Rechtfertigung einer Armee "auf Holländisch"

Rechtfertigung einer Armee "auf Holländisch"

Kommentar:
Genau diese Sinnvermittlung fehlt vielen AdA heute und macht unsere Armee anfällig auf Abschaffungsabsichten. Dabei wäre es so einfach.

 

Kommentare: 8

  1. Y. Blau sagt:

    Das ist ein exzellenter Beitrag.

  2. Fritz Kälin sagt:

    So muss man also eine Armee rechtfertigen, die in einem der islamischsten Länder versucht hat, westliche Werte und Frauenrechte zur Geltung zu bringen, während im eigenen Land eine zur Staatsideologie erhobene ‘Toleranz’ islamische und andere Parallelgesellschaften hervorgebracht hat. Die holländische Armee, die damals ihr eigenes Volk nicht verteidigen konnte (und auch heute nicht könnte), tritt als Beschützer der Afghanen auf, die ihre Freiheit gegen die Rote Armee behauptet haben. Über eine Million Afghanen bezahlten diesen ‘Sieg’ mit dem Leben. Wie viele Opfer erlitt die holländische Armee, bis sie den Kampf aufgab?
    Dieser Offizier betreibt meiner Meinung auch eine Wortverdrehung: Waffen sind nur solange “Instrumente des Friedens”, wie sie einen Gegner/Aggressor abschrecken und damit einem Krieg vorbeugen. Sobald sie eingesetzt werden müssen, sind es Tötungsinstrumente.
    Man kann natürlich sagen, Holland sei geographisch schlecht zur Verteidigung geeignet (und deshalb zur Sicherheit durch Kooperation gezwungen). Aber verteidigt man sich nur dann, wenn man eine reelle militärische Chance gegen einen Aggressor hat (dann greift dieser i.d. Regel auch nicht an…)? Am Anfang standen die Afghanen den Invasoren jedenfalls kaum besser bewaffnet gegenüber, als der Vater des Offiziers im Video. Man muss es an dieser Stelle klar sagen: die Wehrmacht konnte seinerzeit nicht nur dank überlegener Taktik und Glück bei hochriskanten Unternehmen weite Teile Europas erobern. Die fehlende Opferbereitschaft der angegriffenen Gesellschaften bzw. ihrer demokratisch gewählten Vertreter hat Hitlers Blitzsiege wesentlich erleichtert oder sogar ermöglicht.
    Man kann natürlich sagen, härterer Widerstand gegen die Wehrmacht wäre zwecklos gewesen. Genau deshlab erlitt die Wehrmacht bei all ihren Eroberungen von 1939 bis Mai 1941 nicht mehr Verluste als im ERSTEN Monat des Unternehmen Barbarossas. Wäre die Evakuierung Dünkirchens gelungen, wenn die Belgier ihren ‘aussichslosen’ Kampf schon eine Woche früher eingestellt hätten? Hitlers Strategie scheiterte, sobald sie mit Grossbritannien und der UdSSR auf Gegner stiess, die weiterkämpften, obwohl ihre militärischen Erfolgschancen zeitweise gleich Null waren.
    Seine Freiheit zu verteidigen bedeutet leider kein fröhliches Tontaubenschiessen auf Nazisoldaten. Aber die meisten Demokratien vertrauen ihre Sicherheit und Freiheit Armeen an, die ihre Waffen mitten im Kriegseinsatz noch als “Instrumente des Friedens” verniedlichen, die mit diesen “Friedensinstrumenten” möglichst nicht Töten und sowieso keine eigene Verluste erleiden sollen. So hindert man weder die Wehrmacht noch die ‘Schüler der Schrift’ (Taliban) daran, ganze Gesellschaften einer barbarischen Werteordnung zu unterwerfen.
    Ein exzellenter Beitrag, weil er dem aufmerksamen Zuschauer offenbart, warum die Schweizer Armee von NATO-Armeen kaum noch etwas darüber lernen kann, wie man sein eigenes Staatsgebiet, seine eigene Bevölkerung und seine eigenen Werte verteidigt.

    • Y. Blau sagt:

      Der Holländer hat ja nicht unrecht, wenn er sagt, dass es gut ist, wenn die Gewalt ein Monopol des Staates ist, das der Staat nicht teilen darf. Der Landfriede ist ja eine der Bedingungen der Demokratie und des Erfolgs, den die Niederländer und wir teilen.

  3. Y. Blau sagt:

    Moi, je supporte cette position.

  4. Hans Ulrich Suter sagt:

    @Blau: Das ist eine höchst gefährliche Einstellung, nicht umsonst ist das Waffentragrecht in den Staaten so wichtig. Was passiert, wenn das Monopol bei einem durchgedrehten Staat liegt sehen wir ja im 3. Reich. Ich halte eher den Schutz des Eigentums (und damit der Lebensgrundlagen) für die Grundvoraussetzung des Friedens, egal ob man selbst oder der Staat dafür sorgt.
    @Kälin: Wie immer, haben wir im grossen ganzen bei gleicher Meinung kleine (taktische) Meinungsverschiedenheiten. Ich denke dass sich Holland sehr gut verteidigen lässt, denn man kann alles unter Wasser setzen, also sind Sperriegel auch möglich, man muss nicht immer in Bergen denken…..

    • Y. Blau sagt:

      Das ist natürlich ein gutes Gegenargument. Andererseits stellt sich natürlich die Frage, wie weit man bei einem durchgedrehten Staat noch von einem legitimen Staat sprechen kann und dann nicht ohnehin ein rechtlicher Notstand vorliegt. Ein Staat, der massiv Recht bricht, z.B. grundsätzlich das Eigentum seiner Bürger nicht mehr gewährleistet, hat auch grundsätzlich ein Problem mit seiner Legitimität, was eine Situation von Notrecht implizieren kann. Ich habe beim Monopol mehr an das Recht des legitimen Staates gedacht, der für sich in Anspruch nimmt Gewalt im Sinne der Rechtssprechung auszüben oder eine Milizarmee zu unterhalten und seiner Führsorgepflicht nachkommt, in dem er z.B. seine Milizsoldaten zu Inspektionen verpflichtet oder ein Waffenreglement durchsetzt.

  5. Hans Ulrich Suter sagt:

    @Blau: Nun ich bin durchaus für ein abgeschwächtes Notwehrrecht, auch weil bei uns Gerichte Notwehr anerkennen (mehrere Schüsse auf eine(!) unbewaffnete Person (Notwehr weil Frau!), Schüsse auf Fliehende, usw.usf.), die bei mir nur noch heftiges Kopfschütteln hervorrufen. Bei einem richtigen Notwehrfall ist man sowieso froh noch am Leben zu sein,. da ist es einem sowas von egal was das Juristengesocks dazu sagt….Aber der Umgang mit Waffen, das Recht sie zu tragen (auch im öffentlichen Raum) wirkt sehr abschreckend…auch auf Verbrecher, und ist darum zu befürworten. In der unfreien Schweiz darf man ja, im Gegensatz zu meiner Jugendzeit, keine Waffen mehr tragen.

    • Y. Blau sagt:

      Mir gibt die Annektote über seinen Vater und das unbrauchbare Gewehr in der Präsentation von Peter van Uhm zu denken. Ich glaube darauf muss man in Bern drängen, dass die Mittel dem Auftrag und den Möglichkeiten entsprechend stimmen.

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