«Die Armee beleidigt die ganze Jugend»

Die Armee will die Abbruchrate senken und deshalb «mehr Rücksicht» auf junge Rekruten nehmen. Sie sollen sich besser erholen können, nicht mehr angebrüllt werden und nicht mehr vor sechs Uhr aufstehen müssen. Marschdistanzen werden in den ersten Wochen verkürzt und es soll stärker als früher jedem Einzelnen überlassen werden, wann er einen Marsch abbrechen will.

Willi Vollenweider, Präsident der Milizorganisation Gruppe Giardino, dagegen kritisiert das Konzept: «Damit tut die Armee alle junge Männer als Warmduscher ab. Sie beleidigt die ganze Jugend.» Dabei suchte diese doch das Abenteuer und ihre persönlichen Grenzen. «Die Rekruten werden sich enttäuscht von der Armee abwenden und in den Zivildienst wechseln», glaubt Vollenweider.
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Mehr Schlaf, weniger Drill: So sieht die RS der Zukunft aus

Um die Ausfallquote zu senken, hat die Armee das Konzept «Progress» entwickelt. Die Idee dahinter: Den Rekruten soll der Einstieg in das Soldatenleben so sanft wie möglich bereitet und die Belastung danach sukzessive gesteigert werden. Das neue Konzept wird seit mehreren Jahren in den Infanterieschulen von Colombier NE angewandt und soll nun schrittweise auf die ganze Armee ausgedehnt werden. Schulkommandant Luca Bottesi ist begeistert: «Wir wollen die jungen Männer gewinnen – und nicht ihren Willen brechen.» Von der früher in der Armee oft angewandten Doktrin, den Rekruten zu Beginn der RS möglichst scharf den Tarif durchzugeben, hält der Oberstleutnant nichts. «Den Rekruten von heute müssen Sie überzeugen und begeistern, anders geht es nicht», sagt Bottesi. Die Gesellschaft und mit ihr die Jugend habe sich gewandelt, «ob wir das wollen oder nicht».
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Armee startet neue Offensive bei Frauen

Auf Instagram gingen Selfies von Schweizer Soldatinnen jüngst unter dem Hashtag #schweizerarmee viral. Selbst die britische Presse wurde auf unsere «hot female recruits» aufmerksam. Dem Hype zum Trotz: Frauen, die Dienst leisten, sind in der Schweiz immer noch eine absolute Minderheit: Zum Erhebungszeitpunkt im letzten März waren 1117 Frauen in der Armee eingeteilt – damit waren nur gerade 0,7 Prozent aller Armeeangehörigen weiblich. Das wollen die Sicherheitspolitiker des Nationalrats ändern. Vor Wochenfrist haben sie eine Motion eingereicht, die den Bundesrat beauftragen soll, alle jungen Frauen zu den Orientierungstagen der Armee einzuladen. Dadurch soll der Militärdienst «speziell auch für Frauen attraktiver» werden, wie es in der Mitteilung der Kommission heisst.
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Neues Anforderungsprofil soll mehr Soldaten bringen

Die Schweizer Armee steht vor einem massiven Umbau. Doch schon jetzt zeigt sich: Der neuen Armee fehlen Hunderte Soldaten pro Jahr. Woran liegt‘s? Wo muss die Politik den Hebel ansetzen? Die «Rundschau»-Reportage: Auf Tuchfühlung mit Schweizer Soldaten. Von der Rekrutierung bis zur Panzergrenadier RS.

Bundeswehr nimmt jetzt auch Schulabbrecher

Bewerbern ohne Schulabschluss will die Bundeswehr anbieten, bei der Bundeswehr den Abschluss nachzuholen, wenn sie sich als Zeitsoldaten verpflichten. Dafür soll es dann eine „auf die individuellen Bedürfnisse des Jugendlichen maßgeschneiderte Förderung“ geben. Dem soll allerdings eine Analyse der „Bildungsfähigkeit“ des Bewerbers vorangehen.

Die bisherige Altersgrenze von 30 Jahren für die Einstellung von Mannschaftsdienstgraden soll dem Konzept zufolge für Bewerber mit besonderem fachlichen Können nicht mehr gelten. Dies gilt besonders für Bereiche, in denen der Bedarf der Bundeswehr besonders hoch ist wie im Sanitätsdienst oder in IT-Berufen. Auch würden in diesen Bereichen „die körperlichen Anforderungen an die jeweilige Verwendung in den Hintergrund treten“, hieß es.
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Not am Mann

Die Schweizer Armee steckt in Personalnöten. Immer mehr junge Männer wählen den Zivildienst, in manchen Kantonen ist fast die Hälfte untauglich. Dienstverschiebungen und Urlaube gefährdeten die Ausbildungsqualität, sagen Offiziere.
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5 sichere Wege aus der Armee

Spezialisten betonen, dass die Armee vor allem deshalb auf Veganer verzichtet, weil sie sie auch gar nicht versorgen könnte. Sprich: Die Truppenküchen sind gar nicht in der Lage auf solche Spezialwünsche einzugehen. Die Armee hat alle Veganer für untauglich erklärt.

Wenn es für Veganer kein Problem ist, von der Dienstpflicht entbunden zu werden, wie sieht es sonst aus, für untauglich erklärt zu werden? Experten sagen, es sei 2016 inzwischen sehr einfach vom Militär freizukommen. Hier sind die fünf aussichtsreichsten Wege.
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Insgesamt 73.5 Prozent der Stellungspflichtigen sind tauglich für Armee und Zivilschutz

Insgesamt wurden 2014 in den sechs Rekrutierungszentren 40ʹ869 Stellungspflichtige beurteilt. Davon erhielten 38ʹ898 (100 Prozent) Stellungspflichtige einen definitiven Entscheid. Dabei wurden 23’957 (61.6 Prozent) als militärdiensttauglich, 4’637 (11.9 Prozent) als schutzdiensttauglich und 10’304 (26.5 Prozent) als medizinisch untauglich beurteilt. Die restlichen 1ʹ971 Stellungspflichtigen wurden aus verschiedenen Gründen zurückgestellt.

Bezogen auf die Militärdiensttauglichkeit weisen die Kantone unterschiedliche Anteile auf. Diese liegen zwischen 79.2 und 48.7 Prozent.
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Armee muss erstmals Spitzensportler abweisen

Alle wollen ans «End der Welt». Die Sportanlage mit dem speziellen Namen, idyllisch am Waldrand gelegen, ist Teil des nationalen Sportzentrums von Magglingen. Hier trainieren die von der Armee geförderten Spitzensportler, stets eine Olympia- oder WM-Medaille vor Augen. Träger klingender Namen nutzten Magglingen schon als Sprungbrett für ihre Karrieren: Simon Ammann, Carlo Janka, Dario Cologna, Tom Lüthi oder Damien Brunner. Kein Wunder, ist die Nachfrage nach Plätzen in den beiden jährlichen Spitzensport-Rekrutenschulen gross. Absolvierten 2013 noch 46 Athleten die RS, ist die Zahl 2014 auf 56 gestiegen. Wie die Armee meldet, muss sie zum ersten Mal aussieben: Nicht mehr alle, die aufgrund ihrer sportlichen Leistungen qualifiziert wären, dürfen 2015 auch nach Magglingen.
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Deutschland: Rekruten sollen täglich mindestens acht Stunden Schlaf bekommen

Wer in der Bundeswehr gedient hat, dürfte vor allem die ersten Wochen als unangenehm in Erinnerung haben: Schlafentzug, brüllende Ausbilder, Dauerlauf im Dunkeln. Doch mit der Schinderei in karger Umgebung ist es offenbar vorbei.

Die nächtliche Ruhezeit beträgt grundsätzlich acht Stunden. Ein Unterschreiten hat die Ausnahme zu bleiben“, so steht es in einer Weisung, mit der das Verteidigungsministerium im vergangenen Jahr „Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Grundausbildung im Heer“ angeordnet hat. Ziel sei, den Rekruten „vom ersten Tag an einen guten Eindruck vom Heer“ zu vermitteln. Sie sollten „erkennen, dass sie bei uns willkommen sind“.

Willkommen? Acht Stunden Schlaf? Hunderttausende ehemalige Wehrdienstleistende dürften da nachträglich neidisch werden – zumal die Truppe nun laut Weisung maximal zwei bis vier Rekruten je Stube unterbringen sollte, für deren Einrichtung „das beste verfügbare Mobiliar“ zu nutzen sei. Dienstpläne seien so zu gestalten, „dass die Rekruten behutsam an die Belastungen des militärischen Alltags herangeführt werden“. Dies setze „moderate“ Dienstzeiten sowie „das Unterlassen überzogener Härten“ voraus. […]

Offenbar setzte daraufhin das Nachdenken ein, wie man es dem Nachwuchs künftig angenehmer machen könnte, jedenfalls gab das Verteidigungsministerium kurz danach seine vertrauliche Weisung heraus. Nur der Erfolg lässt auf sich warten: Inzwischen liegt die Abbrecherquote laut Ministerium bei 30,4 Prozent.
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Erinnerungen an die Armee 61

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