Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger: Militärdienst nur noch Freiwillige, Flüchtlinge und Arbeitslose

Wenn der Militärdienst freiwillig wäre, könnten wir viele Nachteile des heutigen Systems beseitigen: Unsere Armee ist durch die Wehrpflicht eigentlich zu gross. Das heisst, wir müssen die Soldaten früher ausmustern, was dazu führt, dass wir über viele junge Soldaten mit wenig Erfahrung verfügen. Das ist auch volkswirtschaftlich unsinnig, denn wir stecken viel Geld in ihre Ausbildung, profitieren aber zu wenig davon.
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Studie zur Tauglichkeit anlässlich der Rekrutierung zeigt Unterschiede bei Alter, sozioökonomischem Berufsstatus und Herkunft

Die 19- und 20-Jährigen weisen in allen Kantonen die höchsten Tauglichkeitsraten auf. Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er. Junge Schweizer Männer mit einem eher tiefen und solche mit einem eher hohen sozioökonomischen Berufsstatus sind vermehrt untauglich. Stellungspflichtige ländlicher Herkunft sind eher tauglich als Grossstädter. Konservativ und eher rechts stimmende Gemeinden weisen höhere Tauglichkeitsquoten aus als links sowie progressiv-liberal stimmende.
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Umstrittener Zivildienst: Drückeberger oder aufrechte Bürger?

Für die einen sind sie engagierte junge Männer, die unangenehme Arbeiten ausführen und so einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft übernehmen. Andere wiederum halten sie für verwöhnt und verweichlicht: Junge Leute die lieber Büsche ausreissen oder Senioren herumchauffieren, statt kilometerlange Märsche zu absolvieren und bei Wind und Wetter im Freien zu nächtigen.

Dass immer mehr junge Männer den Zivildienst dem Dienst an der Waffe vorziehen, bereitet tatsächlich vielen bürgerlichen Politikern Bauchkrämpfe.

Nun will der Nationalrat die Zivildienst-Vollzugsstelle vom Volkswirtschaftsdepartement ins VBS verschieben. Zuvor stellte bereits Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann in Aussicht, die Hürden für den Zivildienst zu erhöhen.
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ETH-Studium soll als Militärdienst zählen

Ausdauer und Muskelkraft mögen früher die wichtigsten Kompetenzen eines Soldaten gewesen sein. Heute seien es Grips und technologisches Know-how, ist Marcel Dobler, FDP-Nationalrat und Digitec-Gründer überzeugt. Er fordert den Bundesrat auf zu prüfen, wie die Armee angesichts neuer Bedrohungsszenarien – Stichwort Cyberangriffe – enger mit den Bildungsinstituten und der Wirtschaft zusammenarbeiten kann.

Konkret denkt Dobler etwa an «wissenschaftliche Durchdiener», Praktika oder Doktorarbeiten in der Armee, wie er in einem am Dienstag eingereichten Postulat schreibt. Statt im stillen Kämmerlein zu forschen, sollen beispielsweise ETH-Studenten dies künftig im Dienst der Armee tun können.
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Besser wehrbereit mit Frauen

Schon erstaunlich: Der Kommandant Heer, Daniel Baumgartner, sagt in einem Interview vom 22. Februar, Frauen sollten obligatorisch zu einem Informationstag über die «Chance» Armee aufgeboten werden. Worauf die Medien flächendeckend darüber berichten, Interviews mit Politikerinnen und Politikern, mit echten und selbst ernannten Expertinnen und Experten geführt werden.

Erstaunlich ist das Echo deshalb, weil der Vorschlag mit keinerlei Konsequenzen versehen ist. Hält man sich die Bedeutung dieser Idee mit politischen Geschäften – wie der AHV-Rentenreform, der neu zu findenden Regelung der Unternehmenssteuer-Reform – vor Augen, so ist die Aufmerksamkeit im Vergleich zu den erwähnten Geschäften überproportional. Wie immer, wenn es um die Armee geht.
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Schweden führt Wehrpflicht wieder ein

Vor dem Hintergrund einer verschlechterten Sicherheitslage führt Schweden in diesem Sommer die Wehrpflicht wieder ein. Damit soll genug Personal für die Streitkräfte zur Verfügung stehen, sagte der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist am Donnerstag dem schwedischen Radio. «Wir haben Schwierigkeiten gehabt, die Kampfeinheiten auf freiwilliger Basis zu bemannen.» Die Wehrpflicht war 2010 ausgesetzt worden.
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Schweizer Armee verteilt Kampfstiefel im Überfluss – Tausende bleiben unbenutzt

Zahlreiche Zivildienstleistende haben bei der Aushebung Kampfstiefel erhalten, die sie nie brauchen – weil sie zum Beispiel im Alters- oder Pflegeheim arbeiten. Manche verkaufen die Schuhe gar im Internet.
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Armee will Frauen verpflichten

Noch fallen sie auf: die vereinzelten jungen Frauen, die sich an den Orientierungstagen der Schweizer Armee über die Möglichkeiten informieren, die das Militär bietet. Doch schon bald könnte die Geschlechterverteilung an diesen Anlässen ausgeglichen sein. «Wir möchten, dass junge Frauen obligatorisch zu einem Informationstag aufgeboten werden können», sagte Korpskommandant Daniel Baumgartner, Chef Heer und Projektleiter Kommando Ausbildung, in einem Interview mit der NZZ. Diese Forderung ist spektakulärer, als es auf Anhieb klingt: Es wäre das erste Mal, dass sich Frauen in der Schweiz im Zusammenhang mit dem Militär mit einem Obligatorium konfrontiert sähen.
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Finnland stockt seine Armee um 50’000 Mann auf

Aus Furcht vor einer Bedrohung durch Russland hat die finnische Regierung am Donnerstag angekündigt, dass die Truppen des Landes für den Konfliktfall von 230.000 auf 280.000 Soldaten aufgestockt werden. Damit solle die „Fähigkeit zur Verteidigung des gesamten nationalen Territoriums verbessert“ werden, hieß es in einem Regierungsbericht. Die Rede ist darin von der Absicht des Nachbarstaats Russland, seinen „Status als Großmacht zu festigen“.
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Alternativer Militärdienst wird immer beliebter

Der alternative Militärdienst wird unter jungen Schweizern immer populärer. Nahmen ihn im ersten Jahr seit seiner Einführung 40 Männer wahr, waren es 2016 immerhin schon 130 dienstwillige Personen – eine Verdreifachung der Zahlen, wie das SRF berichtet. Dennoch ist die Zahl, gemessen an 18’000 neu Aufgebotenen für die Rekrutenschule, sehr gering.

Der alternative Militärdienst ist eine Möglichkeit für Personen, die wegen einer Behinderung oder eines medizinischen Problems für dienstuntauglich erklärt wurden, aber keinen Wehrpflichtersatz zahlen wollen. Die Männer müssen unter 26 Jahre alt sein, dürfen niemanden gefährden und werden etwa in der Militärverwaltung oder in einem Armee-Logistikcenter eingesetzt, wie Mirco Baumann, Sprecher beim Verteidigungs-Departement, zum SRF sagt.
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GV 2017

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Samstag, 29. April 2017
Bern
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Erinnerungen an die Armee 61

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