Liquidation Fest Mw: Einschätzung des Präsidenten

Geschätzte Kameraden

Einige von Euch haben ja die Abstimmung über die Armeebotschaft im Nationalrat, insbesondere über die Liquidation der Festungs-Minenwerfer, wie ich, auch live übers Internet mitverfolgt.

Abstimmungsresultat: 114 JA, 67 NEIN, 3 Enthaltungen: Die Festungs-Minenwerfer werden liquidiert (zurückgebaut, entsorgt).

Die Abstimmungsresultate sind bekanntlich auf der Website des Parlaments abrufbar.

Nur die SVP hat geschlossen gegen die idiotische Liquidation der Fest Mw gestimmt. Gegen ihren eigenen Bundesrat, notabene. Alle anderen Parteien, mit wenigen löblichen Ausnahmen einzelner, haben der Verschleuderung eines guten, einsatzfähigen Waffensystems im Wert von immerhin 1 Mia CHF („Volksvermögen!“) ohne nachzudenken zugestimmt. Namentlich CVP und FDP. Diese Leute dürfen nächstes Jahr nicht wieder gewählt werden!

Mit dem heutigen Abstimmungsresultat (vorbehältlich der Schlussabstimmung der Bundesversammlung am letzten Sessionstag) ist unsere Armee am Ende.

Die unheilvolle, heute vollendete Entwicklung hat schon vor Jahren begonnen, und fand dann in der denkwürdigen WEA-Abstimmung im März 2016 gleichsam ihre «Krönung». Was heute geschah ist nur die logische Folge, sozusagen ein weiterer Kollateralschaden. Auf jeden Fall absehbar.

Das Schlimmste ist jedoch, dass die Vorschläge für die Liquidation von Waffensystemen von der Armeeführung bzw. aus dem VBS selbst kommen. Ausgerechnet die „Profis“ sind heute die grössten Armeeabschaffer. Ein Grossteil der Politik scheint zu sehr mit der Verwaltung verbandelt zu sein, um die nötige kritische Distanz wahren zu können. Das Vertrauen in die Bürokratie ist viel zu gross – dabei sollte doch das Parlament die Arbeit des Bundesrats und der Verwaltung überwachen!

Die SVP scheint immerhin langsam zu merken, dass sie auf einen falschen Kurs geraten ist. Nicht so hingegen FDP und CVP.

Die heutige Armee hat effektiv noch folgende Aufgaben:

  1. Unterstützung der Kantone bei (Natur-)Katastrophen, vor allem mit Genie-Mitteln und Ustü der Polizei;
  2. Schutz von grossen internationalen Konferenzen durch Ustü der Polizei;
  3. Mithilfe bei grösseren Veranstaltungen, als billige Arbeitskräfte, hauptsächlich zum Aufbau/Abbau von Tribünen, Stampfen von Skipisten und dergleichen;
  4. Luftpolizeidienst.

Dazu folgende Anmerkungen, jeweils gleich durchnummeriert wie vorstehend:

  1. …ist Sache des Zivilschutzes und für die Genie-Einsätze Angelegenheit entsprechend ausgestatteter Bau-Unternehmen sowie der Bevölkerung;
  2. …ist Sache der interkantonalen Polizeikonkordate. Falls die Anforderungen deren Kapazitäten übersteigen, ist auf die Konferenz zu verzichten. Der Schutz privater Konferenzen ist keinesfalls Staatsaufgabe. Sämtliche internationalen Konferenzen in Genf werden seit Jahren ohne Mil Ei gesichert.
  3. …die personellen Mittel des Zivildienstes (allenfalls auch Zivilschutzes) sind mehr als ausreichend. Der Einsatz der Armee ist ein Missbrauch. Es ist nicht einzusehen, weshalb wir unseren AdA eine militärische Ausbildung zukommen lassen, um sie anschliessend als Hilfsarbeiter einzusetzen;
  4. …dazu ist keine ganze Luftwaffe notwendig. Es genügen ein paar durchschnittliche Kampfflugzeuge mit gutem Radar. Kanonenbewaffung reicht aus.
    Diese paar Flugzeuge können auch vom BAZL oder vom EJPD betrieben werden. Militärisch geschützte Flugplätze sind nicht nötig, bestehende zivile Flugplätze genügen völlig.

Eine solche, sogenannte «Armee» brauchen wir nicht. Sie ist ein Betrug am Schweizer Volk, das gutes Geld dafür bezahlt, aber die vereinbarte Dienstleistung nicht erhält. Das Volk bezahlt ein Potemkinsches Dorf.

N.B. In unserem Land wird die Ausbildung der Gst Of «in den Himmel gelobt». Ich frage mich seit längerem ernsthaft, worin diese Leute in den entsprechenden Kursen eigentlich ausgebildet werden. Als Ingenieur lasse ich mir etwas immer vorrechnen, wenn ich von etwas nicht überzeugt bin. Noch kein einziger Gst Of konnte mir bisher glaubhaft vorrechnen, wie mit einer (de facto, nach 10 Tagen) 35’000-AdA-Armee der Artikel 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft auch nur ansatzweise erfüllt werden kann. Längst nicht nur die derzeitig noch aktiven Of verlieren so ihre Glaubwürdigkeit.

Fazit:

  • Unsere Armee hat faktisch aufgehört zu existieren.
  • Wir müssen der durch und durch maroden Bundes-Militärverwaltung (Militär-Kaste) das Zepter aus der Hand nehmen. Sie kann es nicht. Die Miliz kann es. Die Miliz kann es allein. Allein die Miliz kann es.
  • Die Kantone müssen wieder selber für ihre Sicherheit sorgen.
    Wir geben dem Bund kein Geld mehr für eine Organisation, welche weder gewillt noch (materiell und intellektuell) in der Lage ist, ihren Auftrag auch nur einigermassen zu erfüllen. Wir geben kein Geld aus für etwas das nicht funktioniert.
  • Es ist so, wie ein Sprichwort besagt: Reitest Du ein totes Pferd, steig ab. Das Pferd «Armee» ist tot. Wiederbelebungsversuche sind zwecklos. Es gibt auf dem Internet zahlreiche Webseiten dazu, die exakt beschreiben was die Schweizer Politik und das VBS effektiv machen. Es ist ganz einfach lächerlich, wenn es uns nicht Unsummen Geld für gar nichts kosten würde. Zur Lektüre empfohlen. Zwei Müsterchen.
    http://www.wernlis.ch/unterhaltung/deathhorse.pdf
    http://www.roland-schaefer.de/totespferd.htm

Dem Schweizer Volk ist endlich reiner Wein einzuschenken, statt es zu betrügen und es für dumm zu verkaufen!

mit kameradschaftlichen Grüssen
Willi Vollenweider, dipl. Ing. ETH
Präsident GRUPPE GIARDINO für eine starke Miliz-Armee

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