Baustellen der Weiterentwicklung der Armee, der Sicherheits- und Militärpolitik

Der VSWW erachtet es an der Zeit, auch den Aspekt Kultur zu thematisieren. Die zunehmende Topdown-Mentalität, wie sie in Militärverwaltung und Armeeführung herrscht, entspricht nicht dem Schweizer Milizsystem und führt dazu, dass die Institution an Intelligenz verliert. Sowohl ein qualitativ hochstehendes Berufspersonal als auch die Nutzung des Wissens und der Kompetenzen der Miliz gehen in einem System, in dem Querdenken und Infragestellen nicht mehr erlaubt sind und Anpassungsdruck sowie eine Gebots- und Verbotsmentalität herrschen, verloren. So ist es ist beispielsweise an der Zeit, den grossen Verbänden wieder mehr Kreativität zuzugestehen, indem man den öffentlichen Diskurs über Konzeption und deren Umsetzung erlaubt. Die Armee und die Militärpolitik brauchen wieder mehr Eigenverantwortung und Leadership. Insgesamt wünschbar ist eine bessere Debatten- und Dialogkultur.

Es braucht vermehrt Herausforderer, die die Rolle des «Advocatus Diaboli» übernehmen. Dazu gehörten aber Fehlerakzeptanz und Vertrauen. Gerade Letzteres kann in einer Grossorganisation wie der Armee nicht durch Normen ersetzt werden: Denn Menschen eignen sich besser, um Menschen zu führen, als Regeln.

Publikation des VSWW vom Oktober 2016 (PDF) – Beitrag auf 20min.ch

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Felix Lambrigger

Das Beste, was ich seit langem in Bezug auf Stimmigkeit und Vollständigkeit gelesen haben. Nichts an diesem Bericht ist mMn zu kritisieren. Ausser – dass das einte oder andere nicht „brutal“ ausgedeutscht wird. Aber ich bin ja fast so etwas wie ein DDRler, der gelernt hat zwischen den Zeilen zu lesen 🙂 Da ist z.B. der Satz: „die Fähigkeit zur Intervention muss jedoch mit ausreichend Ressourcen gegeben sein“ Das verstehe ich so, dass da auch ein genügend grosser Mannschaftsbestand gemeint ist. Und damit ist sicher ein Bestand von mind. 300’000 gemeint. Sollte ich mich das geirrt haben, können mich ja… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Kleine Korrektur.
„D.h.: Bund, Kantone, Gemeinden. Und da liegen die Ausgaben für Bildung und Forschung bei über 30 Milliarden Franken!“
Genauer gesagt waren es 36 Mrd. im 2013, und ist in diesem Jahr schon sehr nahe bei 40 Mrd.