Mirage: Zu hoch hinaus

Es war seine grösste Niederlage. Die Beschaffung von schwedischen Düsenflugzeugen des Typs Gripen, die Ueli Maurer kaufen wollte, ist vor einem Jahr beim Volk durchgefallen. Vor wenigen Tagen gab der SVP-Bundesrat die Schuld seinem Vorgänger und wechselte ins Finanzdepartment. Die Beschaffung neuer Kampfjets obliegt nun dem neuen Militärminister: Guy Parmelin, SVP-Politiker und Weinbauer aus dem Waadtland. Er wird den Kauf umsichtig vorbereiten müssen. Kaum eine andere Beschaffung ist so teuer und so eng mit der Bedrohungslage und dem Konzept der Landesverteidigung verbunden.

Exemplarisch dafür steht der Mirage-Skandal vor über 50 Jahren. Auch damals war ein Weinbauer aus dem Waadtland Militärminister: Paul Chaudet. Im Gegensatz zu heute war in jener Zeit die Bedrohung aber akut. Es herrschte Kalter Krieg. Die Sowjetunion, so schien es, konnte jederzeit angreifen. Man war sich einig: Nur eine starke Armee kann das Land schützen. Armeegegner in der Politik gab es nicht, wie der Militärhistoriker Rudolf Jaun ausführt. Das Militär war mächtig und genoss den Rückhalt der Gesellschaft.
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„Die Armee hat mir gutgetan“

Ich habe Stiefel geputzt, die schon sauber waren, Nachtwache gehalten für Material, das nicht hätte bewacht werden müssen, und ich habe Gewehre zu zerlegen gelernt, mit denen ich niemals würde schiessen dürfen. Stundenlang stand ich herum, um darauf zu warten, dass eine Fahne übernommen oder abgegeben wurde. Tagelang sass ich herum, um – ja, weiss Gott warum. Ich frass Frass aus Konserven, die besser für immer ungeöffnet geblieben wären, fuhr auf harten Pritschen in die hintersten Käffer der Schweiz und langweilte mich fast zu Tode. 233 Tage lang. Und jetzt, jetzt vermisse ich den Armeedienst.
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Ueli Maurer: Ohne Wurzeln kein Baum – Die Lehren

Zusammenfassung der Lehren:

Die Lehre aus Morgarten lautet: Passt Euch nicht den andern an, macht aus Euren Besonderheiten Stärken. Auf heute übertragen heisst das: Wir müssen nicht gleich sein, wie alle andern, als kleines Land müssen wir kreativer, flexibler und besser sein. Und dazu brauchen wir eine freiheitliche Ordnung – das ist unsere Chance! […]

Die Lehren aus Marignano lauten: Erstens – Heldenmut nützt nichts, wenn die Waffen veraltet oder nicht in der nötigen Zahl verfügbar sind.
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Das Réduit: Entstehung des Konzeptes, Bestätigung der Wirksamkeit

In diesen Tagen wird landesweit General Guisans und seines Réduits gedacht. Die Fragen stellen sich, wie dieses Verteidigungskonzept entstand und ob es richtig war.

Wenige Wochen vor dem deutschen Angriff auf Frankreich schickte General Guisan eine Delegation von 4 welschen Offizieren zur französischen Armee, darunter die Obersten Gonard und Montfort. Wie allgemein bekannt, hatte Guisan mit Frankreich die Details einer Zusammenarbeit für den Fall eines deutschen Angriffes vereinbart und voraus-schauend auf dem Gempen bei Basel sogar Stellungen für die französische Artillerie bauen lassen. (Auch mit der deutschen Wehrmacht hatte Guisan einen Vertrag für den umgekehrten Fall vorbereiten lassen und einen Verbindungsoffizier zur Wehrmacht bestimmt, aber ohne sich mit Deutschland abzusprechen). Die Offiziersdelegation sollte sich ein Bild der französischen Armee machen. Zutiefst schockiert über die bis zum obersten Befehlshaber völlig zerrüttete Moral der französischen Armee kam die Delega-tion zurück. Oberst Gonard meinte, die Schweiz dürfe nicht mit Frankreich rechnen, sondern müsse sich alleine verteidigen, am besten im Gebirge.
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Plädoyer für starke Armee am Jubiläum zum Rütli-Rapport

Am Gedenkakt auf dem Rütli nahmen rund 450 Gäste aus Armee und Politik sowie Verwandte von General Henri Guisan teil. Auf der steilen Wiese oberhalb des Urnersees hatte sich Guisan am 25. Juli 1940 an die übrige Armeespitze gewandt und sie angesichts der Umzingelung durch die Achsenmächte zu Einheit und Widerstand aufgerufen.

Neben Verteidigungsminister Ueli Maurer reisten auch Armeechef André Blattmann und Ständeratspräsident Claude Hêche (SP/JU) nach Uri. Zudem waren zahlreiche National- und Ständeräte sowie Vertreter von neun Kantonsregierungen unter den Gästen. Organisiert wurde der Anlass von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) und dem Kanton Waadt, General Guisans Heimatkanton.

Bundesrat Maurer sagte in seiner Rede, der militärische Rapport von Guisan sei für die Schweiz der wichtigste politische Akt im Zweiten Weltkrieg gewesen. Dem General sei es gelungen, den Glauben an die Armee wiederzuerwecken und das Volk von der Notwendigkeit von Widerstand für ein freies Land zu überzeugen.
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Als die Schweiz Napoleon die Stirn bot

Die Schweizerische Eidgenossenschaft befürchtet einen französischen Angriff. Die Erinnerungen an die Invasion Napoleons im Jahr 1798 sind noch allzu lebendig. Die lange Tagsatzung in Zürich beschliesst deshalb eine Teilmobilmachung und lässt 5000 Mann die Grenze zwischen Genf und Basel bewachen. Am 20. März 1815 wählen die Abgesandten der Kantone Niklaus Franz von Bachmann An-der-Letz zum ersten General der neueren Schweizer Geschichte.

Um die Heimat zu verteidigen, wählt der Glarner Oberbefehlshaber eine Taktik, die für Schweizer Verhältnisse der Zeit voraus ist. Statt die Truppen entlang der Grenze zu Frankreich zu verteilen, setzt der 72-Jährige auf vereinte Kräfte in einem Raum: «Ich gedenke also unsere Armee in 3 Hauptcorps aufzustellen, wovon das stärkste in der Gegend von Aarberg, ein zweites in jener von Yverdon und ein drittes in jener von Liestal concentrirt werden dürfte», schreibt der General an den Zürcher Tagsatzungspräsidenten David von Wyss.

[…] eine unentschlossene Tagsatzung führen indes dazu, dass Bachmann den Feldzug entnervt abbricht. Verärgert gibt der General am 26. Juli 1815 sein Kommando ab.
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N24-Dokumentation: Der Leopard Panzer

Sehenswerte Dokumentation von N24 über die Geschichte des Leopard Kampfpanzers.

Befehlsausgabe CdA: Marignano

Eine Diskussion um Marignano scheint mir aber wichtig. Dass die Schweiz die Schlacht verloren hat, wird mehrheitlich darauf zurückgeführt, dass man sich auf damals zwar vermeintlich bewährte, aber veraltete Taktiken stützte und nicht bereit war, in neue Waffen zu investieren. Man hat also den letzten Krieg vorbereitet, statt sich Gedanken über aktuelle Bedrohungen zu machen.

Deshalb bin ich froh, dass wir mit der «Weiterentwicklung der Armee» diesen Fehler heute aktiv vermeiden. Es bleibt zu hoffen, dass das Jahr 2015 nicht in die Geschichte eingeht wie die oben erwähnten Jahre.
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Video: „Fortress of Peace“

Kunst aus der Ostschweiz im Banne des Zweiten Weltkriegs

Gelb glüht der Horizont. Der Himmel scheint zu brennen. Was passiert am deutschen Ufer? Ist das 1939 von Adolf Dietrich gemalte Bild eine düstere Vision, in der das kommende Unheil des Zweiten Weltkriegs vorweggenommen wird? Mitnichten. Der Berlinger Maler ist 60 Jahre alt, als der Krieg ausbricht. Auf seine Kunst wird dieses tiefgreifende Ereignis keine Auswirkung haben. Und so zeigt das Gemälde, das auch als Ausstellungsplakat dient, nur eine friedliche, winterliche Bodenseelandschaft. Die Lichtstimmung ist fraglos dramatisch. Gleichwohl ist nur ein Sonnenuntergang über der Höri zu sehen. Da ist kein Hinweis auf eine tiefere Botschaft.

Das Kunstmuseum Thurgau geht der Frage nach, ob – und wenn ja, wie – Künstler und Künstlerinnen aus der Ostschweiz auf den Zweiten Weltkrieg reagiert haben. Auch wenn die Schweiz von Kampfhandlungen weitgehend verschont bleibt, herrscht eine gespannte Ruhe im Land.
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Erinnerungen an die Armee 61

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