Aufrüstung, Abschreckung Angst – Wie gefährlich ist der neue Ost-West-Konflikt?

Ein Vierteljahrhundert nach Ende des Kalten Krieges: Russland, die NATO und auch die Bundesrepublik Deutschland steigern ihre Militärausgaben. Wie gefährlich ist die Eskalation in den Beziehungen zwischen Ost und West? Die Dokumentation sucht nach Antworten: in Russland und der Ukraine, in Polen und im Baltikum.

Polen und die baltischen Republiken fordern vor dem NATO-Gipfel in Warschau die dauerhafte Stationierung von Kampftruppen und sind bereit, dafür die NATO-Russland-Grundakte aufzukündigen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg versichert ihnen Beistand: „Wer einen unserer Partner angreift, greift uns alle an, wir sind gerüstet.“ Moskau hingegen zeigt mit dem Finger auf die NATO und den Westen, sieht dort die Ursache für die neue Eiszeit.
→ Weiterlesen: Aufrüstung, Abschreckung Angst – Wie gefährlich ist der neue Ost-West-Konflikt?

Trotz Cyberwar – Die Schweiz setzt wieder auf schweres Geschütz

Kein Jahr ist es her, seit führende Schweizer Politiker die Zeit der Panzerschlachten im Mittelland für beendet erklärten. «Wir haben uns längst vom Kalten Krieg gelöst», sagte im November 2015 der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) bei der Präsentation des neusten sicherheitspolitischen Berichts.

Inzwischen aber hat ihn die Realität überholt. Die Schweizer Armee ist im Begriff, ihre Doktrin erneut anzupassen. Ein klassischer Angriff mit konventionellen, schweren Waffen wird nicht mehr für höchst unwahrscheinlich gehalten. Nach 20 Jahren sparen und abbauen wird umdisponiert und versucht, aus einer Armee, die kaum mehr einsatzfähig ist, wieder eine glaubwürdige Truppe zu basteln. Der potenzielle Angreifer ist dabei der Alte geblieben: Russland.
→ Weiterlesen: Trotz Cyberwar – Die Schweiz setzt wieder auf schweres Geschütz

„Weiterentwicklung“ auf russisch = Modernisierung der Waffensysteme

Russlands Streitkräfte stellen bis Ende dieses Jahres zahlreiche neue Waffensysteme in Dienst. Das neue Arsenal reicht von mobilen Startrampen für ballistische Raketen und taktischen Raketensystemen über Flugabwehrsysteme, Schützenpanzer und Luftüberlegenheitsjäger bis hin zu strategischen Bombern und U-Booten.
→ Weiterlesen: „Weiterentwicklung“ auf russisch = Modernisierung der Waffensysteme

Nordische Militärkooperation – Die neue Angst vor Russland

Dass Gotland so plötzlich in den Fokus von Militärbeobachtern gerückt ist, hat seinen Grund in der Rolle, welche die beschauliche Ferieninsel in einer Konfliktsituation im baltischen Raum spielen könnte. In hypothetischen Worst-Case-Szenarien ist die Rede von der Möglichkeit einer handstreichartigen Besetzung der Insel durch Russland, um durch die Stationierung von Waffensystemen mit grosser Reichweite die Nato daran zu hindern, Flugzeuge und Schiffe heranzuführen, die den baltischen Staaten Hilfe leisten könnten.

Diese Möglichkeit hätte Russland zwar schon heute, nämlich vom Kaliningrader Gebiet aus. Doch ist dieses, eingeklemmt zwischen den Nato-Staaten Polen und Litauen und ohne Landverbindung zu Russland, für Moskau weit schwieriger zu verteidigen, als es ein besetztes Gotland mitten im Meer wäre.
→ Weiterlesen: Nordische Militärkooperation – Die neue Angst vor Russland

Deutschland – Kampfpanzer Leopard: Erst ausgemustert, jetzt zurück im Dienst

Die Bundeswehr wird mit 100 zusätzlichen „Leopard 2“-Panzern aufgerüstet. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Die gebrauchten Panzer sollen für 22 Millionen Euro von der Industrie zurückgekauft und ab 2017 modernisiert werden. Eigentlich war im Zuge der Bundeswehrreform eine Obergrenze von 225 „Leopard 2“-Panzern beschlossen worden. Dieses Limit wird nun auf 328 erhöht. 320 der Fahrzeuge sollen schließlich zur Verfügung stehen, acht zu Demonstrationszwecken genutzt werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte die Ausmusterung der Kampfpanzer bereits vor einigen Wochen gestoppt. Gleichzeitig kündigte sie an, ein Panzerbataillon mit bis zu 800 Soldaten und 40 Panzern zu reaktivieren. Ein Sprecher verwies auf die Absicht der Ministerin, „hohle Strukturen“ in der Bundeswehr mit Gerät aufzufüllen. So gebe es Panzerregimenter, aber auch andere Truppenteile, die nicht über Gerät im gewünschten Umfang verfügten.
→ Weiterlesen: Deutschland – Kampfpanzer Leopard: Erst ausgemustert, jetzt zurück im Dienst

Die Russen kommen!

Unter dem Eindruck des Ukraine-Konflikts und der Spannungen zwischen dem Westen und Russland wächst in Polen und anderen Staaten die Angst vor dem starken Nachbarn und seinem Präsidenten Wladimir Putin. Das führt so weit, dass Zivilpersonen militärisch ausgebildet werden sollen.

Litauen zum Beispiel plant, die Wehrpflicht wieder einzuführen, und instruiert darüber hinaus die Bevölkerung, wie sie sich im Falle eines Krieges zu verhalten hat. Lettland hat angekündigt, ab dem kommenden Jahr Studenten eine militärische Ausbildung zukommen zu lassen. Und in Polen meldeten sich zahlreiche Menschen – Kaufleute, Ärzte, Anwälte – auf Aufrufe der Regierung, sich militärisch schulen zu lassen. Zu frisch sind in den baltischen Staaten noch die Erinnerungen an die Zeit der Besatzung durch die Sowjetunion; bis zum Zusammenbruch der UdSSR 1990 dominierte diese auch die politischen Verhältnisse in Polen.

«Es gibt ein Gefühl der Bedrohung in unserer Gesellschaft», sagt die Sprecherin des lettischen Verteidigungsministeriums, Aija Jakubovska. Studenten an der Waffe auszubilden sei «eine Möglichkeit, unsere Verteidigungsfähigkeit zu verbessern».
→ Weiterlesen: Die Russen kommen!

Russische Armee auf der Krim: stark und modern

Russland hat laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits eine „vollwertige, selbstständige Truppengruppierung“ auf der Krim formiert: Dort sind sieben neue Truppenverbände und acht Formationen verschiedener Zweckbestimmung entstanden. Die Verstärkung der Truppen auf der Krim sei eine adäquate Antwort auf die sich zuspitzende geopolitische Lage in der Region, darunter auf verstärkte Nato-Aktivitäten und den Krieg in der Ukraine, so Schoigu.

Die Halbinsel wurde in den Staatsverband Russlands aufgenommen, nachdem sich 96 Prozent der Krimbürger bei einem Referendum am 16. März 2014 für eine Wiedervereinigung mit Russland ausgesprochen hatten. Am 18. März wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet, der die Republik Krim und die Stadt Sewastopol als zwei neue Föderationssubjekte festgelegt hat.

Bald nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Krim-Referendums gab der Oberbefehlshaber der russischen Marine Viktor Tschirkow bekannt, dass auf der Krim insgesamt 79 Schiffe der ukrainischen Marine, darunter 25 Kampfschiffe, geblieben sind, und äußerte die Bereitschaft, diese an die ukrainische Seite zurückzugeben.
→ Weiterlesen: Russische Armee auf der Krim: stark und modern

Diese Warnungen aus Rußland können Ihr Leben retten

Der Chef des Zentralkommandos der russischen Strategischen Raketentruppen (SRT), Generalmajor Andrej Burbin, gab am 1. März ein seltenes, öffentliches Live-Radiointerview über die Bereitschaft Rußlands, im Falle eines Angriffs auf das Land einen Gegenangriff mit strategischen Kernwaffen zu führen. Das gilt auch für den vieldiskutierten amerikanischen Plan, mit einem plötzlichen, schnellen Schlag (Prompt Global Strike) mit konventionellen Waffen die russischen Vergeltungskapazitäten zu zerstören. Die Botschaft des russischen Generals ist, daß jegliche „utopischen“ Militärpläne für einen „begrenzten Atomkrieg“ oder eine Ausschaltung der russischen Kernwaffen mit konventionellen Waffen illusorisch sind: Jeder solche Versuch würde scheitern, und das unausweichliche Resultat wäre ein Vergeltungsschlag gegen die Vereinigten Staaten mit den ballistischen Interkontinentalraketen der SRT.
→ Weiterlesen: Diese Warnungen aus Rußland können Ihr Leben retten

Russland von NATO eingekreist

Vor zwei Jahren konnte die Schweiz zum ersten Mal einen Berufsoffizier an die russische Generalstabsakademie entsenden: Oberstleutnant im Generalstab Flavien Schaller. Während 16 Monaten besuchte er die höchste Militärschule Russlands in Moskau. So hatte er die Möglichkeit, die Denkweise der Russen auf operativer und strategischer Stufe aus erster Hand zu erfahren und zu erlernen. Schaller referierte am letzten Freitag vor der Offiziersgesellschaft Zofingen (OGZ).

Das Referat stiess sicherlich infolge des Ukraine-Konflikts auf ein so grosses Interesse. Für ihn ist dieser Konflikt auf dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Sowjetimperiums zu sehen. Darauf war der Westen in keiner Art und Weise vorbereitet, so dass die falsche Meinung aufkam, nun sei endlich der Weltfrieden erreicht. Dies drückt sich darin aus, dass die militärischen Strukturen seither abgebaut wurden.
→ Weiterlesen: Russland von NATO eingekreist

2014 – A Russian Viewpoint

By any measure 2014 has been a truly historic year which saw huge, I would say, even tectonic developments. This year ends in very high instability, and the future looks hard to guess. I don’t think that anybody can confidently predict what might happen next year. So what I propose to do today is something far more modest. I want to look into some of the key events of 2014 and think of them as vectors with a specific direction and magnitude. I want to look in which direction a number of key actors (countries) „moved“ this year and with what degree of intensity. Then I want to see whether it is likely that they will change course or determination. Then adding up all the „vectors“ of these key actors (countries) I want to make a calculation and see what resulting vector we will obtain for the next year. Considering the large number of „unknown unknowns“ (to quote Rumsfeld) this exercise will not result in any kind of real prediction, but my hope is that it will prove a useful analytical reference.
→ Weiterlesen: 2014 – A Russian Viewpoint

Retten Sie die Tiger F-5

Erinnerungen an die Armee 61

Unterstützen Sie uns!

Spin Doctors im Bundeshaus