Steuert die Welt auf eine Katastrophe zu?

Steuert die Welt auf eine Katastrophe zu?

Für Optimisten waren die letzten Jahre eine Provokation. Quasi im Quartalstakt brachen die Katastrophen über die Welt herein. Lustig-frivole Zukunftsperspektiven haben damit einen schweren Stand. Es ist vielmehr die Zeit der Mahner und Schwarzmaler. «Sind wir noch zu retten?», fragt etwa der deutsche Publizist Klaus Schweinsberg in seinem 2010 veröffentlichten Buch. Wer den Band liest, ist am Schluss keinesfalls sicher, ob die Frage wirklich bejaht werden kann.
Drohen Jahre der wirtschaftlichen Flaute und der hohen Arbeitslosigkeit? Sind die protektionistischen Tendenzen mit ihren extremistischen Auswüchsen in der Politik eine echte Gefahr für die Demokratie und für die Marktwirtschaft? Wird die ultraexpansive Geldpolitik des Westens eine Inflation herbeiführen, die am Ende den Mittelstand seiner existenziellen Grundlage berauben wird? In Zusammenarbeit mit Avenir Suisse macht die az eine Auslegeordnung der in internationalen Polit- und Wirtschaftskreisen diskutierten Krisenszenarien, die für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren entscheidend sein könnten, und liefert dazu eine Beurteilung, wie ernst sie wirklich zu nehmen sind.
Beurteilung auf avenir-suisse.ch

 

Kommentare: 4

  1. Franz Zemp sagt:

    Man muss weder Hellseher noch Ökonom sein. Ich bin Realist. Ich verfolge die Weltpolitik seit Jahrzehnten. Die Globalisierung und die Politik der grossen Weltfirmen haben unsere Welt bzw. die Bevölkerung total verändert. Zudem kommt noch der Einfluss der Sonne, die auf grosse Teile der Menschen wie der Natur Einfluss hat. Nicht nur die Politik sondern auch die unverständliche Geldgier schicken uns total bachab. Das heutige System wird so nie, aber nie funktionieren.
    Auch wenn man dies nicht gerne hört und die billigen Kommentare verfolgt; die Realität wird sich, schneller als viele meinen, präsentieren. Vielleicht ist dies mehr als notwendig, damit die Menschheit wieder vernünftig wird.
    Darüber könnte man Bücher schreiben, bloss, es würde die Verantwortlichen nicht ändern. Es gibt Krankheiten, gegen die gibt es keine Medikamente.
    Trotzdem wünsche ich allen Lesern einen schönen Herbst und hoffe, dass es nicht zu schlimm wird.

  2. Fritz Kälin sagt:

    Nur ein Kommentar zum Punkt Zur Kriegsgefahr (10%):
    – Mangels Vorstellungskraft wird hier das übliche Duo aufgezählt: Krieg in Asien/Pazifik oder ‘Terroranschläge’ in Europa. Krieg kann noch viele andere Erscheinungsformen annehmen, als zwischenstaatlich oder ‘ein bisschen Terror’. Islamisten und andere Extremisten sind nicht erst dann ein Sicherheitsproblem, wenn sie sich Sprenggürtel umschnallen.
    – “Ein Krieg ist aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung der Staaten eher unwahrscheinlich.” Es gibt also keinen Krieg mehr, weil die Menschen (und sogar die Politiker!) inzwischen alle zu vernünftigen homi economici geworden sind…
    Diese ‘vernünftige Hoffnung’ hatten vor 100 Jahren auch diverse Geschäftsleute in Europa. Dass Problem des Krieges ist, dass er nicht auf unserer Vernunft, sondern auf Unvernunft und tief sitzenden Schwächen eines jeden Menschen aufbaut. Wie sehr es Politikern auch heute an Vernunft mangelt, haben sie bei der EU-Erweiterung und Einführung des Euros genug bewiesen.
    – Dass Russland sich aus diversen Sicherungssystemen (KSZE) ausgeklinkt hat, ist jedenfalls kein Indiz dafür, dass Europa noch sicherer geworden ist. Was will/kann Europa dagegen tun, wenn sich Russland in den nächsten Jahrzehnten die Ukraine ‘zurückholt’?

  3. Guido Pescio sagt:

    Ob die Welt auf eine Katastrophe zusteuert, kann leider bis fast zu 100 % bejaht werden. In allen Berichten und Kommentaren wird mit keinem einzigen Wort darauf hingewiesen, dass alle mehr oder weniger vernünftig aufgezählten Argumente schlussendlich ihre Begründung darin haben, dass wir auf diesem Planeten jetzt schlicht und ergriffen zuviele Menschen sind. Ueber das rasante Bevölkerungswachstum im letzten Jahrhundert brauche ich wohl keine weiteren Worte zu verlieren. Um es mal einfach “oekonomisch” auszudrücken: Die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit können vermehrt werden, der Produktionsfaktor Boden hingegen bewiesenermassen nicht, es sei denn, wir könnten in den Weltraum auswandern, und Planeten finden, welche besiedelt werden könnten. Doch davon sind wir noch “lichtjahreweit” entfernt. Es geht also schlussendlich um den “Platz” und den entsprechenden Ressourcen, welche die Menschheit zur Verfügung hat. Mittlerweile haben wir eine Weltbevölkerung von über 7 Millarden! Die kleine Schweiz platzt mit 8 Millionen bewiesenermassen aus allen Nähten. Aber anstatt sich mal ernsthaft Gedanken zu machen, wie wir diese Bevölkerungsexplosion begrenzen und in den Griff bekommen können, werden die tollsten Selbstkastrierungsideen propagiert, welche teilweise von der Idiote nicht mehr weit entfernt sind. Es nützt nichts, wenn wir uns alle beschränken, sparen, uns in Wohnsilos noch mehr auftürmen, um den beschränkten Platz noch mehr auszunützen, uns in einer unbeschreiblichen Verzichtshysterie in die Steinzeit “zurückbomben”, wenn andererseits diese Menschheit in steuerprogressionsähnlicher Geschwindigkeit wächst. Einfache Frage: Wächst denn der Produktionsfaktor Boden mit seinen Ressourcen in der gleichen Geschwindigkeit mit? Ach so, die Güter seien ungerecht verteilt…
    Was wird man irgendwann mal noch gerecht verteilen können, wenn alle Ressourcen futsch sind?
    Im Bericht wird die “grosse Kriegsgefahr” mit 10% angegeben. Eine solche Einschätzung ist an Naivität und Irrealismus kaum zu überbieten. So wie die Weltbevölkerung wächst, und wenn nichts aber auch gar nichts dagegen unternommen wird, ist der sogenannte “grosse Krieg” leider irgendwann mal nicht mehr vermeidbar! Fehlt denn in dieser Hinsicht noch das letzte Fingerspitzengefühl, wenn man sieht, dass sich Japan und China fast bekriegen, und wofür, für ein paar beschissene Inseln. Ach ja, es werden Ressourcen und fischreiche Gründe vermutet.
    Na, dämmerts? Die Menschheit muss sich in der “Produktion” ihrer “Exemplare” nachhaltig (um dieses sehr gebräuchlich gewordene Wort auch mal zu benützen) einschränken und begrenzen. Man begrenzt Geschwindigkeiten, Zinsen, Renten und weiss der Teufel noch was alles, aber uns selbst? Irgendwann und irgendwo wurde der Satz geprägt: Liebet und vermehret Euch! Die Korrektur dieses Satz ist schon lange überfällig. Der erste Teil sollte erhöht werden und der zweite Teil ernsthaft reduziert werden. GEHT HEUTZUTAGE…..
    Irrtum meinerseits vorbehalten, wächst die Erdbevölkerung jährlich um ca 80 bis 100 Millionen. Die Zeitbombe tickt, und zwar immer lauter, aber (fast) alle sind taub.

  4. Hans Ulrich Suter sagt:

    Ich sage es hier wahrscheinlich so oft, dass es einigen Leuten zum Hals raushängen wird: Man kann die Kriegsgefahr nicht unabhängig von den eigenen Aktionen betrachten! Sowenig wie die Betrachtung der Stellung der Figuren von nur Schwarz oder nur Weiss, beim Schach Sinn machen würde. Das heisst jede Diskussion über eine Kriegsgefahr (für die Schweiz) muss zwingend ein Rüstungs-/Armeeszenario enthalten. Auch die Kriegsgefahr im asiatischen Raum hängt davon ab, wieviel US Navy in diesem Raum in den nächsten Jahren präsent sein wird. Die Schweiz hatte in den letzten Jahren das Glück, dass a) die Konfliktlinien West-Ost und nicht Nord-Süd also über die Alpen verliefen und das b) sowas wie eine
    gute Verteidigung der Schweiz existierte. Sowohl a) wie auch b) sind diesmal anders, was folgt dann daraus? Wen wir Glück haben hat sich die Konfliktlinie soweit in den Süden verlagert, dass wir wieder mit einem blauen Auge davonkommen.
    Oder der langen Rede kurzer Sinn: Die Kriegs-Prognosen der “avenir suisse” sind Zeichen von ignoranter Dummheit und nicht weiter ernst zu nehmen.

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