Regierungsrat Winiker (LU): «Je mehr neue Kampfjets, desto besser für Emmen»

Seit Mittwoch und noch bis Ende Monat ist Emmen Hauptflugplatz der Schweizer Luftwaffe für Ausbildungs-, Trainings- und Luftpolizeieinsätze. Und ab 2018, wenn der Flugplatz in Sion für militärische Zwecke geschlossen wird, sollen in Emmen bis vorerst 2022 jährlich 5000 Kampfjetflüge durchgeführt werden – 1200 mehr als 2016. Dagegen wehrt sich der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen mit einer Petition (siehe Kasten). Der Verband verlangt eine Plafonierung auf jährlich 3000 Flugbewegungen und eine sechswöchige Sommerpause.

Offen ist, wie es mit dem Flugplatz Emmen mittel- und langfristig weitergeht. Im Herbst will das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), basierend auf einem Expertenbericht, dem Bundesparlament seine bevorzugten Optionen für den Kauf von neuen Kampfflugzeugen offenlegen. Davon gibt es vier: 55 bis 70 neue Jets, 40, 30 oder bloss 20. Die Kosten bewegen sich zwischen 15 und 18 Milliarden Franken (für die Option 1) bis hin zu 5 Milliarden für den Kauf von 20 neuen Jets. Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP) sagt gegenüber unserer Zeitung, welche Variante er bevorzugen würde.
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Militärische Bedröhnung

In Luzern ist zwar der Flughafen Zürich so weit weg, dass höchstens noch die Kondensstreifen der an- und abfliegenden Passagierflugzeuge wahrgenommen werden. Doch auch die grösste Stadt der Zentralschweiz leidet unter Fluglärm. Der Grund ist der Militärflugplatz Emmen, der inmitten der Agglomeration Luzern mit ihren rund 200’000 Einwohnern liegt. Hier sind unter anderem die ­Patrouille Suisse sowie die Tiger- und F/A- 18-Flugstaffeln stationiert.
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Emmen: Harsche Kritik wegen Verdoppelung der Flüge

Jetzt ist also klar: Beim Militärflugplatz Emmen wird die Anzahl Flugbewegungen von heute 3500 auf 6500 zunehmen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesrates auf einen Vorstoss der Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo hervor. Grund ist die Schliessung des Militärflugplatzes in Sion auf Ende 2017. Obwohl das VBS dies erst an einer unter Lobhudeleien angesetzten Medienkonferenz heute Freitag verkünden wollte. In Luzern ist man entsprechend überrumpelt und schiesst gegen die «offene und transparente Informationspolitik», wie die Militärs dies nennen.
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Flugplatz-Gegner befürchten doppelt so viele Flüge

Der 92 Seiten lange Sachplan Militär 2017 ist eine trockene Lektüre, die allerdings für Zündstoff sorgt. Darin wird erwähnt, dass die militärische Nutzung des Flugplatzes Sion bis spätestens in fünf Jahren eingestellt wird. Dies bedeutet, dass sich der Kampfjetbetrieb ab dem Jahr 2022 auf die Flugplätze Payerne, Meiringen und Emmen beschränken wird. Der «Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen» (SFE) übt darum massive Kritik am Sachplan.

Der Verband befürchtet, dass sich die Flugbewegungen in Emmen verdoppeln werden – und somit auch der Fluglärm zunimmt. «Was harmlos daherkommt, hat einschneidende Konsequenzen für die Zentralschweiz», schreibt Luzius Hafen, Präsident des SFE, in der gestrigen Medienmitteilung. In dieser informiert er über die einzelnen Kritikpunkte, welche der Verband zum Sachplan äussert – und ruft zudem zum Widerstand gegen die Pläne des Bundes auf. Der Sachplan ist derzeit in der Vernehmlassung, für die Bevölkerung bis zum 8. Dezember und für die Kantone bis Ende Januar 2017.
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