«Heute haben wir mehr nukleare Akteure und unberechenbarere»

«Heute haben wir mehr nukleare Akteure und unberechenbarere»

Der Erste Weltkrieg wirkt unendlich fern. Und doch erinnern den Politologen Herfried Münkler einige aktuelle Konflikte an die Situation von 1914. Ein Gespräch über China und mögliche Kriegsgefahren.
Interview auf tagesanzeiger.ch

 

Kommentare: 1

  1. Beda Düggelin sagt:

    Vier zentrale Aussagen können aus dem Interview mit Herrn Münkler herausgelesen werden.
    Einkreisungsängste, Flüchtlinge, die Sorglosigkeit Europasn ach dem Einkassieren der Friedensdividende 1990/91, sowie die Ressentiments und der Nationalismus im Fernen Osten.
    Alles Punkte, welche die heutige geopolitische Situation höchst komplex und gefährlich darstellen.
    Dass sich Russland bald von der EU und Nato eingekreist vorkommen kann, versteht sich. Was soll denn diese Osterweiterung der EU, soll sie Europa zusätzliches Wachstum bringen? Die Sorglosigkeit, sprich Verteidigungsfähigkeit ist das grösste Problem für uns und Europa, wir sind längst nicht mehr wachsam und haben unseren Willen auf Selbstverteidigung längst aufgegeben, auch die NATO wäre nicht mehr in der Lage, an verschiedenen Orten in Europa einzugreifen. Eine NATO-Osterweiterung (Ukraine, Georgien) kann kein Ziel sein und der russische Bär würde dies nicht akzeptieren und könnte auch eine Gegenreaktion gegen Zentraleuropa auslösen. Die Flüchtlingsströme weltweit werden rasant zunehmen, je mehr Krisenherde, desto mehr Migration. Sie werden in vielen Ländern riesige Probleme verursachen, dieses Problem gälte es unter Kontrolle zu bringen. Im Fernen Osten wird China versuchen, seine heutige Position weiter auszubauen, da scheint Japan wirklich gefährdet, die vorhandenen Ressentiments und der Nationalismus könnten sich als Funke im Pulverfass erweisen, da hätten selbst die USA nichts mehr zu sagen.

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