Nicht Schusswaffen töten, sondern der Mensch!

Kain hatte kein Sturmgewehr und tötete Abel trotzdem. Jetzt soll wegen der EU eine alte Schweizer Tradition, Teil des Wehrwillens, abgeschafft und das Volk weitgehend entwaffnet werden. Viele Kräfte bei uns, die schon lange an der Zerstörung der Schweiz als unabhängigem, direktdemokratischem, neutralem, friedlichem und wehrhaftem Land arbeiten, stimmen jetzt zu. Aber warum wird von ihnen angesichts von 216 Verkehrstoten und 3’785 Schwerverletzten (im Jahr 2016) durch den Strassenverkehr nicht gefordert, Autos und Motorräder etc. nur noch gegen den Nachweis zuzulassen, dass z.B. ohne Auto der Beruf nicht ausgeübt werden kann? Da müsste wohl die Mehrheit der Fahrzeugbesitzer, darunter viele Befürworter der Schusswaffenabschaffung, auf ihre Fahrzeuge verzichten.

Es stimmt, die Schweiz steht bei den von der zuständigen UNODC erfassten 218 Ländern weltweit an 3. Stelle, was die Zahl der Schusswaffen pro 100’000 Personen betrifft. Aber mit ihrer jährlichen Tötungsrate von 0.6 auf 100’000 Einwohner haben nur 8 Länder eine tiefere Rate als wir (von 0 für Liechtenstein und Monaco, dann steigend über Singapur, Japan, Franz. Polynesien, Hongkong, Kuwait, bis zu Bahrein auf 0.5,). Mit anderen Worten, wir gehören zu den sichersten Ländern der Welt. Dagegen leben 11% der Weltbevölkerung in Ländern mit einer jährlichen Tötungsrate von 20 bis 91 auf 100’000 Einwohner. (Quelle: Wikipedia.org von UNODC United Nations Office on Drugs and Crime übernommene Statistik aus dem Jahr 2014).

Während der Jahrtausende bis zur Erfindung von Feuerwaffen wurden Millionen von Menschen ermordet, im Streit getötet, fielen in grossen Schlachten. Schon in der Antike wurden in Kriegen ganze Völker ausgelöscht. Die Höhlenbewohner benützten Steinbeile und -Messer, Keulen und dergleichen. Spätere Generationen hatten sich ein Arsenal von Stich- und Hiebwaffen, Pfeilbogen und Armbrüste geschaffen, sie brannten ganze Dörfer und Städte nieder. Dann kamen Schusswaffen dazu. Aber der Mensch änderte sich nicht und benützte einfach dieses neue Mittel für den gleichen Zweck. Finden heute in Ländern mit sehr viel weniger Schusswaffen weniger Gewaltverbrechen statt als in der Schweiz?

Ein Blick auf China ist aufschlussreich. Mit einer Tötungsrate von nur 1 auf 100’000 Einwohner steht es bei den sicheren Ländern weit vorne, wenn auch hinter der Schweiz. Im Vergleich zur Schweiz hat seine Bevölkerung rund 9 mal weniger Schusswaffen. Seine Feuerwaffengesetze sind drakonisch. Selbst der illegale Besitz eines Luftgewehrs kann zu mehreren Jahren Gefängnis führen. Nur Jäger, Mitglieder von Sportschützenvereinen, Sicherheitsfirmen etc. dürfen Schusswaffen haben. Bemerkenswert ist, dass die MIAO, ein kleiner Volksstamm im Süden, Glattrohrgewehre besitzen darf, weil sie ein wesentlicher Teil ihrer uralten Kultur sind.

Wie kommt den China mit so wenig Schusswaffen zu einer jährlichen Tötungsrate von 1 auf 100’000 Einwohner? Während zweier Chinaaufenthalten hat der Verfasser systematisch zwei Tageszeitungen der kommunistischen Partei Chinas auf Verbrechen durchsucht. Auch auf der Webpage der Schweizer Botschaft (Reisehinweise) in Beijing werden einige grosse Fälle genannt. Welche Mittel benützen Gewalttäter, auch die Amokläufer dort? Messer, Beile, Hammer, Autos, Sprengstoff, Benzin, alles was sich eignet. In den letzten Jahren gab es sehr viele Amokläufe in Kindergärten, Schulen, auch in Super-märkten. Ein Psychiater in Shanghai nannte als Grund „Soziale Rache“ der zahlreichen Chinesen, die mit der Entwicklung nicht einverstanden sind oder davon negativ betroffen werden. Einige Beispiele: So fuhr ein Auto absichtlich in eine Gruppe von 28 Kindergartenkindern, verletzt einige tödlich, viele andere schwer; ein Passagier brachte in einem vollen Bus 10 Liter Benzin zu Explosion und riss 47 mit in den Tod, 38 erlitten schwere Verbrennungen; einige mit Messern bewaffnete Täter erstachen am Bahnhof von Kunming 134 Menschen und verletzten viele hundert schwer; mit einem Messer erstach ein Mann 8 Primarschüler; ein anderer erschlug mit einem Hammer 7 Kindergartenkinder, 2 Erwachsene und verletzte 11 weitere schwer; ein Angreifer stach auf 23 Primarschüler und eine älter Frau ein, konnte aber sofort überwältig werden (in diesem Fall überlebten alle Kinder); vor dem Tiananman Platz, dem Herzen Beijings, fuhr ein Fahrer sein Auto in eine Gruppe von Menschen, tötet dabei 5 und verletzt zahlreiche andere; in einer Stadt verursachten mehrere Sprensätze 11 Tote und Dutzende von Verletzten. (Der Verfasser hat Datum und Ort fast aller hier skizzierter Fälle).

Die Schusswaffengegner behaupten, ohne Schusswaffen könnten Selbstmorde massiv reduziert werden. Gibt es in China keine Selbstmorde? Wie bringt man sich ohne Schusswaffe um? Am „populärsten“ ist der Sprung aus dem Fenster. Bei den für die Arbeiter errichten Schlafsilos sieht man in China immer wieder auf der Höhe der Decke des Erdgeschosses horizontal weit nach aussen und rund um die Gebäude reichende Netze, mit denen diejenigen aufgefangen werden sollen, die sich durch einen Sprung aus dem Fenster umbringen wollen. Foxconn baute in Südchina Schlafsilos für 30’000 neue Mitarbeiter (enge 8er-Zimmer mit 4 doppelstöckigen Kajütenbetten), die nach der Entlassung der 30’000 Apple-Mitarbeiter in den USA die Montage der Apple-Produkte übernahmen. Da die Bauten soeben fertiggestellt worden, aber die Netze noch nicht installiert waren, hatten sich schon 28 der soeben eingezogenen ArbeiterInnen durch Sprung aus dem Fenster umgebracht. Auch in Ungnade gefallene führende Parteimitglieder bringen sich so um, bzw. werden aufgefordert, ihrem Leben so ein Ende zu setzen. Am 18.02.2013 veröffentliche die kommunistische Parteizeitung GLOBAL TIMES einen Artikel über 24 chinesische Spitzenbeamte – Mitglieder der KP – die zwischen 2009 und 2013 Selbstmord begangen hatten: 16 durch Sprung aus dem Fenster, 5 hatten sich erhängt, 1 sich vor den Zug geworfen, und 1 sich eine Schlagader aufgeschnitten. Bei einem war die Todes-ursache unklar. Nicht einer hatte sich erschossen. Die Zeitung schrieb, sie und die Leser glaubte der offiziellen Begründung – Depressionen – nicht. Sie forderte eine wahrheitsgemässe Information.

Wie im Titel gesagt: Gewalt gegen das Leben geht vom Menschen aus und hängt nicht von den Mitteln ab. Verhindern wir eine weiteren Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Schweiz.

(vgl. auch bazonline.ch)

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Ein herausragendes Merkmal ALLER Diktaturen ist das Bürger-Waffenbesitzverbot. Explizit in China ist dieses Verbot Jahrtausende alt. Demokratie und verbriefte Menschenrechte sind in der Chinesischen Kultur und Geschichte eine Unbekannte. Chinas Geschichte ist eine Geschichte der absolutistischen Herscher, nicht erst seit den Kommunisten, das Zieht sich durch die ganze Geschichte. Chinas Erde ist denn auch die am intensievsten mit Menschenblut Getränkte auf unserem Planeten. Es gibt eine breite Pelette grundsätzlicher Gründe die gegen eine Entwaffnung der Zivilisierten Bürger sprechen. Das entsprechende vorgehen der EU, in dieser Sache sollte als Unheil verheissende Warnung, wahrgenommen werden. Fackt war zu allen Zeiten und bleibt… Read more »

Muss denn „die Waffe“ ein Teil sein, das Munition verschiessen kann und auch Menschen zu töten in der Lage ist?
Können wir uns nicht etwas weiter entwickeln und die alte Steinzeit-Mentalität hinter uns lassen?
Natürlich ist es immer der Mensch, der tötet, wie im Essay von Gotthard Frick beschrieben. China als Beispiel einer waffenlösen Bevölkerung hinzuzuziehen, um die hiesige „Waffenkultur“ zu rechtfertigen gehört meiner Meinung nach in die Mottenkiste der Geschichte.
Ihr Fazit, Herr von Atzigen, schreiben Sie wohl als Interessenvertreter eines Schützenvereins und nicht als aufgeklärter, moderner Bürger.

Im Artikel, nicht Schusswaffen töten sondern der Mensch, wird das doch sehr gut dargelegt, und ist unbestreitbar richtig. Das Menschen andere Menschen nicht nur mit explizit Schusswaffen morden hat denn doch seine Ursachen. Insbesondere wenn in Massen im Krieg Menschen oft hässlich versehrt und getötet werden, dann sollte das ernsthaft zum nachdenken über die URSACHEN anregen. Aufklärung- Moderne ergänzt durch etwas breitere Bildung, hat die Erklärung für die Ursachen warum es zu Kriegen und anderen Entgleisungen kommt längst geliefert. Es gibt da eben 2 Möglichkeiten, den anspruchsvollen Weg, sich in die Sache hineinknien und rational nüchtern, die Sache bestmöglich ergründen,… Read more »

Werter Herr Thomas Müller,
Kleine Zusatzinfo statistisch erwiesener Fakt.
Luftseilbahnen und Schiessstände, ( zumindest in CH)
haben eine Gemeinsamkeit.
Eine weitestgehend gleich tieve Unfallrate.
Mord und Selbstmord im Schiessstand existiert
so gut wie nicht.gelegentlich stirbt mal einer
an Herzversagen. Logo OHNE Waffenverursachung.
Mmmmmh Ohhhhh je Ideologie und Fakten.

Ich hätte eigentlich jetzt den Artikel des TA von gestern, 13.3. über Parmelin’s Taktik und Sommaruga’s versuchtem Verrat erwartet. Den habt Ihr doch nicht übersehen?
Parmelin bestätigt meine Vermutung von vor ‚zig Monaten bezüglich seines Vorgehens. Er hat auf jeden Fall einiges aus U.M.s Fehlern gelernt.
Und bestätigt wird im Artikel auch, dass S.S. als Landesverräterin zu betrachten ist. Dass sie vertrauliche Ergebnisse aus BR-Sitzungen an die Öffentlichkeit bringt, wissen wir ja schon länger. Wann brennt endlich jemand diesen Furunkel am Arsch unseres Staates aus?

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