Das offiziell neutrale Schweden kann als „De facto-Mitglied“ der NATO eingestuft werden

Die engere Anbindung des offiziell nach wie vor neutralen Schweden an die NATO hat bereits in den 1990er Jahren begonnen. 1994 wurde das Land Mitglied in der NATO-„Partnership for Peace“ (PfP); im folgenden Jahr trat es dem „PfP Planning and Review Process“ bei, der die militärischen Fähigkeiten der beteiligten Streitkräfte stärken und ihre Interoperabilität mit den Armeen des Kriegsbündnisses erhöhen soll. Seit 1996 nimmt Schweden an NATO-geführten Interventionen teil, zuerst in Bosnien-Herzegowina, ab 1999 dann im Kosovo und nach dem Beginn der NATO-Besatzung im Jahr 2001 auch in Afghanistan. Im Jahr 2011 hat es sich sogar mit acht Gripen-Kampfflugzeugen am NATO-Krieg in Libyen beteiligt. Seit 2013 ist es außerdem offiziell in die NATO Response Force (NRF) eingebunden. Der nächste Schritt ist die Unterzeichnung eines Host Nation Support Agreements auf dem NATO-Gipfel am 4./5. September 2014 im britischen Newport gewesen; die Vereinbarung gestattet es der NATO, jederzeit die schwedische Infrastruktur zu nutzen – auch im Kriegsfalle.

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Och je, genau wie die Schweiz auch in dieser Partnerschaft für ,,Frieden,, ist. Naja im Rahmen der strategischen Planung der Nato, ist die Schweiz eine ,,Randerscheinung,,. Was heist das,mit Sicherheit Überflug und Durchmarschrecht bei Bedarf. Zudem gibt es genügend Gründe und Zwangsmöglichkeiten von der Schweiz auch Truppenkontinggente zumindest Logistische Unterstützung zu vordern. Reinste ,, Blenderei,, wenn da nocht etwas von Schweizer Neutralität schwadroniert wird, steht ja auch noch nebulös etwas in der Verfassung, Hauptsache es findet kein Diskusion statt, die Verantwortlichen wollen die Bürger in einer ,,Traumwelt,, ruhig halten. Im Kriegsfall ist der Bürger in Sache Mitbestimmung zwangsläufig aussen vor.… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Zu Hans von Atzigen: NACH dem ersten Weltkrieg wollte Vorarlberg der Schweiz beitreten. Die Volksabstimmung über Beitrittsverhandlungen fand am 11. Mai 1919 statt und wurde mit 81% Ja angenommen. Die Schweizer öffentliche Meinung blieb unseren Werten treu. So gab es nur wenig Unterstützung. Ein Komitee lancierte eine Initiative für die Aufnahme von Vorarlberg, die nur 29’000 Unterschriften erzielte. Ich bin mit Herrn von Atzigen der Meinung, dass die Eingliederung des Vorarlberg Deutschland im 2. Weltkrieg zu einem Angriff hätte motivieren können (abgesehen von anderen Gründen für ein Nein: z.B. der deutsch-sprachige Bevölkerungsteil der Schweiz hätte massiv zugenommen etc.) Kennen Sie… Weiterlesen »

Danke für die Berichtigung bezüglich Vorarlberg. Bin da voll Ihrer Meinung. Zur Zeit des Kalten Krieges war das Mittelland die südlichste Durchmarschachse nördlich der Alpen für den Warschauer Pakt für einen schnellen mechanisierten Durchmarsch. Die Alpen trennen mit einem ,,Rigel,, das Operationsgebiet der NATO in zwei hälften.Das Behindert schnelle Operationen, Logistik,Nachschub pluss Luftraum Luftwaffe. Richtig sind auch Ihre Ausführungen für den Fall das Russland zu einem Präventiefschlag Greift.Die Riesigen Mechanisierten Armeen des WP sind Geschichte.Somit ist nicht mehr mit einem Durchmarsch mit zig tausenden Panzern durch das Mittelland zu Rechnen. Jedoch mit Luftschlägen mit Vernkampfmitteln zur Unterbrechung der Nord-Südachsen, insbesondere… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Ich habe schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass uns unser politisches und militärisches Establishment genau auf derselben Strasse in die NATO führt. Wir sind seit 20 Jahren Mitglieder der „Partnerschaft für den Frieden (PdF)“ und seit 2014 auch noch der „Interoperabilitätsplattform der NATO (IOP)“. IM SIPOL B 2016 steht, dass die Schweiz ggf.im Kriegsfall mit anderrn Streitkräften zusammen kämpfen werde, wobei dafür nur solche in Frage kämen, mit denen Interoperabilität bestehe. Auf deutsch übersetzt heisst das, für eine solche „Zusammenarbeit“, käme nur die NATO in Frage. Schweizer Militär nimmt immer wieder mit NATO-Mitgliedern an Manövern teil, unser CdA war gerade… Weiterlesen »

Stefan+Zurbuchen

Blödsinn. Bloss weil man „Interoperabel“ ist und gewisse Stabsübungen zusammen durchgeführt hat, heisst das noch lange nicht, dass es im Krisenfall automatisch zur Kooperation kommt. Vor dem Ersten Weltkrieg war die Schweizer Armeeführung sehr an einer Kooperation und „Interoperabilität“ (hiess damals natürlich anders) mit Österreich-Ungarn interessiert, da die grösste angenommene Bedrohung für unser Land ab ca 1910 das irredentische Italien war, welches lauthals das Tessin forderte. Und die Kooperation zwischen Guisan und dem französischen Generalstab 1939 ist hinreichend dokumentiert. Trotzdem ist die Schweiz beide Male neutral geblieben und nicht in Kampfhandlungen hineingezogen worden. Ihre These ist somit nachweislich vollkommen falsch.… Weiterlesen »

Ihr Geschichtsrückblick ist einwandfrei richtig. Grins ein wichtiges Element haben sie ausgeklammert resp. kennen Sie NICHT. Vor dem 1. Weltkrieg wollten die Voralberger zur Schweiz. Volksabstimmung mit 95% Ja. Darauf wollte ein Div. Haudegen mit der CH Armee ins Vorarlberg einmarschieren.Lacher zum Schutz der ,,Neueidgenossen,,.Zum Glück wurde dieser Haudegen vom Bundesrat gestoppt und ,,entfernt,,.Anderfalls währe die Schweiz mit Garantie in den Krieg hinein gezogen worden. 1939 die Zusammenarbeit mit Frankreich Lacher war eben ein nutzloser Flopp.Tja blieb nur noch die mangelhaft ausgestatete Armee sinnlos im Mittelland verheizen oder mit dem Strategischen Rückzug ins Gebierge Kampftechnisch erheblich aufwerten. Werter Stefan+Zurbuchen Sie… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

S+Z: sind Sie Nato-Agent? Es tönt fast so als ob. Und ein ungehobelter Kerl sind Sie allemal. Offenbar waren Sie an Armin Eberles Referat im letzten Jahr. Nimmt mich wunder, woher dieser „selbständige“ Historiker seine „Weisheiten“ bezüglich eines beinahe Bündnis mit Österreich hat. Vor Italien jedenfalls hatte man hier in der Schweiz keine grosse Angst. Das sind Alt-68er Behauptungen. Schweden ist tatsächlich schon einen Schritt weiter als die Schweiz. Ist fast logisch. Denn deren Insel Gotland und seine Südspitze wären im Falle eines Konfliktes um den für Russland gesperrten Ausgang aus der Ostsee gefährdet. durch Russland). Aber nebst der NATO… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Zum Kommentar von „Stefan + Zurbuchen“: General Guisan hatte auch eine Zusammenarbeitsvertrag mit Deutschland für den Fall eines Alliierten Angriffes ausgearbeitet und Major Behrli als Verbindungsoffizier bestimmt. Diese Zusammenarbeit, im Gegensatz zur Absprache mit der Französischen Armeeführung, aber einseitig vorbereitet. Wenige Wochen vor dem deutschen Angriff schickte General Guisan 4 welsche Offiziere, darunter die Obersten Gonard und Montfort, zur französischen Armee, um sich ein Bild über deren Zustand zu machen. Zutiefst schockiert kamen sie über deren bis zum Oberbefehlshaber reichende Demoralisierung zurück. (Das Land befand sich diesbezüglich im gleichen Zustand wie die Schweiz heute). Sie empfahlen dem General, nicht mehr… Weiterlesen »

Pasci

Danke, Stefan+Zurbuchen. Ich kann Ihren Beitrag voll unterstützen. Hr. Frick schreibt etwas nachweislich falsches. Nämlich, dass das von ihm abschätzig genannte „Kanonenfutter“ Inf Bat über keine Panzerabwehrmittel und keine Feuerunterstützungsmittel verfügt. Zur Erinnerung: – das Inf Bat verfügt mit der Inf Ustü Kp über organisch zugeteilte Unterstützungswaffen, die da sind 8.1 cm Mw (das derzeit alte Modell wird aktuell durch ein leistungsfähigeres System ersetzt, die Versuche der Armasuisse laufen bereits); – das Inf Bat verfügt in der gleichen Inf Ustü Kp desweiteren über Späher die in der Rolle als Scharfschütze ebenfalls zu den Unterstützungswaffen gezählt werden; – die Inf Kp… Weiterlesen »

12.7 mm MG sehr gut und richtig.Waren Sie an der Morgarten- Armee-Ausstellung? Dort konnte man ein MG im Kaliber 5.56 mm bestaunen.Unsere Nachwuchssoldaten waren ganz stolz auf dieses ,,Gfätterli MG,,. Merke: Die ohnehien knappen Finanzmittel wurden in den letzten 20-30 Jahren auch noch für Unsinn verbraten.Ein MG im Kaliber 5.56mm ist eine Lachnummer selbst einem alten 7,5 mm MG hoffnungslos unterlegen. (Durchschlagskraft) Des weiteren wurde viel Geld zb. in LKW für internationale Einsätze ebenfalls verbraten. Für den Kriegsfall gibt es in der Schweiz jede Menge LKW, zum Requirieren. Zb. mit genormten Kakengeräten. Die Armee bräuchte bloss genormte, Wechselpritschen resp. Container… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Noch zu Herrn Paci: Um keine verfassungsmässige Armee aufrecht erhalten zu müssen, zeichnen unsere Oberen schon lange das Bild eines „niedlichen“ zukünftigen Krieges, ohnehin hauptsächlich ein Cyberkrieg mit gepflegten Fingernägeln in bequemen Räumen am Computer ausgefochten. Bei einem solchen Kriegsbild kann man 8.1cm Mw , Scharfschützengewehre und ein paar schultergestützte Panzerabwehrwaffen als Schwere Waffen sehen. Wer so denkt glaubt wahrscheinlich, die zusätzlich nach Europa gebrachte US mechanisierte Brigade, oder die wieder aufgebaute russische 1. Garde-Panzerarmee, die allein mehr Panzer hat als Deutschland, seien nur für Freilichtmuseen aufgebaut worden. Und warum baut Russland gegenwärtig 2400 Armata Panzer einer völlig neuen Generation?… Weiterlesen »

Pasci

Ich weiss nicht, von welchen „Oberen“ Sie, Hr. Frick, das aktuelle Kriegsbild erfahren haben. Ich halte mich an das offizielle Bedrohungsbild. Und dieses beinhaltet tatsächlich den Cyberkrieg. Allerdings nur als eine der tiefen Stufen der Bedrohung. Dann geht es weiter bis hin zur konventionellen Kriegsführung. Der aktuelle Ukraine-Krieg ist ein gutes Beispiel hierfür: Cyberkrieg, Propaganda, verdeckte Operation bis hin zum Einsatz von schweren mechanisierten Grossverbänden. Wenn das als aktuelle Bedrohungslage verstanden wird, so kann ich sagen dass die Schweizer Armee sich seit mehreren Jahren (und zwar deutlich vor der Krim-Wegnahme) genau darauf ausrichtet. Gerne kann ich aufzeigen, wie die Armee… Weiterlesen »

Einwandfrei Richtige Ausführungen. Mit einer entsprechend Glaubwürdigen und ausgestatteten Armee,sowie der Fähigkeit für eine Übegangszeit,eine autarke Notversorgung aufrechtzuhalten, tja leider hätte die Schweiz die realistische Chance gehabt auch einen 3.Weltkrieg zumindest ohne Totalschaden zu überleben. In Sache Russland muss man mit einem Präfentievschlag Rechnen ganz klar VORAUSGESETZT die Nato baut eine ,,Kritische,, Masse gegen Russland auf.Einen gross angelegten Feldzug gegen die Nato??? Dafür fehlt Russland schlicht die notwendige Masse. Der Warschauer Pakt ist längst Geschichte, Osteuropa ist inzwischen fast geschlossen in der NATO. Russland hat 140 Millionen Einwohner die NATO Staaten über 400 Millionen. Die EU hat längst Wirtschafts HIV… Weiterlesen »

Gotthard Frick

Vorausbemerkung: Ich bin dafür, dass alle Fragen in kontroversen, in hartem, aber anständigen Ton geführten Debatten diskutiert werden können und daraus Meinungen bzw. Abstimmungsentscheide entstehen. In diesem Sinne herzlichen Dank für die freundlichen Worte von „Stefan & Zurbuchen“.

Da die Kommentatoren zu meinem Artikel zur NATO-Mitgliedschaft auch untereinander diskutierten, wollte ich allen gemeinsam antworten, unter Angabe des jeweiligen Hauptadressaten. Aber meine Antwort wurde zu lang und nicht angenommen. Ich probiere jetzt nur den Teil, der den jeweiligen Autor betrifft, als Kommentar beim Autor einzugeben. Hoffentlichlich klappt es. Gotthard Frick

Gotthard Frick

Ich probiere nochmals einen Kommentar abzugeben. An Herrn/Frau Pasci, auch als Info für die anderen:Der Oberbefehlshaber in Europa, US Generalleutnant Ben Hodges auf BBC am 20. Juni 2016 „Die Russen sind fähig, enorme Verbände und sehr viel Ausrüstung sehr schnell über sehr grosse Distanzen zu verschieben“. Admiral Joe Dunford, Oberbefehlshaber aller US Streitkräfte) am 5.10.2016: „Wir haben ihre (G.Frick: er meint die Russlands.) Modernisierung der bestehenden Systeme beobachtet und auch ihre Fähigkeiten, die besonders besorgniserregend für die Vereinigten Staaten und deren Interessen sind“. „Ihre Fähigkeit zu einem weitreichenden Angriff, die Modernisierung des nuklearen Arsenals, und ihren Fokus auf eine breite… Weiterlesen »

Felix Lambrigger

Herr G. Frick: Ihre Ausführungen sind immer sehr fundiert. Aber eines nimmt mich denn doch wunder. Sie „gruseln“ sich vor den Fähigkeiten Russlands. Wie sehen Sie die Gefahr, dass wir wohl eher irgendwann Nato-Truppen im Land haben werden (zur „sicherstellung“ der Landverbindung zwischen Nord- und Süd-Europa (Nato-Länder)? M.M.n. hat Russland zwar seine Armee vergrössert u. modernisiert. Aber sie werden nicht in der Lage sein die Visegasrd-Staaten, das Baltikum, Deutschland und Österreich zu überrennen, ohne das eigene Land verwundbar zu machen. Ausserdem: es würde ihnen nichts bringen, und ich bin überzeugt, dass sie dies auch nicht vorhaben. Deer Kriegstreiber par excellance… Weiterlesen »