Wenn Experten Experten überwachen

Vor der politischen Bruchlandung des Gripen durften die Bodluv-Beschaffer noch davon ausgehen, sie hätten alle Zeit der Welt. Mindestens fünf Jahre wurden ihnen gewährt, um das beste Lenkwaffensystem für die Schweiz auszuwählen. Es eilte nicht, schliesslich war das erste Teilsystem – Bodluv grösserer Reichweite, wie es damals noch hiess – für das Rüstungsprogramm 2019 vorgesehen, und die Finanzierung war noch nicht einmal gesichert. Doch als das Volk im Mai 2014 die 3,126 Milliarden Franken für neue Kampfjets versenkte, war es schlagartig vorbei mit der Gemütlichkeit. Um die Gelder für die Armee zu sichern, zog das Verteidigungsdepartement VBS die Beschaffung um zwei Jahre vor. Damit wurde aber auch die Evaluations- und Testphase beinahe halbiert.

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Thomas Müller

Kommentar von F. Lambrigger vor 10 Tagen:
„Amstutz spricht Klartext.
«Militär, Verwaltung, Industrie sowie politische Gegner: Sie werden alle im Bericht behaupten, dass sie bei Bodluv alles richtig gemacht haben und Parmelin alles falsch. So soll Parmelin mundtot gemacht werden, damit es ungestört so weitergehen kann wie bisher.»

Und hat mit seiner Äusserung absolut recht. Es sind nicht die Abläufe des Bodluv-Geschäftes zu kritisieren, sondern das „Konzept“.“

Ist es nicht frappant wie „dynamisch“ die ganze Expertenschar ist?
Ist es nicht frappant wie „dynamisch“ gewisse Kommentatoren hier sind?
Wahrscheinlich werden Kritiker und solche Journalisten/-innen wieder des Landesverrats bezichtigt und wüst beschimpft.

Rudolf P. Schaub

Die Armee und ArmaSuisse, die seit zwanzig Jahren kein komplexes Waffensystem mehr beschafft haben, verfügen zwangsläufig nicht mehr über das Know-how, um ein solches friktionslos zu beschaffen. Die technisch kompetenten Spezialisten sind pensioniert oder entlassen worden oder haben selbst gekündigt. BODLUV bestätigt die These, dass der zur Beruhigung propagierte Aufwuchs ein Hirngespinst ist. Die Schweiz hat sich abgerüstet und wird nicht mehr in der Lage sein, sich rechtzeitig aufzurüsten. Das verdanken wir opportunistischen Politikern ohne die erforderliche sicherheitspolitische Sachkenntnis und ohne Führungsqualitäten. Die kommenden Generationen sind nicht zu beneiden.

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