CdA: «Das wäre die Stunde null für die Schweizer Armee»

Nach einem Jahr als Armeechef gelten Sie als «Monsieur Aufrüstung», wie die «Nordwestschweiz» Sie nannte. Weil Sie Rüstungsinvestitionen in zweistelliger Milliardenhöhe durchs Parlament bringen wollen.
Es geht nicht um Aufrüstung, sondern um Ausrüstung. Um eine Erneuerung unserer Waffensysteme. Wir wollen fit bleiben, nicht grösser werden.

Sie wollen aber acht Milliarden Franken für neue Kampfflugzeuge und Fliegerabwehr-Raketen. Ist das nicht ein Ausbau?
Das ist eine grosse Summe, ja. Es ist auch das grösste Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Schweizer Armee. Darum ist es legitim, dass das Stimmvolk mitspricht. Der Betrag hat aber gute Gründe: Bei der Abstimmung zum Kauf der Gripen-Kampfjets für 3,1 Milliarden Franken 2014 ging es nur um einen Teilersatz der Tiger F-5-Jets. Als Folge der damaligen Ablehnung müssen wir jetzt die gesamte Kampfjetflotte ersetzen – die F-5 und die F/A-18.

Interview auf aargauerzeitung.ch – 20min.ch

Kommentar:
Während die Journalisten bereits wieder die falsche Fährte „Aufrüstung“ legen, verpasst es der CdA leider, dies klar in Abrede zu stellen. Wir haben auch mit Air2030 keine Aufrüstung und kein Halten sondern ein Herunterfahren vom aktuellen oder früheren Leistungsnivaus. Der einstige flächendeckende, dichte Flabschutz ist Geschichte und die Durchhaltefähigkeit von Leistungen in der Luft wird nochmals massiv reduziert.

Gerne rufen wir den Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Galladé 12.4130 vom 12. Dezember 2012 in Erinnerung: Dem Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes vom 27. August 2014 entnimmt man die folgenden Aussagen (S. 23):

„Für länger anhaltenden Luftpolizeidienst mit 2-4 Flugzeugen permanent in der Luft wären an sich 5 Staffeln mit insgesamt 55 Kampfflugzeugen nötig. Luftverteidigung ist noch anspruchsvoller.“

Die Diskussion um Air2030 kennt auf der linken Seite also schon heute nur Gewinner. Entweder sie bodigen im Referendum Luftwaffe und mit ihr die Armee oder sie kommen Abschaffung und Leistungsreduktion der Armee bei einer „Niederlage“ – immerhin – wieder ein Stückchen näher.

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Felix Lambrigger

Sorry, Leute. Aber mit Eurem Kommentar bin ich nicht ganz einverstanden. Habt Ihr die Zeile „Es geht nicht um Aufrüstung, sondern um Ausrüstung“ nicht gelesen? Oder was genau sollte er Eurer Meinung nach sagen?
Aber in einem Irrt der DdA schon. Wenn Leute (wie ich) einen Mindestbestand von 300’000 Mann forder (420T Effektivbestand), ist dies keine Vergrösserung, sondern eine Teilkorrektur eines enormen Fehlers.
Und G.G. muss sich die Kritik gefallen lassen, zu kritisieren, aber keine KONKRETEN FORDERUNGEN zu stellen. Habt ihr Angst vor Gegenangriffen, oder was?

Medien Journalisten?! Ohne Zweifel die Pressefreiheit ist ein entscheidend sehr hohes ,,Gut,,.Letztlich ist jeder Journalist auch nur eine Stimme, Meinungsstimme. Die Medien auch wenn die sich sehr oft so aufführen,die Medien sind trotz Presse und Meinungsfreiheit noch lange nicht die heilige Dreifaltigkeit, ganz klar auch nicht unantastbar. Richtig ist das die Institutionen im Staat die Medienfreiheit zu respektieren und zu gewährleisten haben. Tja und wer steht ,,über ,, den Medien resp. sollte es sein??? Das kann, und soll nur der Souverän sein. Medien sind weder Unfehlbar, noch sind die eine übergeordnete Macht, obwohl die sich zu oft entsprechend gebärden und… Weiterlesen »

Hohermuth

Die Erneuerung der Lufwaffe und Flab zur Abstimmung zu bringen ist idiotisch. Hat nichts mit dafür oder dagegen zu tun. Solches dreinreden in ein Departement hat es nicht zu geben. Dies gibt den Anschein, dass die Verantwortlichen (BR und Militärführung) sich selbst nicht sicher sind was sie tun. Militärisch und ganz allgmein führungstechnisch ist dies ein Unsinn. Kein anderes Departement macht dies, obwohl eine Abstimmung über die enormen und verschwenderischen Entwicklungsgelder mehr als zulässig wäre. Auf solch einer Abstimmung sollten die bürgerlichen Parteien endlich bestehen, sofern sie auch für die Abstimmung im VBS sind. Auch in keiner Firma würde der… Weiterlesen »

Thomas Müller

Ist undemokratisch und hosenscheisserisch. Huch, vielleicht sagen die Leute, die das bezahlen sollten nein.
Da lobe ich mir den Kommentar von Hans von Atzigen. Er ist überzeugt von seiner Meinung, gradlinig und – ja, vielleicht sogar stur. Ich ergötze mich jeweils, wenn er auf das vermutete Gründungsjahr der Eidgenossenschaft hinweist und vorschlägt, im schlimmsten Fall eben dort wieder anzufangen (sozusagen wie beim Leiterlispiel).

Andreas Wäger

Sorry, die Stunde null hat mindestens seit Annahme der WEA begonnen..
Welches Ziel hat die Politik?
Die können ja nicht so „dumm“ sein, nicht zu merken, das diese Armee die Schweiz nie verteidigen werden kann.

Aber als schlanke Eingreiftruppe oder Unterstützung der Nato, kann man sie vielleicht noch einsetzen..