Zürcher Relikte aus dem Kalten Krieg

Auf den ersten Blick ist es ein Routine­geschäft. Weil sich die Kantonsstrasse zwischen Wildberg und Turbenthal in einem schlechten Zustand befindet, wird sie ab Mai für 3,1 Millionen Franken saniert. Das teilte der Regierungsrat kürzlich mit. Was die sonst kaum erwähnenswerte Strassensanierung im Tösstal besonders macht, steht ganz am Schluss der Mitteilung: «Gleichzeitig wird das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) die sich in der Strasse befindenden Sprengschächte zurückbauen.»

Explosive Strassen – was aus heutiger Sicht für manche bizarr bis fast unglaublich wirken mag, war jahrzehntelang ein fester Bestandteil der Schweizer Verteidigungsdoktrin: militärische Sprengschächte in Strassen und Brücken. Damit hätten sich im Kriegsfall Verbindungswege in die Luft sprengen lassen – um einen gegnerischen Vormarsch am Boden zu verzögern oder den Feind auf eine Route zu lenken, auf der man ihn leichter hätte angreifen können oder die besser zu verteidigen gewesen wäre.

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Kuede

Leider wurde das umfangreiche Spreng-Dispositiv der Schweiz in den letzten Jahren praktisch ganz liquidiert. Im Kalten Krieg war dies ein einfaches Mittel allfällige Gegner, mindestens für eine gewisse Zeit, von der CH fernzuhalten. Die vorbereiteten Objekte waren meist innert kurzer Frist einsatzbereit. So hätten auch Ueberraschungs-Angriffe wenige Chancen gehabt.
Solches Dispo wäre heute sicher noch ein probates Abwehrmittel. Nur schon, da nur noch eine geschwächte LW vorhanden ist.
Aber eben, in Bern wird gespart und „geschlafen“.

Thomas Müller

Darf ich etwas fragen Küde? Wie alt sind Sie?
Zum Glück sind bei uns die Kriegszeiten Vergangenheit, auch ebenso die Zeiten des „kalten Krieg“. Die Zeit ist nicht stehen geblieben und damit auch technische (und geistige) Entwicklungen. Diese ganzen Relikte wie z.B. Panzersperren, Bunker, Festungsbauten und eben auch Sprengschächte in Strassen und Brücken gehören entsorgt und beerdigt. Allenfalls lässt sich noch ein Naturschutzgebiet oder historisches Museumsgut daraus machen, aber sicher nicht mehr.
Und übrigens: die „in Bern oben“ wurden von Ihnen, Ihren Nachbarn und auch von mir demokratisch gewählt.
Einen schönen Tag noch!

Schaub Rudolf P.

Sehr geehrter Herr Müller,
Sie sind ein grosser Schwätzer. Die Sprengobjekte des Kalten Krieges hätten heute noch einen erheblichen Dissuasionseffekt und wären ein Mittel, auf das ein allfälliger Gegner keine Antwort hätte.

Kuede

Danke Kollege Schaub!
Ich weiss zu genau wovon ich da schreibe. Wie heisst es doch „Die Geschichte lehrt uns“.

Thomas Müller

Grüezi Herr Schaub,
Sie können mir sicher sagen, gegen wen oder wer dieser „Dissuasionseffekt“ wirken könnte. Und, wer wäre denn ein allfälliger Gegner, der auf gesprengte Brücken und Strassen keine Antwort hätte?
Wenn schon wird heutzutage Dissuasion mittels Interkontinentalraketen bewerkstelligt, vorzugsweise solche mit Atomsprengköpfen. Aber dies wäre für die friedliche Schweiz wohl keine Option, nicht wahr Herr Schaub.

Gotthard Frick

GIARDINO Webseite Sehr geehrter Herr Müller, 15.03.2017 Schön, wenn man unser weltweit einmaliges Luxusleben geniessen kann, und nicht weiss, was sich in der Welt zusammenbraut. Vieleicht können Sie mir trotzdem erklären, warum z.B. Russland im Februar letzten Jahres meldete, seine 1. Garde-Panzer-ARMEE (mit doppelt sovielen Panzern wie die deutsche Bundeswehr hat), wieder aufgebaut zu haben und gegenwärtig, zusätzlich zu all den Panzern in seiner grossen Armee, 2400 Armata Panzer einer völlig neuen Technologie baut. Die sind dankbar dafür, dass wir keine Brücken und Strassen mehr sprengen können. Ich nehme nicht an, Sie hätten die sehr harte, realistische Rede des Generalstabschefs… Weiterlesen »

Feuz Marcel

Guten Morgen Herr Müller, Ich hoffe Sie sind gut in den neuen Tag gestartet, was hier in der friedlichen Schweiz ja kein Problem sein sollte. Dass Sie hier auf GIARDINO Ihre Meinung und Ihre Gesinnung äussern, da habe ich absolut nichts dagegen, wage es aber trotzdem zu schreiben, dass Sie ein Träumer sind. Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn wir das alles nicht bräuchten, das viele Geld könnte sinnvoller verwendet werden. Aber ich habe es Ihnen schon mal geschrieben, wir, die Kreatur Mensch ist nicht fähig friedlich miteinander umzugehen. Nicht weit weg von uns herrscht Krieg mit bereits mehr… Weiterlesen »

Thomas Müller

Besten Dank an die Herren Frick und Feuz für die guten Wünsche! Wenn ich wieder zurück zum Thema „Sprengschächte und Sprengobjekte“ kommen darf, so scheint mir trotz Ihrer geäusserten Bedenken bei deren Eliminierung die Konsequenz derselben bedeutungsvoller. Mit der Schleifung solcher Relikte begraben wir mit ein Zeitalter, in dem Misstrauen und Vorurteile oberhand hatten. Einerseits schreiben Sie, dass die Kreatur Mensch nicht fähig sei, friedlich miteinander umzugehen und andererseits schreibt (allerdings nicht Sie Herr Feuz) ein Kommentator hier, dass man aus der Geschichte lernen soll. Also was jetzt? Ich jedenfalls bin für den Frieden. Und den gibt es wohl eher… Weiterlesen »

Marcel Feuz

Ein Dank zurück an Sie Herr Müller, Nein Sie sind kein Landesverräter oder A….loch, Sie leben den Pazifismus, und das darf man. Ich persönlich, habe auch nichts gegen die GSoA. Sie Herr Müller und die GSoA erklären sich ganz klar gegen die Armee, und da weiss man woran man ist. Wo ich aber ein Problem habe, das sind all die Scheinheiligen….. ablehnend gegen die Armee, aber dann wieder davon profitieren wo immer das möglich ist, und da gibt es eben mehr als genug davon. Ich hoffe sehr Herr Müller, dass auch Sie im Ernstfall konsequent sein werden, will heissen, Sie… Weiterlesen »

Thomas Müller

Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Hänggi, versuche ich die Forenregeln hier zu beachten. Das hat nichts mit „Mundverbieten“ etc. zu tun. Der Titel hier lautet, falls Sie das vergessen haben: Zürcher Relikte aus dem Kalten Krieg Ich hatte Ihnen bereits bei früherer Gelegenheit geschrieben, dass ich nicht der pensionierte FDP-Richter bin, den Sie offenbar noch immer hinter meinem Namen vermuten. Ich bin auch nicht SVP-Stadtpräsident von Rohrschach und auch tschutte ich nicht in der Deutschen Nationalmannschaft. Also Herr Hänggi, nochmals: hauen Sie in die Tasten, wenn Sie Ihre Meinung zu den Themen hier kundtun möchten, ansonsten dürfen Sie sich nicht… Weiterlesen »