«Die Bestie» soll verschrottet werden

Die Soldaten nannten sie «die Bestie»: die mächtigste Kanone, welche die Schweizer Armee je hatte. Reichweite: 40 Kilometer. Feuergeschwindigkeit: Fünf Stahlgranaten in 25 Sekunden. Wieviele «Bestien» es gibt: geheim. Wo sie stationiert sind: offiziell geheim klassifiziert, auch heute noch. Bekannt ist nur, dass seit 2011 kein Bison — so der offizielle Name des Monstergeschützes – mehr einen Schuss abgefeuert hat. Im gleichen Jahr leisteten auch die letzten Kanoniere der Festungsartillerie ihren letzten WK, dann wurde die Truppe aufgelöst. In der Einsatzdoktrin der Armee spielen die Bisons schon seit Jahren keine Rolle mehr. Doch sie sind immer noch da, tief eingebunkert in ihren Stellungen in den Alpen. Eingemottet und minimal unterhalten. Um die «Bestie» im Fall aller Fälle reaktivieren zu können.

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Moment mal. Es gab 4 Stellungen (von geplanten 23) mit je 4 Geschützen Bison. Total also 16 Kanonen. Wie kann es dann sein, dass der minimale Unterhalt 5,5 Mio. Franken pro Jahr für diese 16 Dinger kosten soll? G.G. berichtete schon vor fast 3 Jahren über diesen Fall. Im Gegensatz zu einigen hier bin ich allerdings für den Ersatz dieser starren Anlagen durch mobile Systeme. Taktik: Hit and move! Dito bei der Luftabwehr. Allerdings hat man im VBS bisher nur davon g’schörret. Ohne wirklich zu handeln. Sowohl bei den Kanonen wie bei den Abfangraketen gäbe es moderne und einsatzbereite Systeme.… Read more »
Präzisionswaffen gab es schon 1967, anlässlich 6 Tagekrieg. Der Vorstoss der Israelichen Panzer auf den Golan wurde von verbunkerter Artillerie aufgehalten, und währe beinahe gescheitert. Diese Festung so nebenbei, wurde NICHT durch eine Präzisionswaffe ausgeschaltet, sonder durch ein Infanteriespezialkommando. Verbunkerte Kampfstationen entsprechend den Anvorderungen der Zeit plaziert, sind noch lange nicht von gestern. Das Reduit als letzte Bastion für den Fall der Fälle einmoten, währe das Richtige gewesen. Bunkerstellungen sind Logo lokalisierbar, Mobile Syteme sind es eben auch,auch hier hat die Techik sehr grosse Vortschritte gemacht. Bereits in den 60 iger Jahren konnte man aus Satelitten bis auf 30 cm… Read more »

Wenn sich das nur nicht rächt eines Tages. Ob die Bison Kanonen sinnvoll sind und waren, kann diskutiert werden. Der Festungsminenwerfer wäre auch heute noch eine wertvolle, sichere und rasch verfügbare Feuerquelle. Die Bunker stehen so, dass die Geschütze in relevante Räume wirken können. Derweil spricht das VBS von veralteten Systemen aus dem kalten Krieg. Die letzten Festungsminenwerfer wurden 2003 fertiggestellt !! Ob man zu hohe Unterhaltskosten anführen kann für diese Liquidation? Bei der vorgesehenen Liquidation handelt sich um Verschleudern von Volksvermögen, das in die Landesverteidigung investiert wurde.

Ich bin sicher die „korrekte“ Lagebeurteilung wurde vor dem Entscheid gemacht.

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