Zum irrtümlichen Raketenalarm auf Hawaii

Der irrtümliche Raketenalarm auf Hawai vom Samstag, 13.01.18 hat uns wieder einmal eine von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommene, sehr reale Gefahr in Erinnerung gerufen: Die Gefahr eines irrtümlich ausgelösten Atomkrieges. Die Welt stand schon einige Mal davor. Die Gefahr steigt, weil weltweit reichende, sehr präzise und sehr schnelle Waffen, auch konventionelle , entwickelt werden, die die Vorwarnzeit laufend verkürzen (z.B. Conventional Prompt Global Strike, Konventioneller umgehender, weltweiter Schlag). Sie soll gegenwärtig noch 3 Minuten betragen, d.h. soviel Zeit bleibt z.B. den Präsidenten Trump und Putin, um bei einem Alarm zu entscheiden, ob sie den Befehl erteilen, atomar zurückschiessen. Bei Debatten im US Kongress über die Budgets für diese Waffen, aber auch in Stellungnahmen zahlreicher US Think Tanks zu deren Entwicklung wurde darauf hingewiesen, dass bei deren Einsatz Russland und China gar keine andere Wahl hätten, als mit ihrem gesamten Atomwaffenarsenal gegen die USA zurückzu-schiessen.

Die Gruppe GIARDINO, die sich für eine verfassungsmässige Landesverteidigung einsetzt, hatte deshalb dem Bundesrat mit einem Brief vom 18. Februar 2015 bean-tragt, dem zuständigen internationalen Gremium, dass sich mit der Abschaffung von Atomwaffen befasst, vorzuschlagen, dieses Thema unabhängig von der Frage der atomaren Abrüstung, vordringlich zu behandeln. Während die nukleare Abrüstung noch für sehr lange ein Wunschtraum bleiben wird, haben alle Nuklearmächte ein Interesse daran, dass kein unbeabsichtigter Atomkrieg ausbricht.

Am 29. April 2015 informierte Bundespräsident Didier Burkhalter die Gruppe GIARDINO, dass der Bundesrat das auch so sehe. Dabei wies er auf die – zusätzlich zu tausenden anderer Nuklearwaffen -1800 sofort einsetzbaren Atomwaffen hin. Er informierte GIARDINO darüber, dass er dem genannten internationalen Gremium schon am 27. April 2015 im Namen der Schweiz beantragt habe, diese Frage vordringlich und getrennt von der nuklearen Abrüstung aufzunehmen. Dort hatte er auch einen gemeinsamen Schritt mit Schweden und Neuseeland und einer NGO in dieser Richtung angekündigt. Es ist zu hoffen, dass wenigsten in diesem Bereich von den Atommächten Massanahmen ergriffen werden, obschon viele der gegenwärtig in Entwicklung bzw. Produktion befindlichen Waffen und deren Standorte das Problem eher noch verschärfen.

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P. Aebersold

Das Ereignis zeigt, dass die Bevölkerung in Hawaii völlig schutzlos gegenüber Atomwaffen und anderen Katastrophen ist. Sie haben nur die hilflosen Möglichkeit unter den Tisch zu kriechen, in die Badewanne zu sitzen oder sich in der Kanalisation zu verstecken. Wer bei uns die Abschaffung oder Verkleinerung des Zivilschutzes (und das bei einer übermässig wachsenden Bevölkerung) diskutieren will oder gar fordert, handelt angesichts der realen Bedrohungen gewisssenlos und unmenschlich, genauso wie diejenigen, die in den Medien ständig die Kriegstrommel rühren.

Die Gefahr eines finalen Nuklearkrieges,ist nicht soooo gross wie viele meinen.Ein gewisses Risiko ist die versehentliche Auslösung eines Begrenzten.Das ganz Grosse Ding ist schlicht und ergreifend Selbstmord für ALLE,in diesem Fall erübrigt sich schlicht jede weitere Aktivität sei es Militärisch oder Zifil, müsste Logo sein. Das eigentliche Kernmaterialproblem sind die Zifilen Anlagen, Kernkraftwerke, in diesen sind grosse Mengen an freigesetzter Radioaktivität vorhanden.Ganz klar ein Nicht gezündeter Nuklearsprengsatz absorbiert KEINE Strahlung. Fukushima und Tschernobil haben gezeigt,selbst im tiefsten Frieden ist die Beherrschung freigesetzter Radioaktivität, eine enorme Herausvorderung.Unter Kriegs (auch konventionellem Krieg) Bedingungen oder umfangreichem allgemeinem Chaos,besteht ein sehr hohes Risiko, das… Weiterlesen »