Rüstungsbeschaffung: Giesskannenprinzip für die Armee

Insbesondere die Beschaffung des neuen Mörsersystems «Cobra» wirft Fragen auf. Gekauft werden 32 Systeme für ca. 400 Millionen Franken. Die Mörser werden auf Mowag Piranha IV montiert und in vier Gefechtsbatterien unterteilt. Gemäss Angaben der Ruag, der Herstellerin der Mörser, beträgt die Reichweite der 12-cm Geschosse sieben bis neun Kilometer. Im Rüstungsprogramm wird die Beschaffung als «Wiedererlangung der indirekten Feuerunterstützung auf kurze Distanz» gerechtfertigt. Die Frage, ob und wieso diese Fähigkeit in der heutigen Zeit überhaupt noch relevant ist, bleibt hingegen unbeantwortet. Es wird lediglich erwähnt, dass heutzutage militärische Konflikte auf überbautem Gelände stattfinden würden. Es ist dabei aber schwer vorstellbar, dass die Armee im dicht besiedelten Mittelland auf eine Distanz von knapp zehn Kilometern auf ein Ziel schiessen soll.

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Hans Schmid

Die A 61 verfügte über 132 Pz Mw 12 cm auf M 113 Basis. Sie wurden alle vernichtet.
Ich bitte Fachleute der WEA mir die Vorteile der neuen – nun Mörser genannten 12 cm Werfer gegenüber einem „alten Mw“ zu erklären
Pro memoriam: Im Aufkl Bat 8 galt der Benchmark: Der erste Schuss erfolgt 30 Sekunden nach Halt in der erkundeten und verpflockten Feuerstellung. Wie wird das in der WEArmee?

Pasci

Vorteile gegenüber dem „alten“ Pz Mw 12 cm: -deutliche höhere Feuerrate durch Ladeautomatik -Möglichkeit, dass jedes Geschütz individuell feuern kann, da jedes Geschütz einen individuellen Feuerrechner eingebaut hat, dadurch höhere Flexibilität -Möglichkeit, mit einem Geschütz einen Feuerschlag durchzuführen, da die Granaten so nacheinander verschossen werden können, dass sie gleichzeitig im Ziel einschlagen -Feuerstellungen müssen dank GPS (und USA-unabhängiger zusätzlicher inert-Navigation) nicht mehr ausgemessen und verpflockt werden, dadurch deutlich raschere Schussabgabe als beim „alten“ Pz Mw 12 cm -Möglichkeit, auch „smarte“ Munition zu verschiessen (zB STRIX) -bessere Mobilität im angenommenen Bewegungsraum (auf der Strasse) da es ein Radfahrzeug ist -einfachere Logistik,… Weiterlesen »

Walter Roth

Hans Schmid……….. – …..ich kann es dir nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich habe mich vor Jahren einmal mit dem Französischen Cäsar 155mm Artillerie-System beschäftigt. – Das Cäsar System ist eine fahrende Artillerie welche mit Computergestütztem Feuerleitsystem arbeitet. – Sie fahren auf, protzen ab und sind innert Minuten feuerbereit, feuern einige male …..und sind innert Minuten wieder verschwunden. Dabei verwenden sie Kanistermunition die grosse Flächen in eine Hölle verwandeln können, deren kleine Einzelgeschosse auch Panzerbrechend wirken. Nachgeladen wird Automatisch, die Kadenz ist sehr hoch und das Nachrichten wird ständig per PC Steuerung und Sensorik erledigt – Wenn also so ein… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Gemäss einem Artikel im „Schweizer Soldat“ Nr. 10, vom Oktober 2012 war eine Abordnung der SOGART im gleichen Jahr in drei Ländern, um deren neuesten mobile Artillerie zu begutachten. Im Artikel werden die drei Modelle mit den entsprechenden Munitions-Arten beschrieben. Nachdem ich diesen Bericht gelesen hatte (vor ca. 6 Monaten) habe ich auf YouTube nach Videos darüber gesucht und gefunden. Und was soll ich sagen? Auch da hat mich das Schwedische Produkt am meisten überzeigt. Nun bin ich zwar kein Artillerist. Aber ich habe Augen im, und Ohren am Kopf. Es handelte sich neben dem Archer aus Schweden um den… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Walter Roth: zum Thema „Entsorgung Kanistermunition“.
Selbst die Gesamtheit der Offiziere und Unteroffiziere stemmte sich erfolglos gegen Abschaffung und Entsorgung dieser Munition. Und wie um noch eins draufzusetzen, wurde der Entsorgungsauftrag ins Ausland (Israel) vergeben. Nur weil die ein bisschen „billiger“ waren. Die Löhne und gesicherten Arbeitsplätze hier waren den „Helden der Vernichtung“ nicht wichtig genug. Würde mich dann noch sehr interessieren, ob die Vernichtung in Israel überwacht wurde, oder ob die Israelis so einfach gratis und franko zu einer ganz schönen Menge an Munition gekommen sind. Ja, sogar noch Geld dafür erhielten.

Martin Burch

@Hans Schmid: Die Cobra kann im MRSI-Verfahren schiessen, dass heisst das mehrere Schüsse im Ziel gleichzeitig eintreffen und soviel ich weiss wird jedes einzelne Geschütz einen Feuerleitrechner haben und ziemlich sicher muss die Feuerstellung nicht mehr „verpflockt“ werden und zu guter Letzt hoffe ich, dass bei höheren Ladungen im neuen Mw nicht gleich das Gefährt auseinander bricht.
Gruss
Ehemals Zhfr Fest Art

Walter Roth

Burch….. – Das sie nicht mehr Abprotzen müssen sollte eigentlich bei einem gepanzerten und motorisierten Minenwerfer klar sein. 8 Räder sollten das aushalten. Sogar die 8.8 der Deutschen konnte ab 4-Radlafette geschossen werden, wenn auch nur für wenige Schüsse wegen des Verschleisses. 70 Jahre später jedoch…. – ———————————————————————————— – Aber zum eigentlichen Anliegen von mir. – Habt ihr mitbekommen was in den USA „NACH“ der Wahl Trumps noch schnell verabschiedet wurde. Die Unterstützer Hillarys wollen noch schnell dafür sorgen das Trump keinen Ausgleich mit Russland erzielen kann. Das hier halte ich für etwas ungeheuerliches. – Was werden sie in naher… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Blöderweise sind hierzulande nicht nur grosse Teile der Bevölkerung, sondern auch „bei denen in Bern“ sich nicht bewusst, wie kurz wir vor einem möglichen Krieg stehen. Unsere Armee könnte selbst beim besten willen nicht schnell genug nach oben gefahren werden. Viele RüGü sind noch gar nicht, oder erst im Zulauf. Die allerwichtigsten kommen frühestens im „Rüeblicherbst“. Es wird immer schärfer gegen Russland gestichelt. Nun auch der BND-Chef der Teutonen. Am wahrscheinlichsten: Das „Epizentrum“ wird ziemlich sicher Syrien sein. Auf der einen Seite die Syr.Schiiten unter Assad, Dann der Iran und die Russen. Auf der anderen Seite Die Sunniten unter Führung… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Was ich mich schon seit längerem frage: wie sieht es eigentlich bezüglich StGw90 aus? Bestandesmässig, meine ich. Wenn es neue bräuchte – wer produziert die? Die Swissarms hat ja nur noch ein Rumpftrüppchen. Auch wenn alle Teile von Zulieferern herstellst werden. Irgendwer muss sie ja zusammenbauen und testen. Oder will man dann irgendwo Altbestände aufkaufen, die „um die Ecke“ schiessen (Bundeswehr)?

Hans Schmid

Ich bedanke mich bei den Antwortenden. Die Aussagen sind einleuchtend.
Was ist unter „deutlich raschere Schussabgabe“, z B in Zeiteinheiten ausgedrückt, zu verstehen?

Felix Lambrigger

Hans Schmid: am genauesten wird das auf der Ruag-Seite erklärt. Siehe Link unten

http://www.ruag.com/de/defence/land-systems/schwere-waffensysteme/moersersystem-ruag-cobra/

Walter Roth

Nun ja, die Swiss-Arms hat sich jedenfalls auch noch um den Auftrag der Franzosen bemüht, die den Zuschlag aber dem HK-416 von Hckler und Koch gegeben haben. – Frankreich kann keine Schweizer Waffen kaufen, da steht immer die Politik dazwischen. – Ansonsten ist das HK-416 sicher gut, aber auch nur ein Klon, keine echte neue Entwicklung. Vor allem kann es die AR-16 Magazine aufnehmen die offenbar überall massenhaft und billig vorhanden sind. – Mir als Praktiker wäre ein G-36 oder Stgw-90 lieber. Aber Hauptsache das schlechte FAMAE ist bald weg. – Beim Stgw-90 ist der bestand klein, wird aber von… Weiterlesen »

Walter Roth

Schussabgabe……

Schmid, das weiss ich nicht genau.
Aber wenn man sich die Schusskadenz moderner Geschütze ansieht, so sind da sicher 30-40 Schuss in der Minute anzunehmen.
Bei einem Minenwerfer oder eben Mörser auch um die 20 Schuss.
Wobei ich mich frage warum die immer noch von vorne laden…???
Es gibt Minenwerfer in den Festungen die mit Verschluss arbeiten.

Isidor Burkhardt

@Walter Roth; Es gab (!) Minenwerfer in den Festungen. Auch diese äusserst leistungsfähigen Systeme hat man, weil offenbar veraltet und zu teuer im Unterhalt, „ausser Dienst gestellt“.