Ein Militärdirektor im Widerstand gegen die Wehrpflicht

Für die Abschaffung der Wehrpflicht würden sich neben der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) auch ein paar Bürgerliche einsetzen, stellte der «Blick» vor Kurzem überrascht fest. Und zwar nicht irgendwelche Bürgerliche, sondern prominente. Als Beispiel stellte der «Blick»im Hinblick auf die Abstimmung vom 22. September Brenda Mäder vor, die frühere Präsidentin der Jungfreisinnigen, um die es zuletzt allerdings doch eher etwas ruhig geworden ist.

Umso mehr überrascht werden die Blickmacher wohl sein, wenn sie erfahren, welcher Basler die Wehrpflicht am liebsten abschaffen würde. Es ist der oberste Militärverantwortliche des Kantons, ein strammer Bürgerlicher noch dazu: Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP). «Ja, ich stimme dem Anliegen zu», bestätigt er auf Anfrage der TagesWoche: «Ich finde es richtig, dass man eine Alternative zur allgemeinen Wehrpflicht sucht.» Das jedenfalls sei seine persönliche Meinung. Als Regierungsrat werde er sich aber nicht in den Abstimmungskampf einmischen. Nicht auf der Seite der Initiativ-Befürworter. Und selbstverständlich auch nicht auf Seite der Gegner, auch wenn die ihn angefragt haben. Ein rechter Militärdirektor werde wohl schon für die Wehrpflicht sein, dachten sich die Offiziere wohl.



Bericht auf tageswoche.ch

Kommentar:
Wer braucht da noch die GSoA?

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6 Kommentatoren

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Hans Ulrich Suter

Interessant ist doch die Motivation die diese Leute antreibt, immerhin Leute die jahrelang vom bestehenden System gut gelebt haben. Das bleibt ein gewisses Rätsel.

Alain Vincent

Ja unverständlich, und doch trifft man immer wieder solche Figuren an. Gewisse amten sogar als Kreiskommandanten oder Berufsoffiziere.

Urs Brunner

Das erstaunt mich bei Herrn Dürr überhaupt nicht. Wurde er doch vom Militärgericht wegen Dienstverweigerung verurteilt.

Hans Ulrich Suter

Vielleicht sollte man schon ein bisschen besser auf die Eignung eingehen, ich weiss zum Beispiel nicht, ob dies zum Beispiel beim Wahlkampf thematisiert wurde. Es stellt sich auch eine grundsätzliche Eignugnsfrage, so kann man ja ohne Schulabschluss auch nicht Professor an einer Universität werden (ausser man ist linke Politikerin), oder wer will schon Chirurgen, die gleichzeitig Tetraplegiker sind, daher holte ich das eigentlich als Killerargument für eine Exekutivposition.

Die FDP von heute ist eben nicht mehr die frühere, einst recht gute und verlässliche FDP. Nur merken es diese Leute nicht, trotz den dauernden (berechtigten) Wahlverlusten. Zudem spielt die linke Presse natürlich solche Einzelfälle von Blindgängern sehr gerne hoch. Ein wahrlich toller Dienst an der Idee der Bürger- und Milizarmee!

Bedenklich! Will er etwa noch den Kanton Basel aufheben? Bei Dienstverweigern ist alles möglich!

Bruno Merki

Zum Bericht der Tageswoche:
Der Passus: “ und dazu ein strammer Bürgerlicher“ ist ja geradezu grotesk. Allerdings ist festzuhalten, dass es mehr und mehr schwierig wird, was man unter „bürgerlich“ versteht. Die FDP, die BDP und die CVP nennen sich ja alle bürgerlich, obwohl sie nur noch teilweise eine bürgerliche Politik betreiben. Vor allem die CVP verdient diese Bezeichnung längst nicht mehr, wenn man bei Abstimmungen feststellen kann, wie sie immer mehr für die Linke stimmt. Nicht die Linke ist das Problem,(deren Neid und Illusionen kennt man ja)sondern die orientierungslose „Mitte“.