Ist die Schweizer Armee kein Talentpool mehr?

Die Schweizer Armee macht mit Verteidigungsminister Guy Parmelin einen Anlauf zur Modernisierung. Der Bundesrat hat soeben Parmelins Amtsführung bestätigt. Bleibt unsere Milizarmee ein militärischer Faktor und kann die Privatwirtschaft mit den Offizieren noch etwas anfangen?

Noch vor drei Monaten zogen Offiziere der Schweizer Armee durch das Land, um Unternehmer und Spitzenmanager davon zu überzeugen, dass die Offiziersausbildung ihrer Kader der beste Weg sei für deren späteren Erfolg. Gleichzeitig empfahlen sie ihre Militärkollegen für Zivilkarrieren, denn die Aus- und Weiterbildung der heutigen Generalstabs-Schule übertreffe hinsichtlich der praktischen Führungsschulung alles, vor allem diejenige der MBA-Schulen.
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Personalprobleme bei den Truppen sind massiv

Die Revisionsstelle im Bericht war zum Schluss gekommen, dass es gerade beim Personalwesen grosse Probleme gibt, die bislang in diesem Ausmass übersehen worden waren. Zwar hätten ältere Auswertungen der Fragebögen «verschiedene offene Punkte aufgezeigt», jedoch seien «keine Anträge und Handlungsrichtlinien zur Bereitschaft abgeleitet» worden, heisst es. Auch der Revisionsbericht lag der sda vor. Zudem fehlten bei den wichtigen Quartalssitzungen zwischen Kommandanten und Armeeführung oft die Schlüsselfiguren aus dem Personalbereich. Die Sitzungen hätten damit keine «durchschlagende Wirkung» gezeigt.
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Schweizer Armee denkt über Militär-Imam nach

Im Grunde gibt es keinen Raum für Diskussionen. Das Dienstreglement der Schweizer Armee hält klipp und klar fest: Zuständig für den religiösen Beistand der Soldaten sind evangelisch-reformierte und römisch-katholische Armeeseelsorger.

Doch wie so oft klafft zwischen Gesetz und gelebter Realität eine gewisse Lücke. Bei spezifischen Problemen einzelner Soldaten zieht die Armee schon heute islamische Seelsorger bei. Und hinter verschlossenen Türen diskutieren Armeekader über die Frage, ob und wie Imame als Feldprediger aufgenommen werden könnten.
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Turnschuh statt Kampfstiefel: Die Armee wird zum grössten Fitnesscenter der Schweiz

Die Empfehlungen der Studie sind spektakulär. Die Rekrutenschule soll mit einem neuen Sportkonzept aufgewertet werden. Es beinhaltet vier Stunden Sport pro Woche, gestaltet nach modernsten wissenschaftlichen Kriterien.

Der Fokus liegt auf Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit, aber auch auf Ausdauer. Das alte Konzept sah drei Stunden Sport pro Woche vor, wurde aber mangelhaft umgesetzt. Geprüft werden soll auch, ob Sportschuhe und Sportuhren abgegeben werden können. Weiter regt die Studie eine Smartphone-Trainings-App an, mit der sich angehende Rekruten über individuelle Trainingsprogramme auf die RS vorbereiten können.
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Armeechef Rebord will mehr Geld

Geht es nach ihrem Chef Philippe Rebord, braucht die Armee künftig mehr Geld. Die vom Parlament beschlossenen 5 Milliarden Franken pro Jahr genügten langfristig nicht, erklärte er am Montag vor Journalisten in Bern.

Rebord erinnerte an die in die Jahre gekommene Artillerie, die Panzer und die Radschützenpanzer. Entweder könne man diese Waffensysteme ersetzen, oder es entstehe eine Fähigkeitslücke, erklärte der Armeechef an einer Medienkonferenz anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt. Wie viel Geld es dafür brauche, sei noch nicht klar.
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Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger: Militärdienst nur noch Freiwillige, Flüchtlinge und Arbeitslose

Wenn der Militärdienst freiwillig wäre, könnten wir viele Nachteile des heutigen Systems beseitigen: Unsere Armee ist durch die Wehrpflicht eigentlich zu gross. Das heisst, wir müssen die Soldaten früher ausmustern, was dazu führt, dass wir über viele junge Soldaten mit wenig Erfahrung verfügen. Das ist auch volkswirtschaftlich unsinnig, denn wir stecken viel Geld in ihre Ausbildung, profitieren aber zu wenig davon.
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André Blattmann: Servir et disparaître

Ende März wird Korpskommandant André Blattmann pensioniert. Seine wichtigste Errungenschaft? Die Armee hat ihre Verteidigungsfähigkeit zurückerlangt. […]

Die Schweiz und unsere Armee verdanken André Blattmann nach den acht Jahren seines Einsatzes sehr viel. Die Armee kann nicht mehr bloss schützen/retten/helfen, sondern wieder verteidigen. Die in der Armee 95 regelrecht vernichteten Mobilmachungsvorbereitungen sind zwar noch nicht operationell, aber gut und zeitgemäss geplant. Das Material der Bataillone, zuvor zentral gelagert und zu oft in nicht einsatzbereitem Zustand, wird wieder fest den Bataillonen zugeteilt. Grössere Truppenübungen ermöglichen wieder Verbandsausbildungen. Die militärischen Grundfähigkeiten für alle Lagen sind wieder erworben. Der abnehmende Bestand konnte konsolidiert werden.
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Nur beim VBS werden Stellen gestrichen

Die unglaublichen „Bestandesveränderungen“ (Amtsdeutsch in der Personalstatistik) des Personals der letzten 8 Jahre; die Zahlen sind selbstredend: (2007 bis Ende 2015, es geht munter weiter…) Quelle: Büro Ha / Tis Hagmann

Studie zur Tauglichkeit anlässlich der Rekrutierung zeigt Unterschiede bei Alter, sozioökonomischem Berufsstatus und Herkunft

Die 19- und 20-Jährigen weisen in allen Kantonen die höchsten Tauglichkeitsraten auf. Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er. Junge Schweizer Männer mit einem eher tiefen und solche mit einem eher hohen sozioökonomischen Berufsstatus sind vermehrt untauglich. Stellungspflichtige ländlicher Herkunft sind eher tauglich als Grossstädter. Konservativ und eher rechts stimmende Gemeinden weisen höhere Tauglichkeitsquoten aus als links sowie progressiv-liberal stimmende.
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Umstrittener Zivildienst: Drückeberger oder aufrechte Bürger?

Für die einen sind sie engagierte junge Männer, die unangenehme Arbeiten ausführen und so einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft übernehmen. Andere wiederum halten sie für verwöhnt und verweichlicht: Junge Leute die lieber Büsche ausreissen oder Senioren herumchauffieren, statt kilometerlange Märsche zu absolvieren und bei Wind und Wetter im Freien zu nächtigen.

Dass immer mehr junge Männer den Zivildienst dem Dienst an der Waffe vorziehen, bereitet tatsächlich vielen bürgerlichen Politikern Bauchkrämpfe.

Nun will der Nationalrat die Zivildienst-Vollzugsstelle vom Volkswirtschaftsdepartement ins VBS verschieben. Zuvor stellte bereits Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann in Aussicht, die Hürden für den Zivildienst zu erhöhen.
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GV 2017

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Samstag, 29. April 2017
Bern
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Erinnerungen an die Armee 61

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