Firma sucht Bewerber ohne militärische Verpflichtungen

Das türkische Erdölunternehmen KTM sucht in Genf per Inserat nach einem Ölhändler – und zwar nach einem ohne Wehrdienstpflilcht. Am Ende der Ausschreibung auf dem Online-Netzwerk Linkedin steht: «Keine militärische Verpflichtungen für männliche Bewerber.»
→ Weiterlesen: Firma sucht Bewerber ohne militärische Verpflichtungen

Ist die Schweizer Armee kein Talentpool mehr?

Die Schweizer Armee macht mit Verteidigungsminister Guy Parmelin einen Anlauf zur Modernisierung. Der Bundesrat hat soeben Parmelins Amtsführung bestätigt. Bleibt unsere Milizarmee ein militärischer Faktor und kann die Privatwirtschaft mit den Offizieren noch etwas anfangen?

Noch vor drei Monaten zogen Offiziere der Schweizer Armee durch das Land, um Unternehmer und Spitzenmanager davon zu überzeugen, dass die Offiziersausbildung ihrer Kader der beste Weg sei für deren späteren Erfolg. Gleichzeitig empfahlen sie ihre Militärkollegen für Zivilkarrieren, denn die Aus- und Weiterbildung der heutigen Generalstabs-Schule übertreffe hinsichtlich der praktischen Führungsschulung alles, vor allem diejenige der MBA-Schulen.
→ Weiterlesen: Ist die Schweizer Armee kein Talentpool mehr?

Die Schweizer Armee hat als Karrieresprungbrett ausgedient

Wer in der Schweizer Armee ein hohes Tier ist, hat auch im Berufsleben beste Karrierechancen – dieser Grundsatz galt in der Schweiz jahrzehntelang. Noch 2012 schrieb das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in einer Studie über «die Bedeutung der Armee für die Schweiz», dass die Wirtschaft eine militärische Ausbildung der Mitarbeiter «durchaus schätze«.

Eine Umfrage der «Nordwestschweiz» bei grossen Schweizer Arbeitgebern stellt diese Aussage infrage: Bei ABB, Axpo, Nestlé und Post spielt die militärische Ausbildung bei der Personalauswahl «keine Rolle» mehr. Bei Alpiq und Coop ist eine militärische Karriere «weder Vor- noch Nachteil», bei der Migros «kein Thema» und bei Novartis «nicht entscheidend». Die Swisscom hat eine «eher neutrale Haltung».
→ Weiterlesen: Die Schweizer Armee hat als Karrieresprungbrett ausgedient

Frieden in Europa könnte wackeln

Schneller, höher, weiter. Fenster voller Möglichkeiten öffneten sich, als im Übergang von den Achtziger- zu den Neunzigerjahren der Eiserne Vorhang fiel und der Kalte Krieg seinen Schrecken verlor. Grenzen verschwanden, nationale Fesseln wurden gesprengt, der Weltmarkt war das neue Mass aller Dinge.

«Das Ende der Geschichte» schien nach dem Zusammenbruch der UdSSR und der von ihr abhängigen sozialistischen Staaten besiegelt. Überall und endgültig würden sich die Prinzipien des Liberalismus, der Demokratie und der Marktwirtschaft durchsetzen. So nicht die Hoffnung, sondern die Erwartung. Vielerorts wurde zügig die Friedensdividende eingestrichen. In Europa wurden die Verteidigungsbudgets gekürzt. Wurden in der EU 1988 noch 2,9% des Bruttoinlandprodukts (BIP) für militärische Zwecke ausgegeben, waren es 2012 noch 1,6%. In Deutschland und der Schweiz halbierten sich die ­Militärausgaben im vergangenen Vierteljahrhundert von 2,6 auf 1,3% bzw. von 1,7 auf 0,8% des BIP (nur ­Island, Moldawien, Irland und Luxemburg geben in Europa im Verhältnis zum BIP noch weniger als die Schweiz für die Landesverteidigung aus).

Gefordert (wenn auch vom Volk abgelehnt) wurden eine Schweiz ohne Armee und die Aufhebung der Wehrpflicht. Überall in Europa sanken Verständnis und Akzeptanz für militärische Belange. Die von einer mittlerweile fast siebzigjährigen Friedensphase, der längsten in Europas Geschichte, verwöhnte Nachkriegsgeneration hält Sicherheit und Freiheit und den integralen Schutz von Grund- und Menschenrechten für normal und unumkehrbar. Wieso also sollte man noch die Kosten für eine Landesverteidigung aufwenden?
→ Weiterlesen: Frieden in Europa könnte wackeln

Die Armee, die beste Kaderschule

Die Panzerwagen dröhnen. Soldaten stürmen aus den Fahrzeugluken, Gewehre im Anschlag. 50 Manager von Grosskonzernen aus der Schweiz verfolgen das Spektakel mit Interesse. In englischer Sprache hat sie Armeechef André Blattmann eingeladen, an einer Gefechtsübung eines Panzersappeur-Bataillons in Bülach teilzunehmen: «You will surely want to know more about the Swiss Armed Forces.» Sie wollten.

An diesem Tag erfahren sie, wie die Armee ihren Interessen dient. Schweizer Führungskräfte aus der Wirtschaft, die zugleich Milizoffiziere sind, geben ihnen Auskunft, wie sehr zivile Kader und damit die Unternehmen von militärischer Führungsausbildung und -praxis profitieren. «In der Wirtschaft wie im Militär gibt es kompromisslose und stressige Situationen», erklärt ein Offizier. Zu Einwänden der Manager, die Wiederholungskurse kämen der Geschäftswelt in die Quere, meint Blattmann: «Oft kennen wir den Preis einer Sache, ohne den Wert zu realisieren.»
→ Weiterlesen: Die Armee, die beste Kaderschule

WEA: Zur Überarbeitung zurückgewiesen

Seit über zehn Jahren eilt die Schweizer Armee von einer Reform zur nächsten. Meist wird ein neuer Schritt eingeleitet, um gleich wieder die Mängel des vorangehenden auszumerzen. Neuerdings liegt bereits wieder eine Vorlage unter dem Titel «Weiterentwicklung der Armee» (WEA) auf dem Tisch. Vordergründig könnte man dieses Vorgehen vor dem Hintergrund des ständigen Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik als dynamischer Prozess begreifen. Bei näherem Hinsehen handelt es sich aber vielmehr um ein Drehen im Kreis, um nicht zu sagen einen Stillstand.
→ Weiterlesen: WEA: Zur Überarbeitung zurückgewiesen

sgv sagt Nein zur Weiterentwicklung der Armee

Zuerst muss die Strategie feststehen, dann die Armeeorganisation. Der Vorlage Weiterentwicklung der Armee (WEA) fehlt der notwendige strategische Boden, weshalb der Schweizerische Gewerbeverband sgv sie grundsätzlich ablehnt. Mit gravierenden Mängeln wie der Abkehr von der Kernkompetenz Verteidigung und von den parlamentarischen Finanz und Bestandvorgaben, fällt die Vorlage beim sgv auch inhaltlich durch.

Der sgv fordert die Sistierung der WEA, bis klar ist, auf welcher strategischen Grundlage sie erlassen wird. Der ursprünglich anvisierte Dreischritt „Sicher­heits­­poli­­tischer Bericht 2010 – Armeebericht – WEA“ ist sinnvoll. Die Aufgaben und Einsätze der Armee müssen sich als Folgerung der sicherheitspolitischen und strategischen Analyse ergeben und nicht umgekehrt. Deshalb kann die WEA erst ausgearbeitet werden, wenn die definitiven vorgelagerten Berichte vorliegen.

Zudem enthält die präsentierte Vorlage verschiedene Mängel. Mit der Abkehr von der Kernkompetenz „Verteidigung“ entfernt sich die Armee von ihrem verfassungs­­mässigen Auftrag. Die Vorlage wendet sich auch von den parlamentarischen Vorgaben ab: Die von den Räten festgelegten Eckwerte im Finanzrahmen „5 Milliarden“ und im Bestand „100‘000 Personen“ müssen unbedingt eingehalten werden. Letztlich lehnt der sgv die (Wieder-)Einführung einer Ausbildungsorganisation ab, da damit die Einheit der Truppenführung verunmöglicht wird.

Als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft steht der sgv zu einer glaub­­würdigen und starken Milizarmee, die ihre verfassungsmässigen Aufträge in einem strategischen Rahmen erfüllt.

→ Weiterlesen: sgv sagt Nein zur Weiterentwicklung der Armee

Consulting Gigant: Euro-Krise muss mit radikaler Enteignung gelöst werden

Die Boston Consulting Group sagt, dass diejenigen, die sich im Laufe ihres Lebens ein Vermögen erarbeitet hätten, für die Party der Schulden-Staaten und Banken-Exzesse bezahlen müssten. Neben der allgemeinen Banken-Zwangsabgabe müssten massive Steuern auf Vermögen und Erbschaften erhoben werden.

Das sagt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (Deutschland). Sie berät Regierungen, Banken, Unternehmen.

Wenn es nach Stelter [CEO BCG Deutschland] geht, soll der ehrlich Bürger besteuert werden, der sein Leben lang gespart hat und sich ein Geld-Vermögen oder ein Haus aufgebaut hat. Er soll die „Party aufräumen“, die ganz andere gefeiert haben.

Privatvermögen gebe es überall in Europa. Eine solche Vermögenssteuer müsse daher europaweit eingeführt werden, fordert der Ökonom. „Weil sonst wäre es sicherlich auch nicht fair.“ Natürlich sei die Belastung in den reichen Ländern stärker als in den ärmeren Ländern. „Das ist aber auch ganz banal deshalb so, weil, die reicheren Länder sind die Gläubiger.“
→ Weiterlesen: Consulting Gigant: Euro-Krise muss mit radikaler Enteignung gelöst werden

Erinnerungen an die Armee 61

Unterstützen Sie uns!

Spin Doctors im Bundeshaus