die kosten weniger, sind heute übliches Material und vermutlich kommen sie ohne Nachimprägnierungen aus. Das der Lieferant aus China ist …..das ist heute wohl einfach so. – Zudem, es gab auch bei den alten Blachen teils markante Qualitätsunterschiede. Kann sein dass… Read more »

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