Mobilmachung auf Knopfdruck

Die schlechte Nachricht vorab: Bei einem unerwarteten Ernstfall wäre die Schweizer Armee nicht einsatzfähig. Zu lange dauerte es heute, bis genügend Truppen bereitstünden. Noch im Kalten Krieg drohte der Feind beständig aus dem Osten, entsprechend ging die Armeeführung von einer Vorwarnzeit von 0 bis 76 Stunden aus und konnte rasch einen beträchtlichen Teil der fast 800 000 Mann starken Truppe mobilisieren. Besammelt wurde auf rund 50 Mobilmachungsplätzen, verteilt über das ganze Land. Jahr für Jahr wurde das Prozedere in den Verbänden eingeübt. Doch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verkleinerten sich nicht nur die Truppenbestände massiv, auch die Gefahrenanalyse änderte sich: Mit der Armee XXI wurde die Vorwarnzeit auf 10 Jahre geschätzt – und so verzichtete man kurzerhand auf das hochkomplexe und geheime Mobilmachungssystem und löste alle bestehenden Strukturen auf. Ein Fehler, wie sich heute zeigt.
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Firma sucht Bewerber ohne militärische Verpflichtungen

Das türkische Erdölunternehmen KTM sucht in Genf per Inserat nach einem Ölhändler – und zwar nach einem ohne Wehrdienstpflilcht. Am Ende der Ausschreibung auf dem Online-Netzwerk Linkedin steht: «Keine militärische Verpflichtungen für männliche Bewerber.»
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Schweizer Offiziere wehren sich gegen «Jekami»-Armee und fordern «Parmelin muss die Anliegen der Miliz ernster nehmen»

„Die Schweizerische Offiziersgesellschaft, die SOG, trägt die Reform mit. Sie sieht auf dem Papier gut aus, aber wir machen uns grosse Sorgen. Die total verunglückten Reformen 95 und 21 tönten in der Theorie auch plausibel, doch die Umsetzung war ein Debakel, weil die Politik die nötigen Ressourcen gekürzt hatte. Wir von der Miliz waren in den letzten 25 Jahren viel zu anständig und hielten uns zurück. Bei der Umsetzung der WEA wollen wir deshalb von Anfang an dabei sein. Konkret: Die SOG beziehungsweise die Milizoffiziere müssen zwingend in den entscheidenden Gremien vertreten sein und Einfluss nehmen. […] Es darf auf keinen Fall passieren, dass die Armee plötzlich weniger Geld als die zugesicherten fünf Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung hat. Mittelfristig, nach Umsetzung der WEA, reichen die fünf Milliarden nicht mehr für den Ersatz der neuen Systeme. […] Durch die Verkleinerung der Armee ist sie nicht mehr so stark in der Gesellschaft verankert wie früher. Wir müssen der Milizarmee Sorge tragen. Deshalb müssen alle Schweizerinnen und Schweizer sensibilisiert werden, wofür es eine Armee und warum es teure Beschaffungen braucht. “ – SOG Präsident Holenstein
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VBS informiert mit Bericht über seine Top-Projekte und deren Herausforderungen

In einem Bericht stellt das VBS seine wichtigsten Projekte vor. Die meisten betreffen die Armee-Infrastruktur. So erreichen laut dem VBS viele Kampfsysteme bis 2030 ihr Ablaufdatum und müssen ersetzt werden. Darunter der Kampfjet F/A-18. Das Problem sei, dass das Geld nicht reichen werde. Ab 2020 bekommt die Armee 5 Milliarden Franken pro Jahr, drei für den Betrieb und zwei für Investitionen. Da Kampfflugzeuge und andere Waffen jedoch teuer sind, werde es nicht möglich sein, das veraltete Material vor der Frist zu ersetzen.
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Bruno Lezzi: «Wenn Rebord über zu wenig Geld jammert, schadet das der Armee»

Die Weiterführung der Armee (WEA) ist beschlossene Sache. Das Parlament hat das Budget abgesegnet und ein Referendum ist gescheitert. Das heisst, ab 2018 setzt die Armee die beschlossenen Massnahmen um, und bis im Jahr 2021 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Der Militärexperte Bruno Lezzi ist «gedämpft optimistisch», dass nach diesen drei Jahren alles so funktioniert, wie es sollte. Für SRF News nimmt er zu den vier grössten Veränderungen Stellung.
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Bundesrat Parmelin über Cybersicherheit und Kampfflugzeuge

Sie haben 156 Millionen mehr beantragt, um zusätzliche Munition zu kaufen. Weshalb diese Investition?
Wir bereiten uns auf alle Fälle vor. Wenn man 35 000 Soldaten innerhalb von zehn Tagen mobilisieren will, müssen sie ausgerüstet sein. Wenn die Truppe nach zwei Tagen keine Munition mehr hat, ist sie [sic!] einfach nicht glaubwürdig. Und im Vergleich zum Ausland sind unsere Vorräte immer noch relativ bescheiden.

Die höhere Bereitschaft und vollständige Ausrüstung sind zwei wichtige Kernziele der Armeereform. Wieso?
Wenn wir eine Krise haben, etwa einen terroristischen Ernstfall, muss man extrem schnell reagieren können.

Ueli Maurer wollte die beste Armee der Welt. Welche Vision haben Sie?
Meine Vision ist eine Armee, die ernst genommen wird und glaubwürdig ist. Das sind wir heute.
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Personalprobleme bei den Truppen sind massiv

Die Revisionsstelle im Bericht war zum Schluss gekommen, dass es gerade beim Personalwesen grosse Probleme gibt, die bislang in diesem Ausmass übersehen worden waren. Zwar hätten ältere Auswertungen der Fragebögen «verschiedene offene Punkte aufgezeigt», jedoch seien «keine Anträge und Handlungsrichtlinien zur Bereitschaft abgeleitet» worden, heisst es. Auch der Revisionsbericht lag der sda vor. Zudem fehlten bei den wichtigen Quartalssitzungen zwischen Kommandanten und Armeeführung oft die Schlüsselfiguren aus dem Personalbereich. Die Sitzungen hätten damit keine «durchschlagende Wirkung» gezeigt.
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Ein Teamplayer bringt Ruhe in die Armee

«Der Chef ist derjenige, der die anderen braucht»: So umreisst Philippe Rebord, was er unter Führung versteht. Es ist kein Zufall, dass der Chef der Armee dieses Zitat des französischen Dichters und Lyrikers Paul Valéry gewählt hat, um sich gestern nach 100 Amtstagen den Medien zu präsentieren. Denn es zeigt: Der Gebieter über zurzeit 160000 und künftig immerhin noch 100000 Soldaten ist ein ­Teamplayer. Damit grenzt er sich von Vorgänger André Blattmann ab, der als ausgeprägter Selbstdarsteller galt. Die Unterschiede sind auch sonst augenfällig. Während sich Blattmann gerne mit Ja-Sagern umgab, und Kritiker entweder links liegen liess oder in die Wüste schickte, kann Rebord offensichtlich besser mit abweichenden Meinungen umgehen.
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Armeechef Rebord will mehr Geld

Geht es nach ihrem Chef Philippe Rebord, braucht die Armee künftig mehr Geld. Die vom Parlament beschlossenen 5 Milliarden Franken pro Jahr genügten langfristig nicht, erklärte er am Montag vor Journalisten in Bern.

Rebord erinnerte an die in die Jahre gekommene Artillerie, die Panzer und die Radschützenpanzer. Entweder könne man diese Waffensysteme ersetzen, oder es entstehe eine Fähigkeitslücke, erklärte der Armeechef an einer Medienkonferenz anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt. Wie viel Geld es dafür brauche, sei noch nicht klar.
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Bundesrat setzt die Änderung vom 18. März 2016 des Militärgesetzes abschliessend in Kraft und verabschiedet die Verordnung über die Strukturen der Armee

Der Bundesrat hat am 16. November 2016 einen ersten Teil der Rechtsgrundlagen zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) in Kraft gesetzt. Mit der nun abschliessenden Inkraftsetzung der Änderung vom 18. März 2016 des Militärgesetzes, werden die bisher noch nicht in Kraft gesetzten Änderungen des Militärgesetzes per 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dadurch werden automatisch auch die vom Parlament beschlossene Armeeorganisation sowie die Änderung der Verordnung der Bundesversammlung über die Verwaltung der Armee in Kraft gesetzt.
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Erinnerungen an die Armee 61

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