Warum die Schützenverbände an Macht verloren haben

Heute, 25 Jahre später, spielt diese Allianz von Wirtschaft, Bürgerlichen und Schützen nicht mehr. Wenn das Parlament in der gegenwärtigen Session die Revision des Waffenrechts berät, steht einzig die SVP geschlossen auf der Seite des Schweizer Schiesssportverbands (SSV), wie der Dachverband der Schützen heute heisst. Die übrigen bürgerlichen Parteien unterstützen die Verschärfung des Waffenrechts. Der Grund: Schengen sei in Gefahr. […]

«Doch die Verkleinerung der Armee seit den 1990er Jahren entzog dem breiten Schützenwesen den Boden», sagt Jaun. So hatte die Armee 1989 noch einen effektiven Bestand von über 800 000 Dienstpflichtigen und rund 50 000 aktiven Offizieren. Ende 2017 waren es noch 160 000 Armeeangehörige, aktive und in Reserve. Zudem ist die Schweizer Armee im Unterschied zu früher keine Infanteriearmee mehr, in der das Sturmgewehrschiessen von grosser Bedeutung war, wie Jaun sagt. Die letzten Infanteriebrigaden wurden mit der sogenannten Weiterentwicklung der Armee (WEA) auf Anfang 2018 aufgelöst.

Mit der Armee schrumpften auch die Mitgliederzahlen der Schützenverbände: von 1986 knapp 590 000 auf derzeit noch rund 130 000 Mitglieder. Davon sind noch etwa 60 000 tatsächlich aktive Schützen. Die Schützenverbände haben deutlich an Kraft zur politischen Mobilisierung verloren.

Beitrag auf NZZ.ch

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Bernhard Schläppi

Der grosse Teil unserer Politiker in Bern (Ausnahme SVP) arbeitet stetig daran, den Schweizerbürger zu entwaffnen. Es ist eine richtige Salamitaktik die nun schon seit einiger Zeit stetig betrieben wird. Bei der SP und den Grünen kann man nichts anderes erwarten, dass aber nun die“ FDP die Liberalen“ mitziehen ist bedenklich.!