Oesterreich: General triumphiert, Minister ramponiert

Oesterreich: General triumphiert, Minister ramponiert

Nach mehr als neun Monaten Zwangspause meldet sich Edmund Entacher heute wieder zum Dienst als Generalstabschef. Ein Dienstantritt, den Verteidigungsminister Darabos zähneknirschend hinnehmen muss: Er hatte Entacher im Jänner abberufen, nachdem dieser den ministeriellen Schwenk zum Berufsheer kritisiert hatte:
Entacher: “Warum soll ich ein neues System einführen, das voller Risiken steckt und bei dem es kein Zurück mehr gibt? Kein vernünftiger Mensch würde das tun.”
Weiterlesen auf nachrichten.at
Kommentar:
Alle Achtung vor dem oesterreichischen Generalstabschef! Wo bleiben unsere hohen Militärs, die so vehement für die Wehrpflicht kämpfen? Einmal mehr ist die Politik auf dem falschen Dampfer.
Wir gratulieren Entacher zu seinem Erfolg und wünschen ihm und dem oesterreichischen Volk weiterhin viel Durchhaltewille!

 

Kommentare: 8

  1. Franz Betschon sagt:

    Hier hat sich tatsächlich ein aktier General nicht nach seiner Pension gerichtet sondern nach seinen Pflichten und darauf beharrt, zu sagen, was sein fachmännisches Urteil ist.

  2. Johannes Fischer sagt:

    Zum Misserfolg des Projektes Armee XXI kann man nur sagen: Das VBS hat in erster Linie die Armee zerstört. Die treibenden Kräfte waren und sind Naot-geimpfte “Generäle”, die weiter ihr Unwesen treiben können. Politiker, die sich “bürgerlich” nennen, haben tüchtig mitgeholfen, dass es dazu gekommen ist. Sie hoffen auf Stimmen aus dem Linken Bereich. Unterstützt wurden und werden sie von Opportunisten in den Vorständen der SOG, und zwar vor allem von Offizieren, die im VBS tätig sind. Leider sind zu viele ehemalige höhere Stabsof nicht willens gewesen, ihre Erfahrungen im Kampf gegen das unsinnige Projekt Armee XXI einzubringen. Sie sind vornehm auf der Seite gestanden, sie haben sich vom VBS erwischen lassen mit der drohenden Bemerkung, dass sie als Pensionierte des VBS zu schweigen hätten. Dabei sind sie in erster Linie Staatsbürger wie wir alle. Auch kürzlich beförderte höhere Stabsof waren zu Schmids Zeiten unkritische Anhänger der A XXI. Warum das so war, ist leicht zu erkennen: Karriere. Schmids Nachfolger hat in einigen Fällen nicht erkennen können, wen er zur Beförderung vorgeschlagen hat und so die Karrieristen belohnt. Darum wird weiter an einem für die Schweizer Milizarmee untauglichen Armeemodell weiter gebastelt. Standhaft weigert man sich, an frühere erfolgreiche Modelle anzuknüpfen, belässt den Posten eines CdA, was zur untauglichen Zentralisierung führt, vernichtet unter falschen Begründungen Material und Organisationen, entlässt AdA bereits mit dem 30. Altersjahr aus der Wehrpflicht und verzichtet so auf gefestigte und erfahrene Bürger-Soldaten, führt eine Aushebung durch, die beinahe zu einer Freiwilligkeit der Militärdienstleistung führt. Wehrgerechtigkeit ist eine Säule des guten Wehrwillens. Führung der Milizarmee auf allen Stufen durch geeignete Milizoffiziere die andere. Leider liegt es bei beidem im Argen. Die Milizoffiziere werden systematisch auf niedere Stufen zurückgedrängt, damit so den Berufsoffizieren der Weg frei wird für höhere Weihen…
    Der Chef VBS, der Gesamtbundesrat und das Parlament müssen in nächster Zeit ganz entscheidende Massnahmen einleiten, damit die Vorgaben von Art. 58 BV wieder erfüllt sind.

  3. Y. Blau sagt:

    Es wäre schade, wenn sich Oestereich auf eine Berufsarmee hinbewegen würde. Ich denke langfristig, gäbe es eine ganze Reihe von interessanten Möglichekeiten zwischen Finland, Schweden, Oestereich und der Schweiz im Bereich der Diskussion wie sich Neutrale verteidigungspolitisch verhalten sollten in der gegenwärtigen Lage. Man könnte sich in Bereichen der Doktrin und Beschaffungsmassnahmen intensiver miteinander auseinandersetzen. Warum nicht gemeinsam Instruktoren nach Westpoint oder Sandhurst schicken (und bezahlen)? Ich glaube es gäbe eine ganze Reihe von Überschneidungen.

  4. Brugger Kurt sagt:

    Sie sind besser informiert als ich,was die AXXI betrifft.Ich muss gestehen mich nicht rechtzeitig ins Bild gesetzt zu haben.Erst als ich feststellte, wie A-Material verschleudert wird, AdA in der Oeffentlichkeit immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, die Medien immer häufiger fragwürdige Berichterstattungen verbreiten, bin ich hellhörig geworden.Seither bin ich schockiert, was ich zu hören bekomme.Die beiden Generäle Kekeis und Arbenz haben mit ihrer PK zur 20’000 Mann Berufsarmee, den Bogen definitiv überspannt.Die jungen GstOf der GGstOf sind auch schon (nicht alle) infisziert von diesem Virus.

  5. Johannes Fischer sagt:

    Ist die SOG oder sind ihre Sektionen neuerdings politische Parteien geworden? Wenn ich verfolge, welche Wahlempfehlungen oder Nicht-Wahlempfehlungen die KOG Schaffhausen und Zürich in die Welt posaunen, dann muss man sich ernsthaft fragen, ob die betreffenden Verantwortlichen noch ihre Pflicht wahrnehmen. Die SOG ist gemäss Statuten politisch neutral. Allerdidngs, mit dem schlechten Beispiel, es nicht mehr zu sein, ging der damalige Präsident, NR SVP AG Ulrich Sigrist, Oberst i Gst, voraus. Er hat praktisch alles propagiert, was BR Samuel Schmid vorgeschlagen hat, obwohl Sigrist wissen musste, dass es so nicht gehe. Und nun die beiden KOG SH und ZH. Man vergisst vor allem bei der KOG ZH, dass es einzig die SVP war, die im Parlament für 120 000 und mehr Ada plädierte, damit die Vorgaben von Art. 58 BV erfüllt werden können.
    Dies belegt meine Vermutung,dass der Milizoffizier von der Organisation, die seine Interessen vertreten sollte, dies bei der SOG nicht mehr ist.

  6. Brugger Kurt sagt:

    Grüezi Herr Fischer,wahrscheinlich sind die Statuten der SOG/KOG nicht mehr zeitgemäss.Einleuchtend ist, dass diese Organisationen politisch neutral sein sollen.In sicherheitspolitischen Fragen (Landesverteidigung und Armee)haben sie jedoch vernehmlassenden Auftrag,dh sie müssen alles Interesse haben in den entsprechenden politischen Entscheidungsprozessen mitbestimmen zu können, durch Einflussnahme.Dasselbe gilt für die Empfehlung bei Wahlen.Zustimmende Mehrheiten zu finden im Parlament wird immer schwieriger.Nur die Bündelung aller Kräfte,auf allen Ebenen,der A-Befürworter,kann eine Trendwende herbeiführen,zu Gunsten einer kriegstauglichen Milizarmee und einer glaubwürdigen Landesverteidigung.Mit vereinten Kräften kann der unsägliche Trend gebrochen werden, welchen die vereinten A-Abschaffer über Jahre und systematisch herbeigeführt haben.Ich würde allen ausserdienstlichen Organisationen raten, den Gedanken des gemeinsamen Vorgehens zu prüfen und auf allen Ebenen aktiven Beitrag zu leisten (zB koordiniert durch die Gruppe Giardino als Kontrapunkt zur GSOA).Viel Arbeit steht an! Gruss K.Brugger

  7. Brugger Kurt sagt:

    Grüezi Herr Blau, mE hat Oesterreich ganz andere Voraussetzungen als die Schweiz. A ist Mitglied der EU und somit sehr nahe bei der Nato. Die Schweiz ist (vorläufig noch) ein eigenständiges Land. Das Neutralitätsprinzip hat uns Ansehen und in 2 Weltkriegen die Möglichkeit gegeben, uns heraus zu halten. Unsere Milizarmee war schon einmal eine der besten der Welt. Schneller als die Schweiz konnte kein Land seine Streitkräfte mobilisieren und die Grenzen unseres Territoriums sichern. Dies dank einmaliger Organisation (pro memoriam: kollektive Waffen, Munition und Fz in den Eirm der Trp dezentral stationiert, pers Ausrüstung inkl pers Wf und Munition zu Hause und auf dem Mann), weltweit wurde die Schweiz beneidet und gelobt für diese Errungenschaft, aber auch für die kompromisslose Neutralität.Dies galt auch während der Zeit des kalten Krieges (1945-85).Damit hat sich die Schweiz internationalen Respekt verschafft und unsere Verteidigungsbereitschaft genoss hohes Ansehen.
    Die CH-Mobilmachungs-Organisation und die Milizarmee (im Zusammenhang mit dem BV-Auftrag) gilt auch heute noch (obwohl durch Regierung und Parlament abgeschafft) als die effizienteste Grenzschutz-Strategie welche unser Land je gehabt hat.Leider ist ein grosser Teil des damaligen “Knowhow” verloren gegangen. Aber wenn diese Organisation für eine 450’000 Mann Armee funktioniert hat, wird sie wohl auch für eine 120’000 Mann Truppe zu organisieren sein.
    Eine Berufsarmee kann unser Land nur in einem grossen Verband (Nato) schützen. Die Konsequenz davon ist die Abschaffung unserer Neutralität und unserer Eigenständigkeit in Fragen der Landesverteidigung. Leider wird der Gedanke der “immerwährenden Neutralität” von Regierung und Parlament nicht mehr respektiert und in Einzelfällen verletzt.Aus meiner Sicht ist dies ein Irrweg mit unabsehbaren Konsequenzen und irreparablen Folgeschäden.

  8. Brugger Kurt sagt:

    und noch etwas: solange es nicht gelingt diesen “Weg der Schweiz” bei Bürgern und Politikern wieder fest zu verankern und den unabdingbaren Glauben daran zu stärken, damit den Wehrwillen im ganzen Volk bewusst werden lassen, finden die unsäglichen (teils defaitistischen)Diskussionen kein Ende.Dafür ist PR Arbeit nötig, die diesen “Weg der Schweiz”,gegen alle gegenteiligen Tendenzen,in unserer Gesellschaft verankert.Ein “Kraftaufwand” den die A-Befürworter nur durch Bündelung der eigenen Kräfte meistern werden.

Kommentare sind geschlossen.