Rettet die Tiger

Um was geht es?
Die Armeeführung und der Bundesrat haben entschieden, die Tiger F-5 in den nächsten Jahren auszumustern und für USD 500’000 pro Stück an die Amerikaner zu verkaufen. Ursprünglich hätte ein Teil der Tigerflotte durch Gripen ersetzt werden sollen. Argumentativ wurde deshalb der Tiger schlechtgeredet. Die Rechnung ging aber nicht auf und der Tiger-Teilersatz (Gripen) kommt nun nicht.

Die Armee behautet auch heute noch, dass der Tiger hoffnungslos veraltet sind und sich keine Kampfwertsteigerung mehr lohnen würde. Diese Aussage ist falsch.

Von 2002 bis 2009 wurden bereits 44 Tiger für insgesamt USD 50 Mio. an die US Navy Airforce verkauft. Sie wurden für rund USD 6 Mio. kampfwertgesteigert und werden heute u.a. zur Zieldarstellung eingesetzt. Die Käufer sind des Lobes voll. Sie unterstreichen insbesondere die tiefe Anzahl Flugstunden und den hervorragenden Zustand (Zitate vom Hersteller Northrop Grumman):

When the U.S. Navy purchased low hour single seat Swiss F-5s,…“ und „…the front fuselage section of the Navy F-5F was installed on the low flight hour Swiss F-5E“ (Quelle)

Die US NAVY Airforce bezeichnet unsere Tiger als:
The Swiss aircraft had very few flight hours and were in great shape, said Lt. Cdr. Jason Goff… (Quelle)

Man reibt sich die Augen. Wieso verkauft die Schweiz einwandfrei gewartete Tiger an die USA? Die Amerikaner kommen zum Schluss:

The transformation of these formerly Swiss-owned fighters to U.S. Navy assets was a smart, strategic, and cost-effective move“ said Capt. James Wallace… (Quelle)

Dennoch bleibt die Armee auch heute bei der Absicht, die 54 Tiger ausser Dienst zu stellen. Pro Jahr können so pro Tiger CHF 889’000 gespart werden (SkyNews.ch, Nr. 4, April 2014, Seite 12). Ein lächerlicher Betrag.

Dabei haben unsere Recherchen ergeben, dass die Zellen der Tiger F-5 im Schnitt erst etwa 39% des vom Hersteller bezeichneten fatigue life value (materialtechnisches Lebensende) erreicht haben.

…Und so ergeben sich noch viele Ungereimtheiten, auf die Giardino immer wieder hinweist. Sie finden alle Beiträge zum Tiger F-5 auf unserem Blog. Hier fliegt der Tiger bei schlechtem Wetter.

 

Wir argumentieren:

Schutz des Luftraums rund um die Uhr
Der Bundesrat ist der Meinung, dass auch mit den 32 F/A-18 ein 24/7 Luftpolizeidienst möglich ist. Das mag kurzfristig und für einen minimalen Bestand stimmen. Doch „die Konsequenz der Ausserdienststellung der F-5 Tiger liegt darin, dass dann die F/A-18 schneller und stärker abgenutzt werden“ (Antwort Bundesrat auf eine Interpellation). Die Lücke kommt einfach später. Mit zusätzlichen Tiger F-5 kann der Luftpolizeidienst auch bei erhöhtem Verkehr in der Luft gewährleistet werden. Geben wir uns nicht mit minimalen Lösungen zufrieden – unsere Sicherheit verdient mehr. > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition!

Neutralität auch in der 3. Dimension
Die Schweiz ist völkerrechtlich verpflichtet, ihre (bewaffnete) Neutralität auch in der dritten Dimension durchzusetzen. Eine Delegation dieser Aufgabe an unsere NATO-Nachbarn (wie etwa bei den baltischen Staaten so umgesetzt) ist nicht möglich. Oesterreich hat selbst genügend Probleme mit der Aufrechterhaltung seiner Luftwaffe (siehe Bericht). Ohne vertrauenswürdigen Schutz der Neutralität auch in der Luft werden wir früher oder später in einen Konflikt miteinbezogen. Unsere Tiger schützen unsere Neutralität auch morgen noch. > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition! Unterstützen Sie die Gruppe Giardino mit Ihrem Beitritt!

Kollaps der Luftwaffe vermeiden
Die Luftwaffe ist ein Gesamtsystem, welches in seiner Gesamtheit funktionieren muss. Ohne Piloten können keine Flugzeuge abheben. Ohne bestens gewartete Flugzeuge findet kein Luftpolizeidienst statt. Ohne geräumte Pisten startet kein F/A-18. Mit nur noch 32 Hornets erreicht die Luftwaffe eine kritische Grösse. In ein paar Jahren fehlen – wie das Beispiel der jetzt im Aufbau sich befindenden 24/7 Luftraumüberwachung zeigt – nicht nur Piloten, sondern auch Mechaniker, Fluglotsen, Pisten und viel Erfahrung. Dieses Risiko gilt es zu vermeiden. > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition! Unterstützen Sie die Gruppe Giardino mit Ihrem Beitritt!

Miliztaugliche Luftwaffe
Unsere F/A-18 werden ausschliesslich von Berufspiloten geflogen. Mit der Eliminierung der Tiger werden auch die Milizpiloten entlassen. Unsere Luftwaffe besteht dann ausschliesslich noch aus Jetpiloten, welche jederzeit ihren Dienst quittieren können (was sie z.T. bereits heute tun) und in die Privatwirtschaft übertreten. Der Aufwuchs wird so in Frage gestellt. Nur mit den Tigern haben wir auch noch in Zukunft eine zumindest teilweise Miliz-Luftwaffe.  > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition! Unterstützen Sie die Gruppe Giardino mit Ihrem Beitritt!

Qualifizierte Arbeitsplätze erhalten
Flugzeugmechaniker ist ein Traumjob. Technik und die Faszination der Lüfte werden vereinigt. Die Spezialisten tragen grosse Verantwortung. Mit einer Kampfwertsteigerung der Tiger F-5 können rund 200 Arbeitsplätze erhalten werden. Die Umrüstung ergänzt das vorhandene Know-how und erweitert die Kompetenzen der Arbeiter. Werden die Tiger F-5 nach Amerika verkauft, gewinnen nur die Amerikaner. Wir sollen für uns schauen. > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition! Unterstützen Sie die Gruppe Giardino mit Ihrem Beitritt!

Patrouille Suisse auf den bewährten Tiger F-5
Statt mit 3-4 F/A-18 (mit entsprechend reduziertem Show-Programm) kann die PS auch in Zukunft mit ihren roten Tigern die Leute begeistern. Die PS ist das Aushängeschild der Luftwaffe und ein hervorragender Botschafter für die Schweiz. Stellen wir uns nur mal das Gelächter im Ausland vor, wenn wir uns als eines der reichsten Länder der Welt nicht einmal mehr diese gewährten Flugakrobaten leisten könnten. > Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition! Unterstützen Sie die Gruppe Giardino mit Ihrem Beitritt!

 

Sicherheitspolitische Lage
Die aktuelle sicherheitspolitische Lage in Europa verschlechtert sich fast täglich. Es ist daher unklug, unsere Luftwaffe auf oder unter ein Minimum zu verkleinern und zu hoffen, die Lücken könnten in 5-10 Jahren geschlossen werden. Wir wollen den Schutz des Himmels über unserer Schweiz heute!

 

Helfen Sie mit, die Tiger in der Luft zu halten.
Unterschreiben Sie unsere Petition!
Treten Sie der Gruppe Giardino bei.
Lesen Sie unsere Resolution.

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6 comments to Rettet die Tiger

  • R. Bodmer

    Brasilien hat es vor gemacht: Für £ 3 Mio pro Stück wurden die Tiger nachtsicht- und blindflugtauglich gemacht (neuer Radar) und die Zelle für eine Verlängerung der Lebensdauer von 10-15 Jahren verstärkt. In der Schweiz kostet dieses Upgrade vielleicht doppelt so viel, dafür sind die Tiger universell einsatzfähig, die RUAG würde ihr Know-How erweitern, und unser Luftraum in einem Bereich (bis 6000m) gesichert, für den die F/A 18 viel zu schnell sind. Es ist völlig unverständlich, wie das VBS und das Kommando der Luftwaffe auf eine solche kostengünstige Verbesserung der Flugwaffe verzichten können. Dass Botschafter Catrina in den USA die Tiger für 0,5 Mio/Stück verkaufen soll, ist ein schlechter Witz. Nachdem der Grippen bei der Bevölkerung keinen Gefallen fand, liegt eine neue Situation vor, die mit der Aufrüstung des Tiger problemlos und kostengünstig überbrückt werden kann. Auch alle diejenigen, welche ihr Nein zum Gripen nicht als Nein für eine starke Armee und Luftwaffe verstanden haben wollten, sollten sich zu diesem Projekt bekennen.

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  • A. Hohermuth

    Die Geschichte beweist: Man muss nicht immer nur das beste Material haben (haben wir in der Schweiz sowieso nicht). Beispiele: Vietnamkrieg: Vietnam ohne Luftwaffe – Weltbeste Luftwaffe der USA – trotzdem wurde von den USA und vorher von den Franzosen der Vietnamkrieg verloren. Afghanistan: Hat ebenfalls keine Luftwaffe – trotzdem den Krieg gewonnen gegen Superluftwaffe der Russen und später der Westmächte. Palästina: Palästinenser ohne Luftwaffe – Israels top Luftwaffe kann Palästina nicht bezwingen. Ukraine: Schrottluftwaffe gegen Kräfte ohne Luftwaffe – Konflikt ist nicht zu gewinnen. ISIS – trotz Kampf ohne Luftwaffe gegen mordernste Luftwaffen der westlichen Welt – Krieg ist nicht zu gewinnen.
    Natürlich hätte die Schweiz im Kriegsfall Gegner mit Luftwaffen, aber auch die gegen uns eingesetzten Luftkräfte wären nicht zu 100 % die modernsten Flieger. Darum haben wir auch mit top instandgehaltenen Tiger für einen Teil des Einsatzes beste Chancen. Darum unbedingt ja zum Erhalt der Tiger!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Wer die Tiger der Schweiz im heutigen Zeitpunkt und Zustand wegnimmt (VBS)verletzt die Verfassung und begeht massivste Verschleuderung von Steuergeldern. Die Justiz müsste von sich aus tätig werden und eine Vernichtung von gebrauchsfähigem Armeematerial verbieten. Dies sind meines Erachtens Offizialdelikte. Wäre schön, wenn die Gruppe Giardino die Justiz darauf hinweist, rasch tätig zu werden

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  • Graf

    Der Bundesrat soll endlich mal klar erklären, warum nachgerüstete Tigers für uns nicht tauglich sein können, wenn diese Singapur (reiches Land), Brasilien (mit eigener Luftfahrtindustrie) und Chile (auch kein Armenhaus) vorzügliche Dienste leisten. Warum werden dann unsere Tigers gerade jetzt (Januar/FEBRUAR 2015) aufwendig repariert (Schwachstellen hinter dem Cokpit, wenn sie doch nur noch Schrottwert haben?

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  • Bruno Steinegger

    Da stimmt eben vieles im Bundeshaus nicht mehr. Ich glaube, dasses bin der Regierung auch sogennante cia Abgeordnete gibt, welche alle Hebel in die falsche Richtung stellen. Man sah ja die beim Nachbarland Frankreich, der ex Staatspraesident wurde durch die CIA gepuscht….. nur so entstand die EU fuer das Vereinigte Amerikanische Europa, was Frau Merkel in den USA vor der Kamera sagte. Leider gesehen in Asien, da wir KEINE Medienluegen haben. Arirangnews…..
    Das Bundesverfassungsgericht in Deutschland hat ja schon vieles gezeigt, dass in diesem Land vieles nonsens und illegal ist. So auch der Bundestag etc…. Es wurde eben wieder mal was vergessen, 1956 hat es begonnen, 1991 wurde durch das gleiche Gericht die Marionetten in Berlin darauf aufmerksam gemacht, dass die illegal ist. Gemacht wurde vieles…. Wenn man weiss das Deutschland seit 1945 ein Firmenkonstrukt der westlichen Allierten und Israel ist…….

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  • Daniel H.

    Grundlegend bin auch ich dafür, in einer solchen Situation das bestehende, aufrüstbare Material zu modernisieren. Vorausgesetzt, man die Kosten-Nutzen Rechnung gemacht.
    Was nun aber alle vergessen ist das Volk und deren Meinung.

    Wir haben nun in der Gripen-Abstimmung das Alter und der „Zustand“ des Tigers als Argument für ein neues Flugzeug auf unsere Pro-Gripen-Fahnen geschrieben. Das es fahrlässig sei, einen Oldtimer als „Polizei der Lüfte“ einzusetzen, etc., etc..
    Ob diese Aussage nun richtig ist oder falsch ist, ist absolut unwichtig. Fakt ist, dass wir dieses Argument verwendet haben.

    So, gehen wir nun mal vom 0815-Schweizer aus. Er erfährt nun in der Abstimmung, dass das Flugzeug praktisch nicht mehr zu gebrauchen sei und unbedingt ein neues angeschafft werden soll. Und nun, nachdem die Abstimmung verloren wurde, kann das alte, schwächelnde Flugzeug auf einmal doch aufgerüstet und viele, viele Jahre eingesetzt werden.
    Schon wieder, wie so oft in der Gripen-Abstimmung und dem Beschaffungsprozess, wird nicht geradlinig kommuniziert und der Bürger fühlt sich auf ein Neues hintergangen und angelogen. Zu Recht.

    Ich bin der Meinung, da sich das Volk gegen ein neues Kampfflugzeug entschieden hat, es auch die Konsequenzen zu tragen hat. Nicht die Armee muss nun wieder einmal mehr die Löcher stopfen, die das Volk mit seinem Entscheid hinterlassen hat sondern das Volk selber hat mit den Resultaten zu leben. Und falls ein Ereignis eintritt und die Armee dann auf Grund von Engpässen an Flugzeugen etc. nicht reagieren kann, überlegt sich das Volk bei der nächsten Abstimmung (und ich hoffe es gibt nie mehr eine Abstimmung in Militärfragen) vielleicht eher wie wichtig ihr die Sicherheit ist.

    Viel, viel wichtiger ist es aus meiner Sicht, nun mit dem neuen Beschaffungsprozess zu beginnen, damit wir im 2025 nicht wieder vor einem Dilemma stehen!

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  • Uoff. aD. Fl.Kp 16.

    paschi
    Wir reden von einer Halbierung der Armee. Wer Will das ? Wer sind diese Landesverräter ? Warum darf man sie nicht nennen ? Im roten Buch von Lenin und Marx sind doch diese Strategien aufgeführt und bei den Genossen je länger je mehr sehr subtil aber konsequent im täglichen Planning präsent.

    Warum redet und schreibt Giardino von der Vergangenheit, wenn sich heute und morgen indoktrinierte Schweizer hergeben ihr eigenes Land kaputt zu machen. Wo ist das Geld aus dem Tiger-Verkauf, dem Panzer-Verkauf, der Waffenfabriken-Verkauf ? Hat das der Bund ? Die Ruag ‚ oder wer ? Gibt es eine Zweckbestimmung für diese Einnahme-Gelder.

    Eine halbe Armee ist ja quatsch.
    Wir hatten früher über 223 Vampire und Venoms. Das wären heute über 100 Flugzeuge. was zählen Heli’s ?
    Wir hatten früher über 400 000 Milizler. das wären heute noch 200 000 Kompatante und neu ein paar Elektronik Fritzen.

    Die Hälfte der Hälfte ist ein Viertel. Das wäre der richtige Titel. Das wäre eigentlich die Lehre die proklamiert werden sollte.

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