Das Réduit: Entstehung des Konzeptes, Bestätigung der Wirksamkeit

In diesen Tagen wird landesweit General Guisans und seines Réduits gedacht. Die Fragen stellen sich, wie dieses Verteidigungskonzept entstand und ob es richtig war.

Wenige Wochen vor dem deutschen Angriff auf Frankreich schickte General Guisan eine Delegation von 4 welschen Offizieren zur französischen Armee, darunter die Obersten Gonard und Montfort. Wie allgemein bekannt, hatte Guisan mit Frankreich die Details einer Zusammenarbeit für den Fall eines deutschen Angriffes vereinbart und voraus-schauend auf dem Gempen bei Basel sogar Stellungen für die französische Artillerie bauen lassen. (Auch mit der deutschen Wehrmacht hatte Guisan einen Vertrag für den umgekehrten Fall vorbereiten lassen und einen Verbindungsoffizier zur Wehrmacht bestimmt, aber ohne sich mit Deutschland abzusprechen). Die Offiziersdelegation sollte sich ein Bild der französischen Armee machen. Zutiefst schockiert über die bis zum obersten Befehlshaber völlig zerrüttete Moral der französischen Armee kam die Delega-tion zurück. Oberst Gonard meinte, die Schweiz dürfe nicht mit Frankreich rechnen, sondern müsse sich alleine verteidigen, am besten im Gebirge.
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Plädoyer für starke Armee am Jubiläum zum Rütli-Rapport

Am Gedenkakt auf dem Rütli nahmen rund 450 Gäste aus Armee und Politik sowie Verwandte von General Henri Guisan teil. Auf der steilen Wiese oberhalb des Urnersees hatte sich Guisan am 25. Juli 1940 an die übrige Armeespitze gewandt und sie angesichts der Umzingelung durch die Achsenmächte zu Einheit und Widerstand aufgerufen.

Neben Verteidigungsminister Ueli Maurer reisten auch Armeechef André Blattmann und Ständeratspräsident Claude Hêche (SP/JU) nach Uri. Zudem waren zahlreiche National- und Ständeräte sowie Vertreter von neun Kantonsregierungen unter den Gästen. Organisiert wurde der Anlass von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) und dem Kanton Waadt, General Guisans Heimatkanton.

Bundesrat Maurer sagte in seiner Rede, der militärische Rapport von Guisan sei für die Schweiz der wichtigste politische Akt im Zweiten Weltkrieg gewesen. Dem General sei es gelungen, den Glauben an die Armee wiederzuerwecken und das Volk von der Notwendigkeit von Widerstand für ein freies Land zu überzeugen.
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Als die Schweiz Napoleon die Stirn bot

Die Schweizerische Eidgenossenschaft befürchtet einen französischen Angriff. Die Erinnerungen an die Invasion Napoleons im Jahr 1798 sind noch allzu lebendig. Die lange Tagsatzung in Zürich beschliesst deshalb eine Teilmobilmachung und lässt 5000 Mann die Grenze zwischen Genf und Basel bewachen. Am 20. März 1815 wählen die Abgesandten der Kantone Niklaus Franz von Bachmann An-der-Letz zum ersten General der neueren Schweizer Geschichte.

Um die Heimat zu verteidigen, wählt der Glarner Oberbefehlshaber eine Taktik, die für Schweizer Verhältnisse der Zeit voraus ist. Statt die Truppen entlang der Grenze zu Frankreich zu verteilen, setzt der 72-Jährige auf vereinte Kräfte in einem Raum: «Ich gedenke also unsere Armee in 3 Hauptcorps aufzustellen, wovon das stärkste in der Gegend von Aarberg, ein zweites in jener von Yverdon und ein drittes in jener von Liestal concentrirt werden dürfte», schreibt der General an den Zürcher Tagsatzungspräsidenten David von Wyss.

[…] eine unentschlossene Tagsatzung führen indes dazu, dass Bachmann den Feldzug entnervt abbricht. Verärgert gibt der General am 26. Juli 1815 sein Kommando ab.
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N24-Dokumentation: Der Leopard Panzer

Sehenswerte Dokumentation von N24 über die Geschichte des Leopard Kampfpanzers.

Befehlsausgabe CdA: Marignano

Eine Diskussion um Marignano scheint mir aber wichtig. Dass die Schweiz die Schlacht verloren hat, wird mehrheitlich darauf zurückgeführt, dass man sich auf damals zwar vermeintlich bewährte, aber veraltete Taktiken stützte und nicht bereit war, in neue Waffen zu investieren. Man hat also den letzten Krieg vorbereitet, statt sich Gedanken über aktuelle Bedrohungen zu machen.

Deshalb bin ich froh, dass wir mit der «Weiterentwicklung der Armee» diesen Fehler heute aktiv vermeiden. Es bleibt zu hoffen, dass das Jahr 2015 nicht in die Geschichte eingeht wie die oben erwähnten Jahre.
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Video: „Fortress of Peace“

Kunst aus der Ostschweiz im Banne des Zweiten Weltkriegs

Gelb glüht der Horizont. Der Himmel scheint zu brennen. Was passiert am deutschen Ufer? Ist das 1939 von Adolf Dietrich gemalte Bild eine düstere Vision, in der das kommende Unheil des Zweiten Weltkriegs vorweggenommen wird? Mitnichten. Der Berlinger Maler ist 60 Jahre alt, als der Krieg ausbricht. Auf seine Kunst wird dieses tiefgreifende Ereignis keine Auswirkung haben. Und so zeigt das Gemälde, das auch als Ausstellungsplakat dient, nur eine friedliche, winterliche Bodenseelandschaft. Die Lichtstimmung ist fraglos dramatisch. Gleichwohl ist nur ein Sonnenuntergang über der Höri zu sehen. Da ist kein Hinweis auf eine tiefere Botschaft.

Das Kunstmuseum Thurgau geht der Frage nach, ob – und wenn ja, wie – Künstler und Künstlerinnen aus der Ostschweiz auf den Zweiten Weltkrieg reagiert haben. Auch wenn die Schweiz von Kampfhandlungen weitgehend verschont bleibt, herrscht eine gespannte Ruhe im Land.
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Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann: „Militärgeschichte ist wichtig“

Weshalb kommt es in der Schweiz [1848] zu einer bürgerlich-liberalen Revolution, während dieselbe Bewegung in den Nachbarländern scheitert?
Der wichtigste Grund ist das Fehlen einer Monarchie und allgemein das Fehlen eines Adels. In diesem Punkt unterscheidet sich die Schweiz am deutlichsten von ihren Nachbarn. Sie ist ein zutiefst bürgerliches Land. Wichtig ist auch, dass die alten Eliten über kein stehendes Heer verfügten. Als es hart auf hart kam, konnten sie sich nicht wehren. Besonders gut sieht man das in den ersten Erhebungen der 1830er-Jahre: Da rotten sich einige Landbewohner zusammen und laufen in den Kantonshauptort, und das war es dann – Umsturz, Revolution. Das sind komplett andere Verhältnisse als in Preussen oder Frankreich, wo es eine Armee gibt, die auf Demonstranten schiesst. […]
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Die Unberechenbarkeit des Krieges

Seit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der UdSSR vor 25 Jahren wurde die Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee stetig reduziert. Der Sollbestand schrumpfte von 625‘000 Mann (Armee 61) auf 350‘000 Mann (Armee 95) und schliesslich auf 220‘000 Mann (Armee XXI). Mit der WEA ist eine erneute Reduktion auf nunmehr 100‘000 Mann geplant, womit spätestens die durch die Bundesverfassung geforderte Verteidigungsfähigkeit effektiv verloren geht. Aber kann ein militärischer Konflikt in Europa tatsächlich kurz- und mittelfristig ausgeschlossen werden?
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25 Jahre später (Radio SRF): Braucht es die Armee heute noch?

Das Politestablishment rieb sich im November 1989 erstaunt die Augen. Es war ein Donnerschlag: Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer stimmten 35,6 Prozent für eine Abschaffung der Schweizer Armee.

In den letzten 25 Jahren hat sich die Welt drastisch verändert. Mit der Berliner Mauer fiel auch das Bild des «Feindes im Osten». Die Armee steht seither in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und neuen Realitäten.

Die Truppengrösse wurde in den letzten Jahrzehnten schrittweise reduziert: von 600‘000 auf bald noch 100‘000 Mann. Auch die gesellschaftliche Bedeutung hat sich gewandelt. Früher war die Armee wichtig für die berufliche Karriere. Heute hingegen sehen es viele Unternehmer nicht mehr gerne, wenn ihre Kaderleute wegen des Militärs abwesend sind.
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GV 2017

ACHTUNG:
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Samstag, 29. April 2017
Bern

Erinnerungen an die Armee 61

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