CONEX 15 deckt eindrücklich Schwächen der WEA auf

Die Verkleinerung der Armee hat sich während der Übung CONEX 15 in der Nordwestschweiz klar bemerkbar gemacht. In den letzten Jahren ist die Armee von 625’000 auf 100’000 Angehörige geschrumpft. Dies hinterlässt schmerzhafte Spuren, so sind in normalen Lagen nur 3’000 bis 4’000 Soldaten verfügbar. Für die Unterstützung des Grenzwachtkorps spezialisierte Truppen wie die Infanterie, stehen nur noch mit 5 Kompanien, also knapp 800 Soldaten zur Verfügung, was eine reale Leistung von einem kurzen Grenzabschnitt wie dem Rheintal oder einen Teil der Tessinergrenze ausmachen würde. Die Politik muss sich im klaren sein, dass mit der zusammengesparten Armee kein flächendeckender Einsatz mehr möglich ist. Mehr sei aus dem Stand nicht mehr vorhanden. Die Weiterentwicklung der Armee gehe deshalb in die richtige Richtung, weil die Mobilisierung wieder eingeführt und auch Material wieder vollständig verteilt wird. Jedoch sei auch in einer normalen Lage diese verkleinerte Armee nur noch eingeschränkt zugunsten der Kantone und ihrer Begehren einsetzbar. Dies muss der Politik und der Bevölkerung klar sein.

Bericht auf blog.reddev.ch

«Der Zivilschutz ist heute rascher in der Lage, 50‘000 Mann aufzubieten, als die Armee. Ändern soll dies die WEA. Ab 2018 sollen mit einem Mobilmachungssystem innerhalb von 10 Tagen bis 35‘000 AdA aufgeboten, komplett mit Führungsmitteln, Fahrzeugen und weiterem Material ausgerüstet und eingesetzt werden können.

Mitteilung des VBS

„Man muss sich einfach bewusst sein, dass nicht 100 000 Personen jederzeit zur Verfügung stehen, wie vielleicht in der Öffentlichkeit teilweise der Eindruck herrscht. Klar ist, dass die Armee bei einer stetigen Verkleinerung nicht mehr alle Aufgaben erfüllen kann.“ – Ueli Maurer, NZZ.ch

Kommentar:
Die Begründung für die Richtigkeit der WEA mutet absurd an, wenn mit einer Mobilmachung der „letzten strategischen Reserve des Landes“ nicht einmal so viele Leute aufgeboten werden können, wie es der Zivilschutz offenbar kann.

Wann realisieren es auch die Kantone, dass ihnen selbst „in einer normalen Lage“ (!) nur noch „eingeschränkt“ geholfen werden kann? Die Kantone verlassen sich zu sehr auf die Propaganda des VBS.

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Beda Düggelin

Das Interview von Bundesrat Ueli Maurer in der Tagespresse, so auch NZZ v. 2.10.15 lässt keinen Zweifel offen, die Schweizer Armee ist am Ende! Insbesondere dann wenn die WEA im Nationalrat doch noch gutgeheissen wird. Die Armee ist zu einer KITA (Kindertagesstätte), zu einer Suppenküche für Randständige und zum Brotchorb von Pfarrer Ernst Sieber für Arbeitssuchende verkommen!
Sie kann ihren Auftrag nicht mehr erfüllen, 50´000 Flüchtlinge werden sich dann wohl beschweren von nur von 3´000 oder 4´000 Armeeangehörigen „betreut“ zu werden.
Die Schweiz steht nun so wehrlos da, wie vor dem 1. und 2. Weltkrieg!

fritz kälin

Alles, was die Bevölkerung erwartet, ist, dass die Armee bei Bedarf/ Gefahr sich zwischen sie und die Bedrohung stellt. Jahr für Jahr werden 20’000 junge Männer in die RS eingezogen und leisten danach jährlich ihre WKs, so wie die Generationen vor ihnen. Und doch hat man es geschafft, heute eine Armee zu konzipieren, die schlichtweg zu klein ist. Auf jeden AdA kommen nach der WEA mindestens 3 ehemalige AdA, die alle einst die Ausbildung und Ausrüstung erhalten hatten, die es für die Bewältigung von Conex15-Szenarien bräuchte. Bei einer erneuten Armeehalbierung zu sagen, das gehe „in die richtige Richtung“, grenzt an… Weiterlesen »

Willy P. Stelzer

Falls der neu gewählte Nationalrat die WEA nicht versenken wird, ist der vorbehaltene Entschluss des Referendums in die Tat umzusetzen. Praktisch alle persönlichen Gespräche mit den Schlüsselpersonen haben in den vergangenen sechs Monaten kein Umdenken bewirkt. Die Tatsache, dass wir Krieg in Europa haben, wird verdrängt. Die erneute Halbierung der Armee ist Irrsinn weil damit das Konzept der Miliz Armee und des Miliz-Gedankens torpediert wird. Die WEA-Armee würde nicht mehr bei den Bürger-Offizieren und Bürger-Soldaten verankert sein. Geführt würden Kp und Bat weitgehend durch Berufs Offiziere. Welcher Subaltern Offizier meldet sich bei diesen Voraussetzungen noch für die Weiterausbildung?

M. Quiblier

Das, was schon lange klar war, hat sich nun ein weiteres Mal bei der Conex15 Übung bestätigt. Die Schweiz verfügt über keinerlei flächendeckende Sicherheitskräfte mehr, der Verfassungsauftrag kann nicht mehr wahrgenommen werden und ist zur Makulatur verkommen. Unsere Sicherheit ist von verantwortungslosen Poltiker/Innen ohne Hemmungen geopfert worden. In Kürze sind Wahlen. Es liegt an uns allen, a. überhaupt zur Urne zu gehen und zu wählen, b. mit ihrer Stimme dafür zu sorgen, dass die dafür verantwortlichen Politiker/Innen abgewählt werden, c. dass Parteien welche die Armee und somit unsere Sicherheit gem ihrem Parteiprogramm abschaffen wollen, keine Stimmen mehr erhalten. Politiker/Innen, welche… Weiterlesen »

Christian Gerber

… denn sie wissen nicht, was sie tun…
oder … denn wir wissen nicht, was wir tun?…
oder warum schweigen die meisten Schweizer?