Armee hält an Pannenprojekt "FIS Heer" fest

Armee hält an Pannenprojekt "FIS Heer" fest

Es war eine schwierige Entscheidung für Armeeminister Ueli Maurer. Er stand vor der Wahl, entweder einen Abschreiber von 700 Millionen Franken hinzunehmen oder zusätzliche Millionen in ein über weite Strecken untaugliches System zu stecken. Ende letzten Jahres liess Maurer durchblicken, dass er nicht abgeneigt wäre, das Führungsinformationssystem (FIS) Heer – eine computerbasierte Kommandodatenbank für die vernetzte Echtzeitführung – zu beerdigen. Nun ist klar: Er will grundsätzlich daran festhalten.
Jedoch soll der Einsatzbereich des Systems stark eingeschränkt werden. Das Militärdepartement VBS habe sich für eine «temporäre Reduktion der Einsatztiefe» entschieden, ist in einem noch unveröffentlichten Zwischenbericht nachzulesen. […]
Die bloss «temporäre» Einschränkung bedeutet, dass ein grosser Teil des beschafften Materials eingelagert wird, bis Klarheit über Verfügbarkeit und Kauf von neuen Telekommunikationsgeräten besteht. Offenbar hofft Ueli Maurer, das System in der weiteren Zukunft doch noch voll einsetzen zu können. Als Option ist im Bericht bereits jetzt die Möglichkeit erwähnt, eine kleine Menge von leistungsfähigen Funkgeräten zu beschaffen. Eine andere Variante sieht vor, das FIS Heer zu Übungszwecken im mobilen Einsatz via das unverschlüsselte Handynetz zu betreiben.

Beitrag auf bazonline.ch
Kommentar:
IT Material einlagern? Vermutlich geschieht in ein paar Jahren damit das gleiche wie mit den Spz 63/89. Nur dass diese Geräte – im Gegensatz zu den Spz 63/89 – nicht mehr den Anforderungen genügen.
Der Einsatz von zivilen Mitteln ist wohl zweckmässig, kommt aber viel zu spät! Gleichzeitig baut das VBS ein zweites, unabhängiges Datennetz (Polycom). Hat man den Begriff “Militarisierung” von zivilen Mitteln (z.B. Swisscom-Netz) vergessen? Ob Polycom je halten kann, was es verspricht?
Wir fragen uns aber: Wann rollen endlich Köpfe? Wer ist für diese Mega-Panne verantwortlich? Nun wäre es an der Zeit, dass BR Maurer Führungsstärke beweist und endlich die verantwortlichen in die Wüste schickt oder zur Rechenschaft zieht.