Neue Doktrin: Nato erklärt Russland zur ständigen Bedrohung

Neue Doktrin: Nato erklärt Russland zur ständigen Bedrohung

Russlands Teilung der Ukraine schaffe „eine völlig neue Sicherheitslage in Europa“, so Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen. „Was wir in der Ukraine gesehen haben, ist empörend“.
Die Nato baue seit 20 Jahren ihre Verteidigungsplanung auf der Annahme, dass aus Russland keine unmittelbare Gefahr ausgehe, „aber jetzt sehen wir die russische Doktrin, dass Russland sich das Recht nimmt, in anderen Ländern zu intervenieren, um die Interessen der russischen Gemeinden zu schützen. Auf der Krim und in der Ukraine haben wir gesehen, dass dieses Vorhaben nicht nur auf Worten basiert – es kann leicht in die Tat umgesetzt werden“, so Rasmussen in Brüssel.
Beitrag auf deutsche-wirtschafts-nachrichten.de
Kommentar:
Die NATO spricht von einer “völlig neuen Sicherheitslage in Europa” und was tut Bern? Schalten wir deshalb direkt ins Bundeshaus: “Zzzzzzzzzzzzzzzz……” – Danke.
Eher frech ist hingegen die Aussage zu werten, wenn Russland sich das Recht nehmen soll, “in anderen Ländern zu intervenieren”. Was hat die NATO/USA die letzten Jahre getan? Afghanistan, Irak, Libyen, Somalia, Syrien, … Die Krim hat sich jedoch zuvor in einer Abstimmung Russland angeschlossen.

 

Kommentare: 6

  1. Fritz Kälin sagt:

    Lassen wir das gegeneinander Abwägen und die vermeintlichen Legitimierungen der Interventionen von West und Ost mal beiseite…
    Für uns wichtig und beängstigend ist, dass sowohl der Westen als auch Russland durch sie beeinflusste ‘Usurpation/ Demokratie/ Wahlen/ Abstimmungen’ als ‘Waffe’ einsetzen. Beide Seiten präsentieren sich als Akteure, die ohne zu zögern Partei bei innenpolitischen Auseinandersetzungen in Drittstaaten nehmen.
    Erinnern wir uns bei dieser Gelegenheit daran, wie oft unser heterogenes Land in seiner Geschichte durch inneren Zwist in seiner Einheit und Unabhängigkeit bedroht war. Dann erkennen wir den wahren Wert der direkten Demokratie, welche dazu dient, in selbst noch so umstrittenen politischen Streitfragen eine friedliche und von allen akzeptierbaren Entscheidung zu erreichen. (Ein alternativer Rückgriff auf Gewalt durch eine unterlegene Partei wird damit präventiv delegitimiert.) Unsere verfassungsmässige Staatsordnung stellt auch im 21. Jahrhundert die vorderste, friedlichste und effizienteste Verteidigung dar. Unsere Armee soll deshalb in allererster Linie diese verfassungsmässige Staatsordnung gegen jede erdenkliche Bedrohung bestmöglich schützen können. Diesen Schutz kann nur durch eine eigene, niemals eine fremde Armee legitim gewährleisten.

  2. Hans Ulrich Suter sagt:

    Kleines Detail: Russland hat den PfP auch unterzeichnet.

    • Erwin Markus sagt:

      MACHIAVELLI NICHT VERGESSEN HERR SUTER…!
      In diesem Fall ist die PfP als Mittel zum Zweck zu verstehen, eine alt bewärte Methode totalitärer Staaten. Eine Finte eben…!

    • Hans Ulrich Suter sagt:

      Nach dem Luftkriegsexperten, “Rundschau”-Darsteller, Dozent für moderne militärische Strategie und Ex-F-5A Pilot Guus van Kooster ist aber der PfP-Mitgliedschaft dasselbe wie NATO-Mitgliedschaft…. Was kann ich da schon als gew. Kanonier und ex-Haflinger Pilot sagen…

  3. Fredy Stuber sagt:

    Die Nato, oder aus heutiger sicht eher die Natod organisation, hat doch auch den PfP unterzeichnet. Nun sollte sich diese oligarchen organisation auch daran halten.
    In den köpfen der Nato oligarchen ist die
    PfP = Partnerschaft für den Frieden / englisch: Partnership for Peace, zur PfW geworden
    PfW = Partnerschaft für den Krieg / englisch: Partnership for War
    Die China – Russland 400 Milliarden Verträge dürften bei gut gesinnter betrachtung als friedens fördernd zu sehen sein.
    Die berechtigung einer Nato (sollte die Nato sich ihrer aufgabe PfP bewust sein) ist somit wieder einmal mehr neu zu beurteilen, in frage zu stellen.
    Hilflos ist:
    wer jahrzehnten (nach der geburt) im sandkasten spilend und gefangen im körper, sich nicht ent-wickeln kann.

  4. Hohermuth sagt:

    Wenn die Nato den Russen vertraute, ist sie naiv.
    Dass die Ost-Expansion der EU und Nato so nicht funktionieren konnte und irgend wann eine Gegenreaktion von Russland kommen musste scheint mir klar. Ausslöser der Krise scheint mir daher die EU/Nato.
    Wichtig wäre tatsächlich auch, dass die CH endlich aufwacht und das Militärbudget entsprechend massiv aufstockt und das Departement und die Armee mit fähigen Köpfen besezt.
    Kommentar von Giardino ist super! Bravo!

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