Zum Tod von Felix M. Wittlin – Ein Patron

Am 8. August ist Felix M. Wittlin im 88. Altersjahr verstorben. Der promovierte Jurist, der zeitweise als Berufsoffizier der Artillerie und später als Geschäftsleitungsmitglied der BBC-Konzerngruppe Schweiz tätig gewesen war, führte von 1985 bis 1991 die damalige Gruppe für Rüstungsdienste. Und als Milizoffizier hatte Wittlin von 1979 bis 1984 die Grenzbrigade 4 befehligt. Dank diesem reichen Erfahrungsschatz bewegte er sich gewandt im rüstungspolitischen Spannungsfeld, das damals – noch ausgeprägter als heute – durch unterschiedliche politische Programme, Industrieinteressen und Eigenwünsche der Armee gekennzeichnet war. Felix Wittlin gelang es bald, das zuvor bisweilen belastete Verhältnis zur privaten Rüstungsindustrie zu entkrampfen. Die Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern und die Evaluation neuer Kampfflugzeuge erfolgten, abgesehen von politischem Störfeuer, praktisch friktionslos. Auch wenn er bei Beschaffungsprojekten für einen grossen Inlandanteil eintrat, gewichtete er ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis als hoch. Unter diesem Vorzeichen regte er auch den Verzicht auf ambitiöse Eigenentwicklungen nahe und warnte vor helvetischem Perfektionismus.

Beitrag auf NZZ.ch

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Ich kannte diesen Mann nicht.
Ich wünsche ihm, dass er Frieden finden wird. Im Diesseits lebte er davon, dass Unfrieden herrscht.

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