Dienstpflicht für Frauen ist für den Bundesrat kein Tabu

Weil aber nicht sicher sei, dass die Zahl der dienstpflichtigen Männer langfristig stabil bleibe, empfahl die Gruppe, das heutige System nach dem norwegischen Modell weiterzuentwickeln, welches das skandinavische Land vor drei Jahren eingeführt hat. In Norwegen sind Frauen und Männer stellungspflichtig, aber nur ein Teil von ihnen leistet persönlich Dienst.
Tiefgreifende Diskussion notwendig

Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, in dieser Frage nichts zu überstürzen. Erst soll das Verteidigungsdepartement (VBS) bis 2020 untersuchen, wo in der Armee und im Zivilschutz Mangel herrscht, wie die weitere Entwicklung verläuft und ob allfällige personelle Lücken intern behoben werden können oder struktureller Natur sind.
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Wechsel zum Zivildienst erschweren

Die Mehrheit der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) verlangt mit der Motion, das Zivildienstgesetz anzupassen, um ein „Abschleichen“ in den Zivildienst zu erschweren. Konkret verlangt sie, dass für den Zivildienst nur noch die Hälfte der bereits bei der Armee geleisteten Diensttage angerechnet werden können. […] Der Bundesrat lehnt den Vorschlag ab. In seiner Antwort auf den Vorstoss spricht er von einer unverhältnismässigen Sanktion und einer Ungleichbehandlung der Zivildienstpflichtigen.
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Armee-Info-Tag für Frauen soll obligatorisch werden

Es ist ein grosses Anliegen von Verteidigungsminister Guy Parmelin: Er will den Frauen das Militär schmackhaft machen. Darum sollen ab dem 1. Januar 2020 auch alle 18-jährigen Schweizerinnen zur obligatorischen Informationsveranstaltung der Armee antraben müssen. Gestützt wird die Forderung von den kantonalen Militärdienstdirektoren. Ziel sei es, mehr Frauen für die Dienstleistungen der Armee, den Zivildienst und Zivilschutz zu gewinnen, sagt der Generalsekretär der Regierungskonferenz Militär, Zivilschutz und Feuerwehr, Alexander Krethlow, der «Neuen Zürcher Zeitung». Dass nur Männer zur Teilnahme am Orientierungstag verpflichtet seien, sei ein alter Zopf.
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Personalprobleme bei den Truppen sind massiv

Die Revisionsstelle im Bericht war zum Schluss gekommen, dass es gerade beim Personalwesen grosse Probleme gibt, die bislang in diesem Ausmass übersehen worden waren. Zwar hätten ältere Auswertungen der Fragebögen «verschiedene offene Punkte aufgezeigt», jedoch seien «keine Anträge und Handlungsrichtlinien zur Bereitschaft abgeleitet» worden, heisst es. Auch der Revisionsbericht lag der sda vor. Zudem fehlten bei den wichtigen Quartalssitzungen zwischen Kommandanten und Armeeführung oft die Schlüsselfiguren aus dem Personalbereich. Die Sitzungen hätten damit keine «durchschlagende Wirkung» gezeigt.
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Turnschuh statt Kampfstiefel: Die Armee wird zum grössten Fitnesscenter der Schweiz

Die Empfehlungen der Studie sind spektakulär. Die Rekrutenschule soll mit einem neuen Sportkonzept aufgewertet werden. Es beinhaltet vier Stunden Sport pro Woche, gestaltet nach modernsten wissenschaftlichen Kriterien.

Der Fokus liegt auf Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit, aber auch auf Ausdauer. Das alte Konzept sah drei Stunden Sport pro Woche vor, wurde aber mangelhaft umgesetzt. Geprüft werden soll auch, ob Sportschuhe und Sportuhren abgegeben werden können. Weiter regt die Studie eine Smartphone-Trainings-App an, mit der sich angehende Rekruten über individuelle Trainingsprogramme auf die RS vorbereiten können.
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Studie zur Tauglichkeit anlässlich der Rekrutierung zeigt Unterschiede bei Alter, sozioökonomischem Berufsstatus und Herkunft

Die 19- und 20-Jährigen weisen in allen Kantonen die höchsten Tauglichkeitsraten auf. Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er. Junge Schweizer Männer mit einem eher tiefen und solche mit einem eher hohen sozioökonomischen Berufsstatus sind vermehrt untauglich. Stellungspflichtige ländlicher Herkunft sind eher tauglich als Grossstädter. Konservativ und eher rechts stimmende Gemeinden weisen höhere Tauglichkeitsquoten aus als links sowie progressiv-liberal stimmende.
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Guy Parmelin plant «Cyber-Rekrutenschule»

Die Schweizer Armee soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Guy Parmelin bei der Cyber-Abwehr stark aufstocken. Statt wie heute rund 50 Stellen sollen sich bis 2020 insgesamt 150 bis 170 Stellen mit der Abwehr von Hackerangriffen befassen.

Der Bundesrat soll noch in diesem Jahr über einen neuen Cyber-Aktionsplan befinden, wie Parmelin in einem Interview sagte, das am Samstag in der Zeitung «Schweiz am Wochenende» erschien. Parmelin warnt aber vor zu hohen Erwartungen: «Die Armee kann nicht Cyber-Mama für die ganze Schweiz sein». Für sie stehe der Schutz der eigenen Infrastrukturen im Vordergrund.
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Wie die Rekrutenschule cooler werden will

Debatte im Nationalrat

Schweden führt Wehrpflicht wieder ein

Vor dem Hintergrund einer verschlechterten Sicherheitslage führt Schweden in diesem Sommer die Wehrpflicht wieder ein. Damit soll genug Personal für die Streitkräfte zur Verfügung stehen, sagte der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist am Donnerstag dem schwedischen Radio. «Wir haben Schwierigkeiten gehabt, die Kampfeinheiten auf freiwilliger Basis zu bemannen.» Die Wehrpflicht war 2010 ausgesetzt worden.
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«Die Armee beleidigt die ganze Jugend»

Die Armee will die Abbruchrate senken und deshalb «mehr Rücksicht» auf junge Rekruten nehmen. Sie sollen sich besser erholen können, nicht mehr angebrüllt werden und nicht mehr vor sechs Uhr aufstehen müssen. Marschdistanzen werden in den ersten Wochen verkürzt und es soll stärker als früher jedem Einzelnen überlassen werden, wann er einen Marsch abbrechen will.

Willi Vollenweider, Präsident der Milizorganisation Gruppe Giardino, dagegen kritisiert das Konzept: «Damit tut die Armee alle junge Männer als Warmduscher ab. Sie beleidigt die ganze Jugend.» Dabei suchte diese doch das Abenteuer und ihre persönlichen Grenzen. «Die Rekruten werden sich enttäuscht von der Armee abwenden und in den Zivildienst wechseln», glaubt Vollenweider.
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Erinnerungen an die Armee 61

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