Schlaglicht auf aktuelle Probleme in der Armee

Dem Giardino-Team werden immer wieder Beispiele genannt, in denen die Armee „keine gute Falle“ macht. Hier ein paar solcher Beispiele:

  • Junge Panzer-Offiziere, welche in ihrem „Praktischen Dienst“ (vormals „Abverdienen“) den Schiessplatz Hinterrhein besuchen, um dort zusammen mit ihren Zügen und ihren Leo Kampfpanzer „Vollkaliber“ zu schiessen, haben bisher in ihrer gesamten Ausbildung noch NIE „Vollkaliber“ geschossen. Genauso wie für die Rekruten und Unteroffiziere ist dies das erste Mal in ihrer Militärkarriere. Dumm nur, dass eben sie die Rekruten und Unteroffiziere ausbilden müssten…
  • Da man die Ausbildungsplanung auf drei RS Starts konzipiert hat, wurde auch Ausbildungsinfrastruktur (Kasernen, Waffenplätze) abgebaut. Eine Rückbesinnung auf zwei RS Starts ist damit unmöglich, da nun eben diese Infrastruktur fehlt.
  • Obschon es über das Land verteilt „Koordinationsabschnitte“ gibt, welche die WK-leistenden Truppen auf die verfügbaren Unterkünfte und Waffenplätze verteilen soll, kommt es immer wieder zu Engpässen und überschneidungen. Man fragt sich, wie das früher mit deutlich mehr Truppenkörpern machbar war…
  • Von den Schulkommandanten werden akrobatische Fähigkeiten verlangt: So kommandiert ein Schulkdt gleichzeitig zwei RS ( weil diese überlappend laufen), die ihrerseits an verschiedenen Standorten laufen (Verlegung, Grundausbildung). Dazu ist er noch verantwortlich für die Weiterausbildunhg der jungen Offiziere, die eigentlich eine Grundausbildung sei, da man in der OS nur gegen Schluss etwas über die eigene Waffengattung lehre und demzufolge die Leutnants waffenspezifisch sozusagen nichts können. Er hat auch Leute aus andern Waffengattungen, die er nicht im spezifischen Waffen-Unterricht einsetzen könne. Zudem wechsle das Lehrpersonal ständig, so dass eine Kontinuität in der Ausbildung nicht gewährleistet sei.
  • Wer als Berufsoffizier bei den übergeordneten Stellen (mehrfach) reklamiert, erhält nur die Aufforderung, sich „zu arrangieren“.
  • Auch bei der Infrastruktur ist in den vergangen Jahren nicht alles so gelaufen, wie man es sich vorstellt. Am Wochenende schrieb die Sonntagszeitung von einem „Chaos“ (mediale Überspitzung berücksichtigen) und davon, dass der Unterhalt über Jahre vernachlässigt wurde. Der Schreibende kann diesen Befund aus verschiedenen Waffenplätzen bestätigen.
  • Das Führungsinformationssystem des Heeres (FIS HE) soll im Herbst seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Die Übung wurde aber in den vergangenen Jahren zusammengestrichen. Von der Idee einer Übung mit einer Brigade, die quer durch die Schweiz auf den Bildschirmen verfolgt werden sollte, bleibt gerade noch ein mehr oder weniger statischer Einsatz eines Bataillons. Derweil stellt man fest, dass die Übertraungskapazitäten der Übermittlungsmittel nicht genügen und Fahrzeuge nicht mit dem FIS ausgerüstet werden können weil sonst die maximal zulässiche Zuladung überschritten würde.

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