Bericht zur Geheimarmee liest sich wie ein Agententhriller

Knapp 27 Jahre hat sich der Bundesrat Zeit gelassen. Aber dann ging es plötzlich überraschend schnell: Am späten gestrigen Nachmittag publizierte die Landesregierung ein zentrales, bisher unter Verschluss gehaltenes Dokument zur Geheimarmee P-26. Es betrifft die 1991 abgeschlossene Untersuchung von Pierre Cornu über die Beziehungen der P-26 zu Widerstandsorganisationen im Ausland. Ein brisantes Thema: je enger die Kooperation, desto grösser der Schaden für die Glaubwürdigkeit der schweizerischen Neutralität im Kalten Krieg.
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Propagandafilm der Schweizer Armee: Das Triptychon des Igels

Die Armee hat hierzulande auch schon bessere Zeiten erlebt. Am Mittwoch kündigte Verteidigungsminister Ueli Maurer einen tiefgreifenden Umbau der Streitkräfte an. Die veränderte Bedrohungslage und der rigide Spardruck zwingen ihn dazu. Insbesondere die Bestände sollen drastisch reduziert werden. Ab 2017 wird die Armee noch 100 000 Mann umfassen, das ist weniger als ein Achtel im Vergleich zu den 1960er Jahren. Damals gab es noch den Kalten Krieg, der beständig zu einem «heissen» zu werden drohte, und einen möglichen Aggressor aus dem Osten. Das Militär sollte Identität stiften. «Geistige Landesverteidigung» hiess die Losung, dafür wurden keine Kosten gescheut.

An der Expo 64 in Lausanne manifestierte sich der staatlich propagierte Wehrwille in der monumentalen Architektur des Armee-Pavillons. In einem igelförmigen Betonbunker mit 141 Stacheln wurde eine wehrhafte Schweiz inszeniert, die auch im Atomzeitalter ihre Unabhängigkeit verteidigt. Prunkstück der Schau war ein Propagandafilm der Armee, der – einem Triptychon gleich – auf drei riesigen Leinwänden von insgesamt 410 Quadratmetern Fläche vorgeführt wurde: Überwältigungskino in Hollywood-Manier, gedreht im seltenen und qualitativ exquisiten 70-mm-Format.
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Erinnerungen an die Armee 61

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