Maurer wegen Testbericht zu Jets unter Druck

Maurer wegen Testbericht zu Jets unter Druck

Prädikat «ungenügend»: Mit der Publikation des vernichtenden Prüfberichts der Schweizer Luftwaffe erhalten die Kampfjet-Gegner neuen Auftrieb. «Der Gripen ist endgültig diskreditiert», sagt SP-Nationalrätin Evi Allemann. «Wer den Bericht liest, kann sich nicht mehr ernsthaft für den Gripen einsetzen.» Nationalrat Geri Müller von den Grünen spricht von einem «Waterloo» für das Verteidigungsdepartement (VBS) von Ueli Maurer. Es habe den Gripen nur wegen des Preises gewählt. Jetzt bekomme das Departement dafür die Quittung.
Doch nicht nur die Linke frohlockt. Auch die Gripen-Kritiker im bürgerlichen Lager sehen sich bestätigt.
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Mitteilung der SiK-S
Kommentar:
Es macht den Anschein, als ob man im VBS die schlechten Nachrichten vor Bundesrat Maurer verheimlichen würde. Dieses Vorgehen kennen wir auch vom Skandal um ‘FIS Heer’, als aus roten Ampeln plötzlich grüne wurden. “Tout va très bien, Madame Marquise” – Wann nimmt Bundesrat Maurer den eisernen Besen hervor und lässt sich nicht länger Märchen auftischen?

 

Kommentare: 10

  1. Elvana Indergand sagt:

    Wieso freuen sich die Grünen und die Linken? Dann muss eben ein Ersatzjet her!!! Ein gutes Angebot ist ja da. Zu früh gefreut….Weder Eveli noch Geri noch der Tropfen Wermuth sind bei uns die, die das Goal schiessen. Das werden sie noch erleben.

  2. Hans Ulrich Suter sagt:

    Ich denke es ist nicht so einfach. Der Gripen wurde von verschiedenen Staaten ebenfalls beschafft, nämlich Thailand, Südafrika, CSSR und natürlich Schweden. Man muss also bei einem Testbericht in so einem Falle sehr vorsichtig sein und die eigenen Daten sehr gut belegen. Die Frage ist dann, ob die “Experten” im VBS dazu in der Lage sind, wobei ich hier nicht unbedingt die fachliche Qualifikation meine, sondern auch deren Möglichkeiten, aber natürlich muss man dann seinen Vorgesetzten (in dem Falle wohl Maurer) informieren und mehr Zeit und Mittel verlangen. Das schien nicht der Fall gewesen zu sein.

  3. Müller sagt:

    Erklären Sie mir bitte wie die restliche Armee finanziert werden soll falls ein Rafale oder ein Eurofighter beschafft wird?
    Das Ausgabeplattfond 5Mia dient in erster Linie nicht zur Kampfjet Beschaffung sondern zur Finanzierung der gesamten Armee.

  4. Hammond sagt:

    Auf sf.tv ist ein interessantes Interview veröffentlicht (->Gripen-Jet: «Das Machbare kaufen und nicht das Unerreichbare») http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/02/13/Schweiz/Gripen-Jet-Das-Machbare-kaufen-und-nicht-das-Unerreichbare
    Den Aussagen von Max Ungricht kann ich zu ~90% zustimmen.
    Aus meiner Sicht würde ich technische Spitzenmodelle erst als Ersatz für die F/A-18 in Betracht ziehen. Gründe dazu:
    -die Bedrohung für die CH nahm zwar seit 1992 bereits wieder zu, aber wir benötigen soweit (noch) nicht das technische Spitzenflugzeug
    -finanziell
    -technisch (bis zum F/A-18 Ersatz macht die Technikentwicklung nochmals Sprünge & die Flugzeuge der 5. Generation werden dann technisch ausgereift sein.)
    -aussenpolitisch
    -innenpolitisch

  5. Franz Betschon sagt:

    Technisch gesehen ist der Vorgang ein Nonevent, eine Luftblase. Wenn ich richtig orientiert bin, so wurde ein Typ evaluiert, der später bezüglich Flugleistungen in die Konfiguration NG (Neue Genetration) um gerechnet wurde. Dies betraf hauptsächlich das Triebwerk. Bei gegebener Geometrie kann man das ohne das geringste technische Risiko. Schwierigkeiten beim Radar betrafen offenbar Reflexionen beim Flug in den Alpen, die aber ebenfalls behoben wurden. Es ist am VBS, seinen Apparat für Öffentlichkeitsarbeit nochmals zu vergrössern, um in dieser Frage richtig, vorallem den eigenen Chef, orientieren zu können. Wenn Puristen nun plötzlich sich darauf berufen, nur eine in allen Teilen vorhandene und geprüfte Version sei beschaffungsreif, so hätte in der letzten Zeit kaum mehr viel investiert werden können.
    Das ganze ist eher ein politischer Skandal. Giardino hat schon ganz am Anfang den Lärm vorausgesagt, der mit Sicherheit entstehen würde, wenn der Rafale unterliegen würde. Das VBS ist nicht mehr geführt, jeder macht was er will (gilt auch für die Luftwaffe) und so können natürlich komplexe Projekte gar nie sauber durchgezogen werden (FIS HE lässt grüssen!). Erinnert sei auch an den Zahlensalat, den sich die Armasuisse am Anfang des Projektes geleistet hat. Und nun kam eben der GAU: Verschiedene “Experten” haben sich in Pose geworfen und können nun den Schwanz nicht mehr einziehen.
    Dass der Gripen mit nur einem Triebwerk billiger im Ankauf und beim Unterhalt sein würde, war klar und dass zweistrahlige Flugzeuge sicherer sein würden, ist eine Mär.
    Insgesamt frägt sich immer noch, ob die Schweiz den grossen finanziellen Aufwand für so eine Evaluation sich nicht hätte sparen und auf vorhandenem Zahlenmaterial basieren können.

  6. Willy Stucky sagt:

    Es ist ganz einfach: Maurer musste von Schmid einen Sauladen übernehmen; und in einem Sauladen leben halt einige wie die Maden im Speck. Ihre Profilierungssucht ist derart gross, dass sie lieber mit den Armeeabschaffern zusammenarbeiten, als dass sie endlich das täten, wofür sie angestellt und gut bezahlt werden.
    Ferner ist nicht anzunehmen, dass die Schweden ausserstande sind, ein ordentliches Flugzeug zu bauen, schliesslich wollen sie es verkaufen und ihre eigene Luftwaffe gewiss nicht zur schlechtesten der Welt machen. Und am Ende ist jede Lösung nur eine Zwischenlösung; denn die technische Entwicklung geht stetig weiter, sonst müssten wir ja keine neuen Kampfjets kaufen.
    Sollten unsere Piloten aber tatsächlich nur eine Maximallösung akzeptieren, so müssten sie klipp und klar vermitteln, dass sie keine europäischen Maschinen fliegen möchten.
    Kurz und gut: Es geht bei diesem Wirbel einmal mehr ausschliesslich um den Versuch, unsere Armee auf kaltem Weg abzuschaffen.

  7. Granich sagt:

    Die Armee hat soviele Experten wie Soldaten. Schweizerischer könnte es nicht sein. Die Armeeabschaffer, auch diejenigen welche in der Sicherheitskommission Einsitz haben und so tun als würden sie alles nur mögliche aufwenden, an Geist und Energie, dass die Flugwaffe auch ja das richtige Flugzeug erhält, wobei diese aber eigentlich jede Nachrüstung der Armee verhindern wollen.
    Wenn ich heute ein Computer anschaffe, dann ist er morgen schon überholt. Wie anders soll es dann bei einer so komplexen Maschine, wei ein Flugzeug sein. Also, es wäre nicht als vorteilhaft, wenn zwei neutrale Staaten ein Flugzeug, welches sich ja schon bewiesen hat, zusammen weiter entwickeln würden.

  8. Andreas Wäger sagt:

    Ueli Maurer muss nun endlich Klarheit schaffen! Das ist dass, was ich an ihm am meisten vermisse, aufräumen und den Tarif durchgeben! Es kann doch nicht sein, das der Vorsteher des VBS nicht Einsicht in die Akten hatte? Eben ein “Sauladen”!
    Was sicher enorm wichtig ist, auf welchen Daten der Entscheid für den Gripen gefallen ist, da musste sich Ueli Maurer ja sicher auf “Experten” verlassen können. Er wird sicher nicht mit seinen Erfahrungen den Typenentscheid gefällt haben, das hat er nicht in der Hand, da ist er nur auszuführende Person. Wenn ihm die Flugwaffen-Experten mitteilen, der Gripen erfüllt die notwendigen Anforderungen, wird er sich, auch wegen dem ewigen Streit um die Finanzen, sicher für das günstigere, aber dennoch genügende Flugzeug entscheiden.
    Das grosse Problem ist einfach, das der Saab Gripen “NG” nur auf dem Papier existiert, die Fakten des jetzigen Modells sind also praktisch keine Messlatte, man kann nur berechnen wie gross sich die Vorteile des neuen Modells bemerkbar machen. Wenn das sauber und seriös geschehen ist, und die besseren Daten auch wirklich garantiert werden können, dann ist der Gripen völlig ausreichend für die Schweiz.
    Die “miserablen” Leistungsdaten des Berichtes, der im Sonntags Blick aufgetaucht ist, beruht sicher auf den alten Daten, also kann Ueli Maurer sich auch erklähren. Sollte ihm aber bekannt sein, das auch das “NG” Modell keine genügenden Leistungen bringt, dann wäre es an ihm gelegen, den Bundesrat und das Parlament darauf hinzuweisen. Hätte er das nicht getan, ist seine Glaubwürdigkeit in Frage gestellt.
    Das was hier passiert mit dem Flugzeugkauf, ist nicht verantwortbar! Es ist schon schwer genug, beim Parlament den Kauf auf die Beine zu bringen und es wird noch schwerer, das Volk zu überzeugen, dass es die neuen Flugzeuge für die Sicherheit der Schweiz braucht. Aber mit Kindergarten-Theater macht mann sich noch unglaubwürdiger als man schon ist!!
    Es liegt jetzt an Ueli Maurer, den Stall auzumisten, den offenbar werden hier Spielchen der unteren Schublade gespielt. Für mich steht ausser Frage, das man bewusst Falschmeldungen in die Medien bringt um den Kauf zu verhindern und schlussendlich die Armee sterben zu lassen. Für mich stinkt es hier zum Himmel!! Hier muss nun endlich Ueli Maurer knallhart durchgreifen und aufräumen!! Wenn keiner mehr in die Armeeführung vertrauen kann, wird auch kein Geld mehr für “scheinbar” enorm wichtige Rüstungsgüter gesprochen!
    Und alle die denken und meinen, der Rafale oder dir Eurofighter ist(auch vom Preis), besser: Die Armee hat in fast allen Bereichen schon lange nicht mehr das beste. Die Fliegerabwehr will auch ein besseres Abwehrsystem, die Infanterie will auch besserer Panzer usw. Der Gripen genügt vollends.. Es gibt genügend Baustellen in der Armee, angefangen bei der Führung. Wir müssen uns leider daran gewöhnen, das für die Armee das beste nicht mehr bezahlbar ist..
    Bestte Grüsse
    Andreas Wäger

  9. Zala Boris sagt:

    Die waffen sollen die Spezialisten auswählen,die Politiker anders.
    Eine Armee ohne richtige Waffen kann in Ernstfall kapitulieren!!

  10. Brugger Kurt sagt:

    Zwischenzeitlich hat BR Maurer mit seinen Generälen geantwortet. Einmal mehr eine Zeitungsente (zwecks Steigerung der Auflage) wie gehabt, der einige von uns aufgesessen sind. Schade…damit wird lediglich unnötige, politische und fachliche Hektik erzeugt, was letztlich mehr schadet als nützt.
    Lassen wir den kompetenten BR mit seinen Fachassi-stenten (Generälen) arbeiten und warten wir die nächst Präsentation ab.
    Wenden wir uns dem zu, was wichtig ist, der Gegenof-fensive zur Wehrpflicht-Abschaffung und der Stärkung des Wehrwillens in der Bevölkerung. Das ist zwar weniger attraktiv, mehr Knochenarbeit, aber umso wichtiger.

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