Brief an Bundesrat Maurer

Brief an Bundesrat Maurer

Sicherheit unseres Staates – Korrektur der Schieflage unserer Miliz Armee

Sehr geehrter Herr Bundesrat Maurer
Aufgrund der heute bekannt gewordenen Information, nämlich die Festungs Mw 12 cm/1959/85 und die 15,5 cm Bison Geschütze zu liquidieren, fühle ich mich verpflichtet Ihnen umgehend zu schreiben. Ich betone ausdrücklich, dass ich Ihnen diesen Brief als äusserst besorgter Bürger-Soldat und Miliz Offizier a D zukommen lasse. – Mit dem heutigen Entscheid gibt die Armee-Führung das letzte schwere Mittel der Gefechtsfeld-Unterstützung auf, welches unsere Armee nach der Eliminierung der Hunter-Jagdbomber-Flotte noch hatte.
Wir haben eine gültige Bundesverfassung, welche mit Art. 58 klar stipuliert, zu was unsere Landesregierung verpflichtet ist um Bevölkerung und Land zu schützen. Es ist mehrfach festgestellt worden, dass das Projekt A XXI grandios gescheitert ist. Am 7. Mai 2011 haben Sie in Sempach anlässlich der Veranstaltung der Gruppe Giardino bestätigt, dass die noch vorhandene Rest-Armee nicht mehr mobilisiert werden kann. Ihre Vorgänger haben das bewährte Mobilmachungs System grobfahrlässig eliminiert.
In meinem Beitrag in der ASMZ 08/2010 habe ich auf die dringende Notwendigkeit eines Moratoriums betreffend die Vernichtung von Armee Material hingewiesen. Viele andere besorgte Bürger und Offiziere und eine ganze Anzahl Miliz-Organisationen teilen meine Ansicht.
Sie waren als Parteipräsident der SVP kämpferisch und überzeugend. Ich weiss, dass Sie im derzeitigen Bundesrat einen ausserordentlich schwierigen Stand haben. Aber warum unterziehen Sie sich diesem Gremium, welches unsere Armee NATO-reif machen will? Warum stoppen Sie nicht mit einem Dekret die absolut unverständliche, ja in meinen Augen unsinnige Material-Vernichtung? Stellt man eines Tages das Schweizervolk nicht einfach vor die Tatsache, dass gar keine andere Lösung als eine NATO-kompatible Berufs Armee übrig bleibt, weil wir ja schweres wie leichtes Material in grossen Mengen vernichtet haben?
Warum sagen Sie Ihren Bundesrats-Kolleginnen und –Kollegen nicht einfach, dass Sie die Verantwortung des jetzigen Zustandes und der offenbar festgeschriebenen Entwicklung vom 26. November 2008 (BR-Klausur/Von Wattenwyl Haus) einfach nicht mehr mittragen können?
Ich verbleibe, sehr geehrter Herr Bundesrat Maurer,
mit freundlichen Grüssen
Willy P. Stelzer, Major d Pz Trp a D
 

 

Kommentare: 8

  1. Liechti Walter sagt:

    Danke Major Stelzer! Als überzeugter Verfechter
    einer starken Milizarmee und als ehemaliger Berufs-Militär fühle ich nur noch Verachtung für
    unsere Politiker. Habe seit der A72 über A85 bis
    A XXI alle Reorganisationen miterlebt und wurde
    jedes Mal enttäuscht. Was mit A XXI an Schaden angerichtet wurde, wird Generationen fordern, wenn überhaupt noch eine Wende möglich ist!
    Mit der Liq. der Fest Mw und der Bison gibt man
    definitiv den Schutz unserer Alpentransversalen auf! Finde dass es an der Zeit wäre, dass sich
    alle Armeebefürworter gemeinsam auf dem Bundesplatz versammeln und ein Zeichen setzen an unsere Politiker!!!

  2. Elvana I. sagt:

    Bravo Major Stelzer!
    man muss keine Kriegsgurgel sein,um Ihre Aussagen zu unterstützen. Man fragt sich, weshalb mein Sohn noch eine RS machte, gerade kurz bevor alles,was bei ihm noch galt und gelernt wurde, nichts mehr bedeutete und abgeschafft wurde. Woher nimmt der heutige GesamtBundesrat das Recht, departementsübergreifend den Vorsteher des VBS ständig abzuschmettern und nicht ernst zu nehmen? Wäre es nicht an der Zeit, nicht nur auf den Bundesplatz zu gehen, sondern den Rücktritt dieses Bundesratsgremiums zu fordern, das alles tut, um der maroden EU beitreten zu können, sich noch und noch Kompetenzen mittels Not- und Ausnahmerecht zuschanzt, damit das Volk und damit unsere Demokratie entmündigt wird. Ich bin schockiert. Denn ich glaube nicht, dass der ganze Planet jemals befriedet werden kann, dass sind schon historisch gesehen Illusionen. Die alten Römer sagten: “willst du Frieden, dann bereite den Krieg vor”. Will heissen, dann lässt man dich in Ruhe. Die Schweiz hatte dieses Prinzip, bis Keckeis und Schmid anfingen, einen Volksentscheid nach ihrem eigenen Willen heimlich still und leise anders zu interpretieren. Vordem war der Eintrittspreis in die Schweiz IMMER zu hoch.

  3. Martin Frei sagt:

    Der Brief ist super. Aber er wird, wie andere gute Briefe, keine Wirkung entfalten. Wer, auch bei Giardino, hat eine Ansatz, der Erfolg verspricht, um diese Leute im VBS und im Bundesrat aufzuhalten?

  4. Andi Waeger sagt:

    Ja , es ist schon fast zum heulen!!
    Ich frage mich: Für was brauchen wir überhaupt noch eine Departementsvorsteher VBS? Die anderen sechs Bundesräte entscheiden ja sowieso immer gegen den BR Maurer. Wie soll da aus der Armee ein funktionierendes und effektives Sicherheitsinstrument geschaffen werden das man auch ernst nehmen kann?? Bei praktisch 6 Bundesräten die die Armee eigentlich nicht für notwendig halten und den Sinn unserer Armee nicht sehen könnes ist es unmöglich, die Armee wieder auf Kurs zu bringen! Und sonst muss das Volk zusammenhalten und zB vor dem Bundeshaus gegen den jetzigen Abbau unserer Armee die Meinung sagen, schliesslich profitieren wir alle vom Schutz in Krisenzeiten!
    Und Bundesrat Ueli Maurer muss weiterhin öffentlich seine Meinung sagen was er ja auch schon, leider bis jetzt vergebens, getan hat. Er muss auch bereit sein zu sagen, er könne in dieser oder jener Entscheidung nicht hinter dem Bundesrat stehen, ich finde er trägt eine zu grosse Verantwortung um überall klein beizugeben!
    Wenn alle anderen entscheiden die im VBS sowieso keine Ahnung haben, oder gar die Armee abschaffen wollen, wie soll es dann funktionieren?? Ein Metzger sagt dem Bäcker auch nicht, wie er das Brot zu backen habe! Es müssen endlich mal Menschen Entscheidungen treffen, die sich mit der Armee ernsthaft auskennen, solche die mögliche und auch schwere Konflikte im Leistungs-Katalog der Armee miteinbinden und ohne Sparwut die Mittel fordern, die in einem gesunden Mass für eine komplette und effektive Armee benötigt werden.
    Ich wünsche einen schönen Abend
    Andreas Wäger

  5. Brief ist sehr gut geschrieben Herr Stelzer! Zweifle aber ebenfalls an dessen Wirksamkeit! Ich mache deshalb folgenden Vorschlag: Wir (Gruppe-Giardino) starten eine Internet-Petition und fordern darin die drei wichtigsten punkte 1. Starke Milizarmee, die den Verteidigungsauftrag gemäss BV erfüllt 2. bestandesstarke, vollständig ausgerüstete Armee, die bei Bedarf rasch mobilisiert werden kann 3. Armee Material-Vernichtungs Moratorium.
    Natalie Rickli & Francisca Brechbühler haben mit gebuehrenmonster.ch “200 Franken sind genug” vorgemacht, wie effizient eine Internet-Petition ist. Der Petitionsstart müsste mit Pressekonferenz gestartet werden, ich meine, der 1. August wäre ein gutes Datum, aber unbedingt noch vor den Wahlen!
    Freundliche Grüsse Michael Waldvogel

  6. Martin Frei sagt:

    Ein guter Anfang, finde ich. Aber Petition ist etwas wie Sonntagsschule – verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Herr Waldvogel. Aber was wäre mit einer Initiative? Klar, mehr Aufwand, mehr Risiko.Aber Andere haben das auch geschafft, man erinnere sich an die Verwahrungsinitative.(Die Abzockerinitiative ist nur teilweise ein gutes Beispiel, da ist das Parlament mit seinen Verzögerungsmanövern die Frechheit.)
    Was müsste nebst Ihren Punkten der Kern der Initiative sein? Eigentlich das zu verhindern, was ermöglicht hat, dass wenige Leute in VBS und Armeeführung die Armee derart in den Schlamm reiten konnten. Bei Giardino hat es genug kuge Köpfe, die einen Ansatz bringen können. Auf gehts! (Hoffentlich).

  7. Fischer Johannes sagt:

    Der inhaltsschwere Brief muss nachdenklich machen. Die Kommentare zeigen es klar. Leider ist es im Moment so, wie wie Elvana I.und Andi Waeger es feststellen. Ueli Maurer muss ermuntert werden, seine Pflicht, zum Rechten zu sehen, rasch wahrzunehmen. Martin Luther sei ihm das Vorbild. Dieser trat vor die Leute, gab seine Thesen bekannt und fügte bei: Hier steh’ ich, ich kann nicht anders. Das muss nun Ueli Maurer im Landesinteresse tun. Die Zeit verrint, Möchtegerns, Fantasten und Euro-Turbos gewinnen täglich an Boden. Es braucht jetzt sofort eine mutige Tag, die weitherum Aufmerksamkeit erregt. Das Volk will nämlich Freiheit und bewaffnete Neutralität. Man kennt immer noch die Geschichte.
    Zuviel Unheilvolles ist in den letzten Jahren mit der Armee geschehen. Schuld daran tragen unverständlicherweise die Mitte-Parteien und natürlich die Linken. Es grenzt an ein Wunder, dass der Wehrwille im Grossen und Ganzen immer noch besteht, obwohl die Wehrgerechtigkeit gelitten hat und Abläufe in militärischen Kursen schon zu Fragen Anlass geben. Zu Fragen Anlass gibt auch die aufgeblähte Militärverwaltung und der Bestand von mehr als 50 “Generälen” bei einer drastisch verkleinerten Armee. Sind Österreich und Italien unsere Vorbilder geworden?
    Giradino wird Ueli Maurer in allen Belangen, die zu einer Bereinigung und Neuausrichtung auf Grund der Vorgaben der Bundesverfassung führen, unterstützen. Davon bin ich überzeugt. Giradino gibt nämlich Hoffnung wegen der zielstrebigen und tatsachenbezogenen Arbeit.

  8. Max Salm sagt:

    Es nützt nicht viel an BR Maurer zu schreiben, denn er weiss ja um die Misstände. Wir sollten die anderen Bubdesräte mit tausnden von Briefen eindecken. Bitte nachdenken wie man das machen kann.
    Max Salm

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