Rundschreiben Nr. 29

Rundschreiben Nr. 29

geschätzte Giardino-Mitglieder und -Unterstützer

unser neues Rundschreiben Nr. 29 ist auch online zugänglich.
Es ist, wie kaum anders zu erwarten war, dem Verhalten staatlicher Organe bei der Bewältigung der aktuellen Krise gewidmet.

Zuerst und vor allem wünschen wir allen unseren Lesern und Leserinnen gute Gesundheit! Halten Sie sich strikt an die Minimalvorschriften, die das BAG erlassen hat. Das Virus und sein hoher Ansteckungs-Grad sind äusserst heimtückisch! Ich denke, dass allen mittlerweile klar geworden ist, dass auch unsere Behörden und Politiker nicht zu 100% ehrlich kommunizieren – vieles wird schöngeredet und bagatellisiert. Die erwiesen mangelhafte Vorsorge wird tunlichst verschwiegen, unter den Teppich gewischt. Das jahrelange idiotische “Kaputtsparen” zeigt im Gesundheitswesen die gleichen fatalen Folgen wie bei der fast zerstörten Landesverteidigung.

Die Corona-Krise ist mit Abstand die grösste Herausforderung, welche die Schweiz seit Ende des zweiten Weltkrieges meistern muss. Der weitere Verlauf ist zurzeit völlig offen. Wir wissen aber eins: die volkswirtschaftlichen Folgen werden verheerend sein.

Eine Krise kann nur dann einigermassen gemeistert werden, wenn die staatlichen und die privaten Akteure deren Eintretens-Wahrscheinlichkeit akzeptiert und entsprechende vorsorgliche Massnahmen ergriffen haben. Dass beides in der Schweiz nicht mit der von unseren Bürgern und Bürgerinnen zurecht erwarteten Seriosität erfolgte, ist nur die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite der Medaille ist die schlampige Arbeit der Aufsichts-Organe. Beim Bund und in den Kantonen gibt es bekanntlich parlamentarische Gesundheitskommissionen. Sie und viele kantonale Parlamente und Kommissionen haben das Schettino-Verhalten unseres Bundesparlamentes nachgeäfft und haben sich in Tagen allerwichtigster Entscheide aus dem Staub gemacht. Einfach unfassbar! Unsere Bundespolitiker/innen waren sich zu schade, ihre Komfortzone zu verlassen und sich für unser Land einzusetzen! Nationalrat Christian Levrat hat dieses Verhalten in der Arena-Sendung korrekt als “Fahnenflucht” bezeichnet.

Wachsame Bürger haben begonnen, Leserbriefe zu schreiben. Bitte schreibt Euren abgehauenen Parlamentariern direkt oder via Presse. Es wird nicht lange dauern, bis die von uns gewählten Parlamentarier/innen (wie die alte Fasnacht) wieder aus ihren Löchern hervorkriechen werden und dann lauthals verkünden, was man alles hätte besser machen müssen. Danke für die Mühe – Ihr habt Euch selber überflüssig gemacht. Ihr hättet mitreden müssen.

Willi Vollenweider, alt-Kantonsrat, Präsident Gruppe Giardino, Zug
(dieser Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder)