Bundeswehr: „Man muss die Mangelwirtschaft wieder abschaffen“

Die Bundeswehr brauche in den nächsten Jahren einige Milliarden Euro, um dem Ziel der Vollausstattung wieder näherzukommen, sagte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peters Bartels, im DLF. Die derzeitige „Mangelwirtschaft kann kein Dauerzustand sein“ angesichts der veränderten Sicherheitslage. Die Bundeswehr „wird gebraucht für Sicherheit in Europa“, sagte Bartels.

Wie hoch schätzen Sie den Nachrüstungsbedarf, sag ich mal, um auf diese 100 Prozent zu kommen?

Bartels: Ich kann da keine Summe nennen, aber es werden Milliarden sein über die nächsten Jahre. Wir haben nach der letzten Bundeswehrreform diese Vorgabe, dass 70 Prozent des Großgeräts ausreichen sollen, also 70 Prozent der Panzer, 70 Prozent der Schützenpanzer, 70 Prozent der Artilleriesysteme. Zum Teil ist das Material inzwischen auch schon abgegeben, das heißt, es ist nicht mehr da, zum Teil ist es noch da. Da hat der Inspekteur des Heeres – sehr zu Recht -, der neue Inspekteur, als Erstes Weisung erteilt, jetzt nichts mehr abzugeben. Also nichts außer Dienst zu stellen, was man noch brauchen kann und vor allem nicht, bevor das Neue nicht da ist.


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Armee bald ohne Panzer und Kampfjets?

Das VBS soll 500 Millionen Franken sparen und prüft dazu drastische Sparpläne. So rechnet die Armeeführung 2017 mit einem Budget von 4,5 Milliarden Franken. Ein Jahr später soll das Armeebudget 4,55 Milliarden betragen und 2018 liege es immer noch 400 Millionen unter den geforderten 5 Milliarden, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.
Deshalb prüft die Armee derzeit drei Varianten:

  • Beim ersten Szenario verzichtet die Armee auf «Mechanisierte Mittel», also Panzer und Artillerie. Bestehendes Gerät würde ausgemustert und kein neues mehr angeschafft.
  • Szenario zwei sieht vor, dass die Luftwaffe nur noch den Flugplatz Payerne VD nutzt. Dort würden einzig Propeller-Maschinen für den Luftpolizeidienst «im unteren Luftraum» eingesetzt. Das heisst, die F/A-18-Kampfflugzeuge blieben am Boden.


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Meldung an den CdA: M113 soweit das Auge reicht

Aus www.defenseindustrydaily.com von heute:

„BAE Systems has also been handed a $54.7 million Foreign Military Sales contract to upgrade 236 M113 armored personnel carriers belonging to the Brazilian Army. The company has been upgrading the Brazilian fleet for some time, with Brazil requesting 434 M113A2MK1 upgrade kits in June 2014 . The Brazilians have been looking to upgrade their M113s from the M113B configuration to the M113A2MK1, with other countries also having selected to upgrade their M113 fleets rather than procure new vehicles; these include Australia and Jordan, with Iraq recently buying new M113A2s.“

Bild aus den Colemann Barraks in Mannheim, wo wohl auch, nach CdA, wieder nur Markierpanzer herumstehen:

20150710_Mannheim

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch gerne auf den Schriftverkehr zwischen einem Giardino-Mitglied und dem VBS: 
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Rambos statt Polizisten schützen Bundesräte

Mit der laufenden Armeereform soll das bewährte Schutzdetachement Bundesrat abgeschafft werden.

Die rigiden Sparvorgaben an die Armee und deren Verkleinerung in der laufen­den Armeereform haben auch unmittel­baren Einfluss auf die Sicherheit der Bundesratsmitglieder bei ausserordent­licher Lage. In einem Brief an Bundes­kanzlerin Corina Casanova (CVP) bestätigt Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee, dass das «Schutzdetachement Bundesrat» (SDBR) voraussichtlich auf Ende 2016 aufgelöst wird. Die Bundeskanzlerin ist von Amtes wegen Chefin des «Stab Ein­satzunterstützung Landesregierung». Casanova muss im Notfall das Schutz­detachement anfordern.

Offenbar hatte sich die Bundeskanz­lerin zuvor bei Blattmann nach der Zukunft des Schutzdetachements Bun­desrat erkundigt. Denn Blattmann leitet seinen Kurzbrief mit der Bemerkung ein: «Es ist richtig, dass das SDBR mit dem Inkrafttreten des revidierten Bundes­gesetzes über die Armee und die Militär­verwaltung aufgelöst wird, somit vor­ aussichtlich per 1. Januar 2017.»

Von Blattmanns Auflösungsbefehl betroffen sind Polizisten, oft aus Sondereinheiten der Kantone, die vor­übergehend Militärdienst leisten. Sie sind der Abteilung Militärische Sicher­heit zugeteilt. Die heutigen Personen­schützer des Bundesrats in ausseror­dentlicher Lage entsprechen also einer Art Profi­Miliz: Von Beruf Polizisten, ausgebildet in der heiklen Aufgabe des Personenschutzes – im Militär Perso­nenschützer in Militäruniform oder Anzug, mit militärischer Ausbildung. Gemäss BaZ­-Information handelt es sich dabei um eine hochmotivierte Spe­zialtruppe, die sich in einer ausser­ordentlichen Lage, etwa nach einer Serie von Terroranschlägen, in zivilem Umfeld bewegen kann und notfalls Gewalt anwenden kann, um die Regie­rung zu schützen.

Besondere Hochach­tung bringt Blattmann den Spezialisten aus dem SDBR in seinem Brief an Bun­deskanzlerin Casanova nun aber nicht entgegen. Denn als Begründung für sei­nen Auflösungsentscheid schreibt er despektierlich: «Diese Formation war lediglich für ausserordentliche Lagen vorgesehen, darum kam sie einerseits nie zum Einsatz, andererseits konnte sie einen allfälligen Einsatz aber auch nie wirklich realitätsnah üben.» Diese Begründung des Chefs der Armee treibt Kennern der kleinen, gut ausgebildeten Spezialtruppe Sorgenfalten in die Gesichter.
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Notstand bei den Armee-Blachen

Es geht um Zeltblachen. 1901 vom Militär erfunden, meist aus Baumwollstoff, seltener aus PVC. Ein Blache (quadratisch, 1,65 Meter gross) hat 64 Knöpfe und 32 Knopflöcher. Im Feld ist sie eine bewährte Allzweckwaffe im Kampf gegen Nässe und Dreck. Im Zivilen werden Blachen häufig eingesetzt beim Campieren. Ganz besonders von Pfadfindern, Cevis und Jublas (Jungwacht/Blauring). Manuela Mühlemann, Ausbildungsverantwortliche bei der Pfadi Schweiz, schlägt heute in der «Nordwestschweiz» Alarm: «Blachen sind wichtig für unsere Lager, jetzt fehlen sie überall.»
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Das Geschäft mit ausrangierter Armeeware

1992 führte der heute 60-Jährige anlässlich einer Oldtimertraktoren-Ausstellung den ersten Direktverkauf durch. An einem 50 Quadratmeter kleinen Stand verkaufte Fritz Dick Werkzeug der Schweizer Armee. Die Ware ging weg wie heisse Weggli, gehörten doch grösstenteils Tüftler zu den Besuchern.

Mit Glück und Verstand wurde Dicks Reich immer grösser, ebenso das Publikum. Auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern ist die Liquidation von Armeematerial in der Lysser Seelandhalle heute zu einem Mekka für alle geworden: Männer, Frauen, Junge, Alte, Familien, Schwinger, Pfader, Heimwerker gehen auf Schnäppchenjagd, im Schnitt 30000 Besucher pro Anlass, keineswegs nur Militärfans. Weltweit gebe es keinen grösseren Direktverkauf von Armeematerial an private Anwender, lobt Dick seinen Anlass gleich selbst.
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Wortprotokoll: Postulat Föhn Peter. Reaktionsfähigkeit in Krisensituationen verbessern. Bestandeserhöhung für die Armee

Peter Föhn (SVP/SZ): „Es geht hier um ein Postulat. Wir erinnern uns noch sehr gut an die Diskussion über die Weiterentwicklung der Armee hier im Saal in der letzten Session. Damals hatte ich angekündigt, dass ich allenfalls einen persönlichen Vorstoss machen könnte mit dem Ziel, dass in einem Bericht darzulegen sei, wie eine Bestandserhöhung der Armee aussehen könnte, und zwar für zwei verschiedene Grundmodelle. Ein Modell würde eine grundsätzliche Erhöhung des Bestandes der Armee nach sich ziehen von 100 000 auf 120 000 oder allenfalls 140 000 Armeeangehörige, voll ausgerüstet. Das zweite Modell würde auf einer Reserve von 20
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Entscheide im VBS im Vergleich zur heutigen Realität

Am 20.05.2015 fährt die US-Armee in Hohenfels/Bayern mit kampfwertgesteigerten M 113 – ähnlich unseren längst verschrotteten Spz 63/89, nur ohne Turm und dessen Kanone – vor.

20150601 M113-2

20150601 M113-1

In einem Konvoi u.a. mit Kampfpanzern Abrams wird gleichentags auch noch ein ganz gewöhnlicher M 113 (bei uns ganz, ganz früher Spz 63 genannt), allerdings bereits mit aussen liegenden Treibstofftanks, mitgeführt; dem Anschein nach handelte es sich nicht um einen Nostalgieumzug sondern auf den Strassen, der kleinen lettischen Stadt Schaulen werden für die gross angelegten NATO-Übungen unter dem Titel „Saber Strike 2015“, die in Polen, Estland, Lettland und Litauen abgehalten werden, die Fahrzeuge in Position gebracht werden. Die Übungen des Saber Strikes 2015 werden vom 08. bis zum 20.Juni durchgeführt.
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WEA – unvollständig ausgerüstet

  1. Pro Memoria: Das Schweizer Volk hat mit der Volksabstimmung vom 18. Mai 2003 die Armee XXI mit einem Mannschaftsbestand 220‘000 (140‘000 Aktive und 80‘000 Reserve) beschlossen. Dieser Volksentscheid ist vom Bundesrat nicht umgesetzt worden. Ich verweise auf den Entwicklungsschritt 08/11.

    von Willy Stelzer, Major a D

  2. Am 17.1.2011 hat der BLICK berichtet, dass der Ex-Armeechef Keckeis zusammen mit Regierungsrat Pierre Maudet und Peter Arbenz für eine 20‘000 Mann-Armee plädiert hat.

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Schweizer Schützen — Ende Feuer!

Eigentlich ist das seltsam. In einem Land, in dem die Heimattümelei grassiert, in Zeiten, da die Städter an Schwingfeste und Kuhkämpfe pilgern und am Kiosk die Landlust grassiert, angesichts eines politischen Klimas, in dem die nationalkonservative SVP den Takt vorgibt – müsste da „Gut Schuss“ nicht in aller Munde sein?

Seit Jahren macht man Stimmung gegen die Armee und gegen das Schießen„, sagt Heinz Küffer, Leiter Breitensport beim Schießsportverband Swissshooting. Er sitzt zusammen mit Walter Meer, dem eidgenössischen Jungschützenchef, in einem Restaurant auf dem Kasernenareal in Bern. Die beiden Herren blicken grimmig in ihre Kaffeetassen. „Jene Politiker und Aktivisten, welche die Armee abschaffen wollen, nehmen nur zu gern die Schützen ins Visier„, sind sie sich einig. Und die Medien, so viel sei klar, spielten mit. Waffen gälten ihnen per se als gefährlich – und die Schützen natürlich auch. „Aber wenn einer rumballern will„, sagt Küffer, „soll er Paintball spielen gehen„. Da ist viel Frust, der sich Luft verschafft.
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Erinnerungen an die Armee 61

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