Schweizer Offiziere wehren sich gegen «Jekami»-Armee und fordern «Parmelin muss die Anliegen der Miliz ernster nehmen»

„Die Schweizerische Offiziersgesellschaft, die SOG, trägt die Reform mit. Sie sieht auf dem Papier gut aus, aber wir machen uns grosse Sorgen. Die total verunglückten Reformen 95 und 21 tönten in der Theorie auch plausibel, doch die Umsetzung war ein Debakel, weil die Politik die nötigen Ressourcen gekürzt hatte. Wir von der Miliz waren in den letzten 25 Jahren viel zu anständig und hielten uns zurück. Bei der Umsetzung der WEA wollen wir deshalb von Anfang an dabei sein. Konkret: Die SOG beziehungsweise die Milizoffiziere müssen zwingend in den entscheidenden Gremien vertreten sein und Einfluss nehmen. […] Es darf auf keinen Fall passieren, dass die Armee plötzlich weniger Geld als die zugesicherten fünf Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung hat. Mittelfristig, nach Umsetzung der WEA, reichen die fünf Milliarden nicht mehr für den Ersatz der neuen Systeme. […] Durch die Verkleinerung der Armee ist sie nicht mehr so stark in der Gesellschaft verankert wie früher. Wir müssen der Milizarmee Sorge tragen. Deshalb müssen alle Schweizerinnen und Schweizer sensibilisiert werden, wofür es eine Armee und warum es teure Beschaffungen braucht. “ – SOG Präsident Holenstein

Interview auf blick.ch

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Paul Schani

Drei Wochen pro Jahr einem Hobby nachgehen und dann bei Milliardenprojekten mitreden wollen – nur in der Schweiz möglich. Hat mal jemand daran gedacht, dass es genau wegen diesen knapp 7 Millionen hiesigen Militärexperten eben genau „so verreckt“ ist wie es nun einmal eben ist?

Hohermuth

Da hat Holenstein ja so recht! Weiter so!!!

Willy P. Stelzer

Phantastisch, dass die SOG sich jetzt für die MILZ-Armee und den MILIZ-Gedanken stark machen will. Dies tönt wie ein „1. April-Scherz“! Für was stand die SOG im Vorfeld des Referendums „Nein zur Halbierung der Armee“? Sie war Gegner des Referendums und beginnt jetzt zu jammern, dass der MILIZ-Gedanke nicht mehr so stark im Volk verankert sei. Stimmt! Lesen Sie meinen Gastbeitrag in der NZZ vom 5. Januar 2017 „Das Ende der Milizarmee“. Wie fast immer in unserem Land: „Nach der Tat hält der Schweizer Rat.“ – Die Armee ist zerstört und sie kann nach 6 Jahren Maurer/Blattmann immer noch nicht… Weiterlesen »

Beda Düggelin

Was SOG-Präsident Stefan Holenstein aussagt, ist die reine Wahrheit, nur muss sich die SOG für die Unterlassungen an den eigenen Haaren ziehen! Wie Baron von Münchhausen wird sich die Armee nicht mehr selbst retten können. Bruno Lezzi: «Wenn Rebord über zu wenig Geld jammert, schadet das der Armee». Eine solche Aussage bedeutet ja, dass mit 5 Milliarden für das VBS alle Probleme gelöst wären. Wie kann man zu einem solchen Fazit kommen? Genau diese Politik hat ja die VBS-Führung verfolgt, die CdA’s Keckeis und Blattmann sowie die Bundesräte Schmid und Maurer sind dafür verantwortlich. Sie haben sich nicht getraut, Klartext… Weiterlesen »

Stefan Zurbuchen

@Düggerlin: wenn dem so ist (Armee RIP), wofür braucht es dann noch die Gruppe Giardino? Da die Milizarmee ja offensichtlich bereits aufgelöst ist, braucht es keine Gruppe mehr, welche die Milizarmee retten will. Wenn Ihre und Herrn Stelzers Analyse zutreffend sind, (und leider ist sie nicht ganz falsch), müsste man konsequenterweise sagen: Gruppe Giardino hat versagt, ihr Ziel verfehlt und sich selbst überflüssig gemacht. Eine Auflösung wäre die logische Konsequenz.

Wenn sich Giardino auflösen müsste, dann nur, wenn gleichzeitig die Bundesverfassung geändert würde, welche eben diese von uns gewünschte Armee vorschreibt.

Beda Düggelin

„Herr Zurburcherln“:
Mit den falschen Wölfen zu heulen ist nicht die Sache der Gruppe Giardino und auch nicht anderer Vereinigungen gleichgereichteter Interessen, auch wenn sie diese vielleicht etwas anders formulieren, z.B. Pro Militia, welche sich seit Jahren für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik einsetzen. Das RIP soll nur aufzeigen, dass die „Lemminge“ längst über die Klippe gestürzt sind, mit Ausnahme von Giardino und Pro Militia und einigen anderen aufrechten Schweizern, welche eine selbstständige, unabhängige und neutrale Schweiz jenseits eines EU- und Nato-Beitritts auf ihre Fahne geschrieben haben und dies bis zur letzten Patrone, so lange noch Blut in ihren Adern wallt!

Willy P. Stelzer

Antwort an Herr Zurbuchen: Danke für Ihren Kommentar. Aber ich muss korrigieren: Die Gruppe Giardino hat nicht versagt; sie führte einen Kampf David gegen Goliath. Keine der bürgerlichen Parteien hat den Kampf von Giardino gegen die Halbierung der Armee unterstützt. Und drei Miliz-Organisationen haben – entgegen ihrer Zusage – die Unterschriftenbogen viel zu spät versandt. Darum sind die 50’000 Unterschriften nicht zustande gekommen. Und zur heutigen Situation: Giardino ist der letzte Fels in der Brandung gegen den Abbau der Milizarmee. Vergessen Sie nicht: Andere Staaten wie Finnland, Norwegen, Schweden usw. rüsten auf, vergrössern ihre Armee in Anbetracht der neuen Bedrohungs-Situationen.… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Was teilt uns Herr Holenstein, Präsident der SOG mit dem Satz: „Durch die Verkleinerung der Armee ist sie nicht mehr so stark in der Gesellschaft verankert wie früher“ mit? Nichts Neues, aber er brauchte offensichtlich viel Zeit, das zu erkennen. Jeder, der unsere Milizarmee kennt, hat das schon lange vor dem, von der SOG mitgetragenen Entscheid, die Armee zu zerschlagen, gesehen. Hat Herr Holenstein schon gemerkt, dass die WEArmee nur noch 10 für einen Krieg geeignete Bataillone hat: 2 Panzer-BATAILLONE (Bataillone, nicht Regimenter), 4 mechanisierte BATAILLONE, 4 Artillerie-ABTEILUNGEN? (Die Mech.Brigade 4 verfügt trotz des irreführenden Namens nur über Aufklärungsbataillone, sowie… Weiterlesen »

Paul Schani

Vor 45 Jahren wurden 430 000 Unterschriften zum Erhalt der Kavallerie gesammelt. Zum Erhalt von 3000 berittenen Soldaten. 1972.

Das ganze Brimborium um die WEA kommt mir nun also recht bekannt vor.