Bundesrat verabschiedet Bericht zum Offiziersbestand und zur Attraktivität des Militärdienstes

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 29. September 2017 einen Bericht zu zwei Postulaten verabschiedet, in dem Massnahmen zur Sicherstellung des Kadernachwuchses und zur Erhöhung der Attraktivität des Militärdienstes festgehalten werden. Die Massnahmen wurden bereits im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Armee ergriffen.

Die Massnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des Militärdienstes lassen sich in vier Bereiche bündeln:

  1. Zeitgemässe Selektion: Das Potenzial der Schweizer Männer und Frauen soll optimal ausgeschöpft werden. Wenn Dienstpflichtige ihren zivilen Fähigkeiten entsprechend Dienst leisten können, trägt dies zur Attraktivität des Militärdienstes bei.
  2. Verbesserte Vereinbarkeit von Militärdienst und ziviler Laufbahn: Dienstleistende Männer und Frauen sollen Militär, Aus- und Weiterbildung und Beruf so gut wie möglich miteinander vereinbaren können.
  3. Ziviler Nutzen: Im Militär erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sollen in Bildungslandschaft und Wirtschaft anerkannt werden und den Armeeangehörigen so einen zivil verwendbaren Nutzen verschaffen.
  4. Attraktive Ausbildung: Die Ausbildungsdienste (Rekrutenschule, Kaderschulen und Wiederholungskurse) sollen sinnvoll und herausfordernd gestaltet werden.

Mittelung des BundesratsBericht (PDF)

Kommentar:
Ein wichtiger Punkt ging leider vergessen: Die Marke „Schweizer Offizier“ (welche z.B. von Victorinox für ihre Sackmesser genutzt wird) müsste kommunikativ gepflegt und bekannt gemacht werden. Die Anziehungskraft und das Renommee des Titels wird seit Jahren vernachlässigt. Stattdessen versucht man mit Zertifikaten und ECTS-Punkten Gewicht zu verleihen. Das mag teilweise helfen. Wenn jedoch die Bevölkerung und v.a. auch die Unternehmer, Manager und Personalverantwortlichen sofort wüssten bzw. ein gutes Bild vom Offizier hätten, würde dies die Anziehungskraft verstärken. Die Offiziere sollten wieder so stolz auf diesen Titel sein, dass sie ihn auf ihren Visitenkarten aufführen: „EMBA of XY / dipl. Ing. FH / Offizier der Schweizer Armee“.

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Kurt Anton Brugger

Im letzten Jahrhundert besonders seit der Armee61 bis heute, gilt die Kaderausbildung in der Armee, als hervorragende Führungsschulung, welche theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung verbindet. Je höher die Kader desto anspruchsvoller die Ausbildung um dem Einzelnen zu ermöglichen, in der Komplexität des Führens seiner Truppe bestehen zu können. Eine Marke „Schweizer Offizier“ müsste wesentlich mehr beinhalten als für ein gutes Sackmesser zu stehen! Offiziere einer Milizarmee sind in ihrer beruflichen Tätigkeit und in ihrem gesellschaftlichen Auftreten, besonders kritischer Beobachtung ausgesetzt. Sie sehen sich oftmals ungerechtfertigten Vorurteilen ausgesetzt. Einerseits weil Fehler und Missstände in der Armee und im Dienstbetrieb von den… Weiterlesen »